Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen

Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen
Gründung 18. Juni 1955
Trägerschaft Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Ort St. Gallen
Kanton St. Gallen
Land Schweiz
Schulleiter Xoán Castiñeira
Studierende 25 (Herbstsemester 2025/2026)
Mitarbeiter 23
Website www.kirchenmusik-sg.ch

Die Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen («dkms»)[1] ist eine kirchliche Musikschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz. Sie ist eine Einrichtung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen.[2]

Geschichte

Die Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen wurde am 18. Juni 1955 auf Initiative des damaligen St. Galler Domkapellmeisters Johannes Fuchs (1903–1999)[3] und des Lehrers Christian Willi gegründet. 1958 sicherte der Administrationsrat[4] eine jährliche Subvention von 6'000 Schweizer Franken an die dkms zu. Ab 1959 wurde eine kirchenmusikalische Bibliothek angelegt; sie ist eine wichtige Literatur-Beratungsstelle für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Heute umfasst die Bibliothek ca. 4'000 Werke und ist dem St. Galler Bibliotheksnetz angeschlossen. Sie befindet sich im Gebäude Klosterhof 8a (Unterrichtszimmer 02), wo auch eine zweimanualige Orgel von Pflüger Orgelbau (2011) steht.[5][6]

Die dkms ist in die 1997 gegründete Musikakademie St.Gallen[7] eingebunden und bietet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchenmusikschule St.Gallen («ekms»)[8] seit 1998 berufsbegleitende Teilzeit-Studiengänge in Kirchenmusik.

Seit 2008 wird an den Regionalschulen im Linthgebiet und in der Region Sarganserland-Werdenberg zusätzlich Orgel- und Gesangsunterricht angeboten. Ein weiterer Bestandteil der Diözesanen Kirchenmusikschule ist die Domsingschule St.Gallen, 2005 gegründet. Als überregionales und konfessionsübergreifendes Angebot bietet sie eine fundierte musikalisch-sängerische Grundausbildung für mehr als 100 Kinder und Jugendliche und ist damit in der Schweiz einmalig. Leiterin der Domsingschule St.Gallen ist Anita Leimgruber-Mauchle.[9]

Die Unterrichts- und Verwaltungsräume befinden sich im Stiftsbezirk. Seit 2010 stehen weitere Unterrichtsräume im «centrum dkms» beim Gallusplatz zur Verfügung, die die Diözesane und die Evangelische Kirchenmusikschule gemeinsam nutzen.[10][11][12] Die Studierenden mit Hauptfach Orgel in St. Gallen werden an der Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof, in der evangelisch-reformierten Pfarrkirche St. Laurenzen, in der katholischen Kirche St. Georgen[13] und in der Schutzengelkapelle unterrichtet.

Studiengänge

Die Diözesane Kirchenmusikschule bietet folgende Diplom-Studiengänge an:

Diese zweijährigen Studiengänge sind praxisorientierte berufsbegleitende Curricula und umfassen jeweils 16 Schulwochen pro Semester (32 Schulwochen pro Studienjahr).[18]

Weitere Angebote

Schulleitung

Schulleiter der Diözesanen Kirchenmusikschule St.Gallen ist Xoán Castiñeira.[23]

Die Regionalschulen werden von Esther Hobi-Schwarb (Linthgebiet) und Pascal Weder (Region Sarganserland-Werdenberg) geleitet.

Frühere Schulleiter

  • Johannes Fuchs † (1955–1978, St. Galler Domkapellmeister)
  • Roland Bruggmann † (1978–1998, St. Galler Domkapellmeister)
  • Hans Eberhard † (1998–2015, Schulleiter und St. Galler Domkapellmeister)
  • Kimberly Brockman (2005–2015 Co-Schulleiterin, 2016–2025 Schulleiterin)

Lehrkräfte

Aktuelle Lehrkräfte

  • Sebastian Bausch (Orgel; stellvertretender St.Galler Domorganist)
  • Kimberly Brockman (Gesang, Coaching für Chorleitende)
  • Xoán Castiñeira (Musiktheorie, Klavier; Schulleiter der dkms)
  • Deborah Fogal (Gesang; Linthgebiet)
  • Zacharie Fogal (Gesang; Linthgebiet)
  • Corinne Grendelmeier Nipp (Gesang; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Andreas Gut (Gottesdienstgestaltung und Liturgiepraxis; St.Galler Domkapellmeister)
  • Hiroko Haag (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Raphael Holenstein (Chorleitung, Dirigieren)
  • Terhi Kaarina Lampi (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Anita Leimgruber-Mauchle (Leiterin des Kinder- und Jugendchores und der Domsingschule St.Gallen)
  • Paulo S. Medeiros (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Christian Nipp (Gesang; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Thomas Nipp (Orgel; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Diana Pál (Orgel; Linthgebiet)
  • Beatrice Rütsche-Ott (Gesang)
  • Gabriela Schöb Freitag (Kantorengesang/Singleitung)
  • Susanne Seitter (Gesang)
  • Pascal Weder (Coaching für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker; Regionalschulleitung Sarganserland-Werdenberg)
  • Martin Welzel (Orgel, Orgelimprovisation/Liturgisches Orgelspiel; Fachbereichsleitung Orgel)
  • Michael Wersin (Musiktheorie, Liturgische Gesangspraxis, Kirchenmusikgeschichte, Partiturspiel, Liedbegleitung; Studienleiter der klassischen Studiengänge)

