Eszter Lakos

Eszter Lakos (* 8. März 1981 in Győr) ist eine ungarische Juristin und Politikerin der Tisza Párt. Seit 2024 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments in der EVP-Fraktion.

Leben und Ausbildung

Eszter Lakos studierte Rechtswissenschaften an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, wo sie 2004 ihr Diplom erwarb. Anschließend absolvierte sie ein Masterstudium (LL.M.) in Internationalem Wirtschaftsrecht an der Universität Lyon III (2005) sowie einen Master in Internationalen Beziehungen und Europastudien an der Central European University (2006). Im Jahr 2014 wurde sie an der Universität Bocconi in Mailand im Bereich Internationales Wirtschaftsrecht promoviert (PhD).[1]

Vor ihrer politischen Karriere war Lakos über zehn Jahre lang in Brüssel tätig. Sie arbeitete unter anderem für die Europäische Kommission (Generaldirektion Forschung und Innovation) und leitete von 2015 bis 2023 das Brüsseler Büro der ungarischen Nationalen Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbehörde (NKFIH).

Politische Laufbahn

Lakos kandidierte bei der Europawahl in Ungarn 2024 auf Platz 5 der Liste der von Péter Magyar geführten Partei TISZA. Nach dem Wahlsieg der Partei zog sie als eine von sieben Abgeordneten der Liste in das Europäische Parlament ein.

Parlamentarische Arbeit

Im Europäischen Parlament ist Lakos ordentliches Mitglied in folgenden Ausschüssen:

Ihr fachlicher Schwerpunkt liegt in der Forschungs- und Innovationspolitik. Sie setzt sich für die Stärkung des Europäischen Forschungsraums (ERA) ein und fordert einen besseren Schutz der akademischen Freiheit sowie eine Vereinfachung der EU-Förderprogramme.[2]

Politische Positionen

Außen- und Sicherheitspolitik

In der Außenpolitik vertritt Lakos eine pro-europäische Linie. Im Oktober 2025 beteiligte sie sich an Parlamentsdebatten über russische Luftraumverletzungen über NATO-Territorium und kritisierte die mangelnde Geschlossenheit der ungarischen Regierung gegenüber Moskau.[3] Zudem betont sie die Notwendigkeit einer engen transatlantischen Zusammenarbeit, insbesondere mit Blick auf globale Herausforderungen unter der US-Administration.[4]

Transparenz

Regierungsnahe ungarische Medien wie Origo berichteten im Sommer 2025 kritisch über die Vermögensverhältnisse der Abgeordneten der Tisza-Partei, wobei auch Lakos’ finanzielle Offenlegung thematisiert wurde. Lakos wies die Vorwürfe zurück und betonte die Einhaltung aller Transparenzregeln des Parlaments.[5]

Einzelnachweise

  1. Curriculum Vitae – Eszter Lakos. Europäisches Parlament, abgerufen am 12. Januar 2026.
  2. Parlament schlägt Grundpfeiler für EU-Forschungsraum vor. Forschung & Lehre, 20. November 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.
  3. Vita az Európai Parlamentben: orosz légtérsértések. Index.hu, 8. Oktober 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.
  4. Az EU-nak és az USA-nak együtt kell működnie. Magyar Tisza, abgerufen am 12. Januar 2026.
  5. Tisza Párt EP-képviselő vagyonnyilatkozat. Origo.hu, 15. Juli 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.