Eugen von Jagemann
Friedrich Max Ludwig Eugen von Jagemann (* 25. Mai 1849 in Karlsruhe; † 15. August 1926 in Heidelberg) war ein badischer Jurist und Diplomat.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1867 in Wertheim studierte Eugen von Jagemann ab dem Wintersemester 1867/67 Rechtswissenschaft an der Universität Berlin, der Universität Brüssel und der Universität Heidelberg. Als Soldat nahm er 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. 1872 bzw. 1874 legte er die beiden juristischen Staatsexamen in Heidelberg ab und promovierte 1873/74 bei Rudolf von Gneist an der Universität Heidelberg zum Dr. jur. Nach seinen verschiedenen Diensten als Rechtspraktikant wurde er 1877 Staatsanwalt und 1879 Landgerichtsrat in Mosbach. Im Jahre 1881 trat er als Ministerialassessor in das badische Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts ein, außerdem vertrat er (1882 als Ministerialrat) den Oberstaatsanwalt am Oberlandesgericht Karlsruhe. 1882 wurde von Jagemann Kammerherr von Großherzog Friedrich I. von Baden. Von 1893 bis 1903 vertrat er als Gesandter das Großherzogtum Baden am Preußischen Hof und war ab 1901 Bevollmächtigter am Bundesrat. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1903 ernannte ihn die Universität Heidelberg zum Honorarprofessor. Außerdem wirkte er in Verbänden der Wirtschaft und des Roten Kreuzes mit.
Jagemann, der Sohn des badischen Juristen und Ministerialbeamten Ludwig von Jagemann, wurde 1896 zum Geheimrat II. Klasse und 1898 zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt.
Seine Vorlesungen in Heidelberg über die deutsche Reichsverfassung erschien 1904 im Druck. Jagemann äußerte sich auch zu Themen des Gefängniswesens, der Kriminalistik und der Reichsfinanzreform. 1925 veröffentliche er eine Autobiographie.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Daraufgabe (Arrha). Vergleichende Rechtsstudie. Guttentag, Berlin 1873 (= Dissertation Universität Heidelberg) (Volltext).
- Die Stellung der Niederdeutschen (Vlaamen) in Belgien. Habel, Berlin 1876.
- (Mitautor): Franz von Holtzendorff (Hrsg.): Handbuch des Gefängniswesens. Zwei Bände. Richter, Hamburg 1888.
- Die Vorbeugungsmittel gegen das Verbrechen einst und jetzt. Stämpfli & Cie, Bern 1891.
- Die deutsche Reichsverfassung. Vorträge. Winter, Heidelberg 1904.
- Zur Reichsfinanzreform. Winter, Heidelberg 1905.
- Ein Nürnberger Ratsprozeß. In: Neue Heidelberger Jahrbücher, Bd. 14 (1906), S. 173–186.
- Faust der Politiker. Trauerspiel in vier Akten nebst einem Nachspiel. Winter, Heidelberg 1907 (Volltext) (erschien unter dem Pseudonym Johann von Leyden)
- Jugendschutz. Winter, Heidelberg 1911.
- (Mitautor): Das Großherzogtum Baden in allgemeiner, wirtschaftlicher und staatlicher Hinsicht dargestellt. 2. Aufl. Braun, Karlsruhe 1912.
- Fünfundsiebzig Jahre des Erlebens und Erfahrens 1849–1924. Winter, Heidelberg 1925 (Autobiographie).
Weblinks
- Jagemann, Friedrich Max Ludwig Eugen von. In: LEO-BW
Einzelnachweise
- ↑ Jagemann, Friedrich Max Ludwig Eugen von. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 2: 1803–1932. Springer, Berlin u. a. 1986, S. 124, ISBN 3-540-15856-1; Albert Krebs: Jagemann, Eugen von. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 10 (1974), S. 293f.