Erto e Casso
| Erto e Casso | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Friaul-Julisch Venetien | |
| Koordinaten | 46° 17′ N, 12° 22′ O | |
| Höhe | 830 m s.l.m. | |
| Fläche | 53,18 km² | |
| Einwohner | 362 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Fraktionen | Casso, Erto | |
| Postleitzahl | 33080 | |
| Vorwahl | 0427 | |
| ISTAT-Nummer | 093019 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Ertocassani | |
| Schutzpatron | San Bartolomeo | |
| Website | www.comune.ertoecasso.pn.it | |
| Ortsteil Casso | ||
Erto e Casso (furlanisch Nert e Cjas) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 362 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Region Friaul-Julisch Venetien.
Geographie
Die Gemeinde liegt etwa 55 km nordwestlich der ehemaligen Provinzhauptstadt Pordenone an der Grenze zur Region Venetien im Tal des Vajont zwischen den Belluneser Alpen und den Südlichen Karnischen Alpen. Die Gemeinde besteht aus den zwei namensgebenden Fraktionen, Erto (830 m s.l.m.)[2] und Casso (951 m s.l.m.) sowie den Weilern Forcai, Pineda, San Martino und Val da Pont. Der Gemeindesitz liegt im Ortsteil Erto, der mit über 300 Einwohnern auch die meisten Einwohner zählt.[3]
Das Gemeindegebiet grenzt im Norden, Westen und Süden an die Provinz Belluno in der Region Venetien. Die Nachbargemeinden sind Cimolais, Claut, Longarone (BL), Ospitale di Cadore (BL), Perarolo di Cadore (BL), Pieve d’Alpago (BL) und Soverzene (BL).
Erto ist der Talort für Besteigungen des Monte Duranno und der Cima dei Preti.
Von der Eingliederung in das Königreich Italien 1866 an gehörte die Gemeinde Erto e Casso zur Provinz Udine. Im November 1968 wurde sie an die neugegründete Provinz Pordenone angeschlossen.[4]
Alljährliche Veranstaltungen
Alljährlich an Karfreitag findet in Erto die szenische Darstellung des Leidenswegs Christi statt. Das Passionsspiel wird seit 1631 zum Dank dafür aufgeführt, dass der Ort von der Pestepidemie verschont blieb. Das bei der Prozession durch den Ort getragene Holzkruzifix im Stile des venezianischen Barocks ist ein Werk des Bildhauers Andrea Brustolon.[5]
Katastrophe vom Vajont
Am späten Abend des 9. Oktober 1963 wurde durch die Katastrophe vom Vajont der Nachbar- und Zentralort Longarone vollständig zerstört, nahezu die gesamte dortige Bevölkerung kam zu Tode. Durch den Rückstau der in den Stausee abgerutschten Bergmassen – die Staumauer blieb intakt – wurden auch zahlreiche Menschen im dahinter (orographisch davor, oberhalb) liegenden (Erto-)Tal getötet.
Ein modernes Besucherzentrum in Erto dokumentiert die Katastrophe.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1871 | 1881 | 1901 | 1911 | 1921 | 1931 | 1936 | 1951 | 1961 | 1971 | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1574 | 1827 | 2024 | 2299 | 2342 | 2308 | 1991 | 2219 | 1931 | 741 | 566 | 405 | 424 | 387 | 373 |
Quelle: ISTAT
Verkehr
Durch das Gemeindegebiet führt die ehemalige Staatsstraße SS 251 „della Val di Zoldo e Val Cellina“, die mittlerweile zur Regionalstraße SR 251 herabgestuft wurde. Sie verbindet die Gemeinde im Westen mit Longarone im Tal des Piave und im Osten mit Cimolais im Val Cimoliana.
Bekannte Personen
Erto ist der Heimatort des Alpinisten, Holzbildhauers und Schriftstellers Mauro Corona (* 1950), der in Italien vor allem durch seine autobiographisch geprägten Kurzgeschichten, in denen er auch die Katastrophe von Vajont verarbeitet, hohe Bekanntheit genießt. 2003 wurde der Rechtsanwalt Sandro Canestrini zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Canestrini trat 1969 im Vajont-Prozess als Nebenkläger für die Opfer des Staudammunglücks auf.[6]
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Pfarrkirche San Bartolomeo Apostolo in Erto
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Erto
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Der Lago di Vajont mit Erto (links)
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Vajont-Staumauer
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Der Monte Toc
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
- ↑ Dati territorio, popolazione, storia, tradizioni e artigianato. In: comune.ertoecasso.pn.it. Abgerufen am 11. November 2025 (italienisch).
- ↑ La Frazione di Erto. In: italia.indettaglio.it. Abgerufen am 11. November 2025 (italienisch).
- ↑ Comune ISTAT “093019 Erto e Casso (Pordenone)”. In: elesh.it. Abgerufen am 13. November 2025 (italienisch).
- ↑ La Passione di Erto. In: saliinvetta.com. Abgerufen am 11. November 2025 (italienisch).
- ↑ Luca Marsilli: Sandro Canestrini nella storia da protagonista. In: giornaletrentino.it. 6. März 2019, abgerufen am 12. Januar 2026 (italienisch).