Ehemalige Lehrkräfte

  • Lina Maria Åkerlund (Gesang)
  • Brigitta Christ (Gesang)
  • Hans Eberhard † (Chorleitung, Dirigieren; Schulleiter und St.Galler Domkapellmeister)
  • Marie-Louise Eberhard Huser (Orgel)
  • Kornelia Ehrismann (Gesang)
  • Idda Fuchs-Heuberger † (Orgel)
  • Livio Gabrielli (Gesang)
  • Willibald Guggenmos (Orgel; ehemaliger St.Galler Domorganist)
  • Hansjürg Gutgsell (Orgel)
  • Guido Helbling (Chorleitung, Musiktheorie, Stimmbildung)
  • Lukas Hidber (Gottesdienstgestaltung, Liturgik)
  • Siegfried Hildenbrand † (Orgel; St.Galler Domorganist)
  • Martin Hobi (Chorleitung, Dirigieren)
  • Debora Imholz (Gesang)
  • Erich Jahn (Orgel)
  • Guido Keller (Orgel)
  • Herbert Keller (Orgel)
  • Martin Keller (Gesang)
  • Alfred Kesseli (Gesang)
  • Ludwig Kohler (Orgel)
  • Adelheid Krauss (Gesang)
  • Katja Kristovic-Krizic (Gesang)
  • Leo Löhrer (Orgel)
  • Peter Mächler (Gesang)
  • Rodolfo Mertens (Gesang)
  • Christoph Maria Moosmann (Orgel)
  • Christof Näf (Chorschule)
  • Kale Lani Okazaki (Gesang)
  • Franz Pfab (Orgel)
  • Alex Pfiffner (Orgel)
  • Karl Raas (Orgel; ehemaliger St.Galler Domorganist)
  • Iso Rechsteiner † (Musiktheorie)
  • Josef Rüegg (Orgel)
  • Guido Scherrer (Gottesdienstgestaltung und Liturgik)
  • Josef Scherrer (Gregorianik)
  • Walter Schönenberger † (Chorleitung, kirchenmusikalische Praxis, Stimmbildung)
  • Christoph Schönfelder (Orgel, Liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation; St.Galler Domorganist)
  • Ernst Vogler (Orgel)
  • Rolf Wäger (Orgel)
  • Max Wirz (Orgel)

Orgeln

Späth-Orgel (Musiksaal)

Im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof steht eine Orgel mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spieltraktur, elektropneumatische Registerschaltung), die 1960 von Späth Orgelbau (Rapperswil) gebaut wurde. Dieses Instrument wird für den Orgelunterricht und Konzerte der Kirchenmusikschulen St.Gallen sowie bei Anlässen des Bischöflichen Ordinariats genutzt. 1978 und 2014 wurde die Orgel von der Erbauerfirma revidiert und ausgereinigt. Das Instrument befindet sich klanglich und technisch in einem schlechten Zustand. Die Disposition:[24][25]

I Hauptwerk C–g3
Quintatön 16′
Praestant 8′
Koppelflöte 8′
Oktave 4′
Hohlflöte 4′
Oktave 2′
Terzian II 135′+113
Mixtur 113
II Schwellwerk C–g3
Gedackt 8′
Harfpfeife 8′
Dolkan 4′
Rohrflöte 4′
Flageolet 2′
Quinte 113
Oktävlein 1′
Scharf 12
Schalmei 8′
Tremulant
Pedal C–f1
Subbass 16′
Spillpfeife 08′
Piffaro II 04′+2′[26]
Dulcian 16′
  • Koppeln (mechanisch, als Wippen und Pistons): II/I, I/P, II/P.
  • Spielhilfen: Handregister («A») und zwei freie Kombinationen («B» und «C»). Einzelabsteller Zungenregister. Druckknöpfe unter dem I. Manual: Kombinationen A, B und C, Forte, Tutti. Pistons: Kombinationen A, B und C, Crescendo ab, Absteller Zungen, Absteller Mixturen. Zwei Balanciertritte (Registercrescendo und Schwellwerk).

