Ernst von Eschwege (Forstmann)
Ernst Karl Hermann Julius Clemens von Eschwege (* 15. Juli 1859 in Oker; † 29. März 1932 in Wernigerode) war ein deutscher Forstmann und Maler. Von 1897 bis 1929 leitete er als Oberforstmeister die Forstverwaltung des Fürsten Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode.
Leben
Ernst von Eschwege stammte aus dem Adelsgeschlecht von Eschwege und war der älteste Sohn von Rudolf von Eschwege, Oberfaktors bei den Communion-Unterharzer Hüttenwerken in Oker, und seiner Frau Clementine (auch Klementine) geb. von Poseck, Tochter des kurfürst. hess. Hauptmann Karl von Poseck und der Ernestine von Osterhausen.
Ernst von Eschwege besuchte vom 5. bis 9. Lebensjahr die Dorfschule in Oker. Ab 1869 ging er an die Realschule nach Goslar. Nach sieben Monaten Forstlehrzeit in Lauterberg weilte er von 1880 bis 1886 mit Unterbrechungen zum Studium an der Königlich Preußischen Forstakademie Hannoversch Münden, an der er das Staatsexamen ablegte.
Von 1890 bis 1893 war von Eschwege als Regierungs- und Forstassessor im Dienst des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt in Rudolstadt. Am 1. September 1893 trat er die Stelle als königlich-preußischer Oberförster in Worbis im Eichsfeld an. Auf Vermittlung des Kammerpräsidenten Rudolf Grisebach trat von Eschwege 1897 mit einjähriger Probezeit in den oberen Beamtendienst des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode ein und wurde am 1. April 1898 auf Lebenszeit in dessen Dienst übernommen. Seine Titel war zunächst Forstrat. Am 22. Juli 1900 wurde er zum Hauptmann der Landwehr I (Jäger) befördert. Am 28. September 1901 wurde er zum fürstlichen Oberforstmeister ernannt,[1] und so als Oberforstbeamter geführt.[2]
Während seiner über 30-jährigen Zeit im fürstlichen Dienst[3] hat Ernst von Eschwege die Verwaltung des ausgedehnten Forstbesitzes vom Brocken bis zum Hohnsteiner Forst erfolgreich geleitet und sich auch unter komplizierten wirtschaftlichen Verhältnissen als ein hervorragender Forstwirt und pflichtgetreuer Beamter bewährt. In seiner Freizeit malte er Waldlandschaften und dort lebende Tiere. Er starb in seinem, kurz vor seinem Tod gekauften Wohnhaus in Wernigerode, Burgberg 9 (alt: Tiergarten 41a).
Er war seit 14. März 1891 mit Margarethe Pinckernelle, 1867 geborene Tochter der Marie Schultz und des Hamburger Schiffs- und Assekuranzmaklers Adolf Edwin Pinckernelle, verheiratet. Sie starb am 15. Dezember 1924. Aus der Ehe gingen die Töchter Maria (* 1891 in Rudolstadt), Eva (* 1893 in Rudolstadt) und Margarethe (* 1895 in Wernigerode) hervor. Die drei Töchter lebten in den 1960er Jahren alle unvermählt in Werningerode.
Ernst von Eschwege war ein Onkel des Kampffliegers Rudolf von Eschwege (1895–1917).
Ehrungen
- Ehrenkreuz von Schwarzburg III. Klasse
- Ritter des Greifenordens (1895)
- Friedrichs-Orden Ritter I. Klasse (Württemberg-1899)[4]
- Roter Adlerorden IV. Klasse (1900)
- Ritterkreuz des Mecklenburgischen Hausordens der Wendischen Krone (1905)
- Preußischer Kronenorden III. Klasse (1906)
- Ehrenmitglied im Jagdcorps Masovia zu Berlin
- Eschwegestraße (ursprünglich Eschwegeweg) bei Drei Annen Hohne
Literatur
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1917. Jahrgang 18, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 307.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 41, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 170 f.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1960, ISSN 0435-2408, S. 345 f.
Einzelnachweise
- ↑ Vorstand/Laspeyres (Hrsg.): Mitteilungen des Deutschen Forstvereins. Nr. 1, IV. Jahrgang, Verlag Juslius Springer, Berlin, 5. Februar 1903, S. 9.
- ↑ Deutsche Forst-Zeitung. Fachblatt für Forstbeamte und Waldbesitzer. Nr. 4, Band 14, Verlag J. Neumann, Neudamm, den 22. Januar 1899, S. 61.
- ↑ Jahresbericht des Deutschen Forstvereins 1931. Verlag der Deutsche Forstwirt, Berlin 1931, S. 109.
- ↑ Königlich Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Württemberg. 1901. Teil 1, W. Kohlhammer, Stuttgart 1901, S. 152.