Ernst Christoph Friederich von Düring
Ernst Christoph Friedrich von Düring (* 24. April 1738 in Oldendorf; † 20. Oktober 1809 in Kiel) war ein deutscher, ab 1776 dänischer Offizier, der in dänischen und russischen Diensten stand. Er beendete seine Karriere als General der dänischen Armee.
Herkunft
Düring entstammte dem alten bremisch-braunschweigischem Adelsgeschlecht von Düring. Angehörige der Familie standen in Diensten verschiedener europäischer Länder, darunter Schweden, Dänemark und Preußen.
Seine Eltern waren der Drost in Ahlden Christoph Otto von Düring (1691–1770, 1754 in zweiter Ehe mit Hedvig Sophia Friederike von Issendorf verheiratet; gestorben 1782) und Sophie Philippine Wolff von Gudenberg (1710–1752).
Leben
Düring erhielt seine erste militärische Ausbildung an der Kadettenakademie in Dresden und wurde als Offizier in die sächsische Armee aufgenommen, von wo er nach der Katastrophe von Pirna 1756 in die preußische Armee wechselte; er avancierte zum Hauptmann und wurde Adjutant des Herzogs Ferdinand von Braunschweig. Nach dem Frieden von Hubertusburg 1763 trat er in russische Dienste, nahm am ersten Feldzug gegen die Türken teil und wurde zum Major befördert.
1765 kam er mit einer russischen Gesandtschaft erstmals nach Dänemark, wo er sich durch sein gewinnendes Auftreten, seine kultivierten Manieren und die Empfehlungen Herzog Ferdinands an seine Schwester, Königin Juliane Marie, einen Namen machte. 1768 wurde er als Oberstleutnant der Kavallerie in die dänische Armee aufgenommen und zum Generaladjutanten ernannt. In dieser Funktion begleitete er – anscheinend durch Vermittlung und durch den Einfluss des russischen Gesandten Graf Caspar von Saldern, der die Verhandlungen mit Russland im Auge behalten sollte – Christian VII. auf seiner großen Auslandsreise 1768/69. Nach seiner Rückkehr durfte er erneut nach Russland ausreisen, wo er unter Feldmarschall Peter Romanzow am zweiten Türkenfeldzug teilnahm und mit dem Georgskreuz ausgezeichnet wurde.
1772 kehrte er nach Dänemark zurück, wo er noch im selben Jahr zum Kammerherrn ernannt wurde. Er stand in der Gunst des jungen Königs Christian VII. und stieg schnell in der Hierarchie auf. 1774 erhielt er die Beförderung zum Oberst und 1776 wurde er unter Anerkennung des Adelsstandes eingebürgert.
1784 wurde er Kommandeur des Holsteinischen Reiterregiments, 1787 Generalmajor, 1788 Kommandeur der Kavalleriebrigade im Norwegenfeldzug, 1792 zum Ritter des Dannebrogordens und 1799 zum Generalleutnant ernannt. 1801 wurde er Inspekteur der Kavallerie, in dieser Funktion trug er wesentlich dazu bei, die Kavallerie in den hervorragenden Zustand zu versetzen, der später die Bewunderung der Franzosen erregte. Darüber hinaus befehligte er 1801 ein Reservekorps in Holstein bzw. 1803 die Kavallerie während der dortigen Truppenkonzentration. 1805–06 war er Befehlshaber der 2. Division und 1807 der Reservearmee. 1808 erhielt er für seine Dienste ein persönliches Dankschreiben des Königs, wurde zum General und im Folgejahr zum Ritter des Elefanten-Ordens ernannt.
Düring starb 1809 in Kiel und wurde dort begraben.
Familie
Düring heiratete am 9. April 1776 Henriette Sophie von Reden (16. Juli 1756 in Hoya – 2. August 1819 in Franzburg), Tochter des braunschweigisch-lüneburgischen Generals Ernst Friedrich von Reden (1713–1761) und Juliane Sophie Anna von Hauß. Aus der Verbindung gingen hervor:
- Wilhelm Georg Friedrich Carl (* 14. Juli 1782; † 5. September 1860), Generalmajor ⚭ Martha Morthensen (* 5. Dezember 1778; † 18. Juli 1861)
- Carl Frederik Düring-Rosenkrantz (* 11. Dezember 1792; † 3. Januar 1876), Postmeister, Lehnsbaron und Offizier ⚭ Freiin Maria Elisabeth Dorothea von Rosenkrantz (* 13. Dezember 1798; † 9. Juli 1875), Besitzerin der Baronie Villestrup
- August Frederik von Düring, Offizier (Vermutlich)
Literatur
- S.A. Sørensen: Ernst Christoph Friederich von Düring. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 4: Clemens–Eynden. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1890, S. 380–381 (dänisch, runeberg.org).
- Johan Daniel Timotheus Manthey: Ridderes Levnetsløb 1809-17. S. 6.
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1901, Zweiter Jahrgang, S.266f