Pflüger-Orgel (Bibliothek dkms)

In der Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule (Klosterhof 8a, Unterrichtszimmer 02) steht eine Orgel mit 5 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) von Pflüger Orgelbau, Feldkirch/Vorarlberg (Österreich) aus dem Jahre 2011. Sie wurde ursprünglich als Hausorgel für Hans Göldi-Jung (1937–2019) gebaut.[27] Nach dem Tode von Göldi-Jung 2019 wurde die Orgel der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen vermacht und steht seitdem als Übe- und Unterrichtsinstrument den Orgelstudierenden der dkms und ekms zur Verfügung. Die Disposition:[28]

I. Manual C–f3
Holzgedackt 8′
Rohrflöte 4′[29]
Octav 2′
II. Manual C–f3
Rohrflöte 4′[30]
Regal 8′
Pedal C–d1
Subbass 8′
  • Koppeln: II/I (Schiebekoppel); I/P, II/P (als Tritte).

Literatur

  • 50-Jahr-Jubiläum Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen. Festschrift 1955–2005. PDF.

Einzelnachweise

  1. Eigenschreibweise der «dkms» ohne Leerschlag, die der Vorgabe der kantonalen Verwaltung St.Gallen folgt.
  2. Diözesane Kirchenmuskschule – dkms. In: www.sg.kath.ch. Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  3. Andres Briner: Johannes Fuchs. In: www.hls-dhs-dss.ch. Historisches Lexikon der Schweiz, 24. Oktober 2006, abgerufen am 7. Januar 2026.
  4. Katholischer Administrationsrat des Kantons St.Gallen. In: www.sg.kath.ch. Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  5. 50 Jahr-Jubiläum Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen – Festschrift 1955–2005. (PDF) In: kirchenmusik-sg.ch/. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, 2005, abgerufen am 7. Januar 2026.
  6. Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule. In: www.kirchenmusik-sg.ch. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  7. Musikakademie St.Gallen. Abgerufen am 27. November 2025.
  8. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  9. Domsingschule St.Gallen. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  10. Geschichte. In: www.kirchenmusik-sg.ch. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  11. Kimberly Brockman, Andreas Gut, Thomas Halter, Esther Hobi-Schwarb: Die Diözesane Kirchenmusikschule – 65 Jahre bewegte Geschichte. Auszug aus dem Jahresbericht 2020 des Katholischen Konfessionsteiles des Kantons St.Gallen. (PDF) Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, 2020, abgerufen am 7. Januar 2026.
  12. Das «centrum dkms». In: www.kirchenmusik-sg.ch. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  13. St. Gallen, Kath. Kirche St. Georgen. In: www.orgelverzeichnis.ch. Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein, 2012, abgerufen am 7. Januar 2026.
  14. a b Studiengang mit Schwerpunkt Orgel – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  15. a b Studiengang mit Schwerpunkt Popularmusik – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  16. Studiengang mit Schwerpunkt Kantorengesang und Singleitung – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  17. Chorleitung weltlich Zertifikat CH I – Aufnahmebedingungen | Aufnahmeprüfung. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  18. Studiengänge. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  19. Unterrichtsangebot Orgel. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  20. Unterrichtsangebot Gesang | Stimmbildung. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  21. Unterrichtsangebot Dirigieren. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  22. Basiskurs Musiktheorie. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
  23. Xoán Castiñeira wird neuer Leiter der Diözesanen Kirchenmusikschule St.Gallen. In: www.sg.kath.ch. Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, 5. März 2025, abgerufen am 7. Januar 2026.
  24. St.Gallen, Klosterhof, Musiksaal. In: Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein. 2012, abgerufen am 7. Januar 2026.
  25. St.Gallen, Diözesane Kirchenmusikschule (Musiksaal am Klosterhof). In: Organ index. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  26. Der 2′-Chor ist stillgelegt.
  27. Hans Göldi-Jung (* 13. August 1937; † 7. Februar 2019), Chorleiter, Martins-Chor St. Gallen-Bruggen (1982–2019); Präsident des Kirchenmusikverbandes Bistum St. Gallen (2002–2008); Organisations-Kommittee-Verantwortlicher St.Galler Kirchenmusikwoche 1999–2013; Mitherausgeber der St.Galler Kirchenmusikhefte (Quelle: Bild mit Bildunterschrift in der Bibliothek der dkms).
  28. St. Gallen, Diözesane Kirchenmusikschule (Bibliothek Klosterhof 8a). In: Organ index. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  29. Wechselschleife I. und II. Manual.
  30. Wechselschleife I. und II. Manual.