Energie Schwaben
| Energie Schwaben GmbH
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|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1952 |
| Sitz | Augsburg, Bayern |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | ca. 400 (2021)[1] |
| Umsatz | 477 Mio. Euro (2021)[1] |
| Branche | Energieversorger |
| Website | www.energie-schwaben.de |
Die Energie Schwaben GmbH (Eigenschreibweise energie schwaben gmbh) ist die Muttergesellschaft des gleichnamigen Konzerns mit Hauptsitz in Augsburg. Bei dem Konzern handelt es sich um ein Energieversorgungsunternehmen, das sich mittels verschiedener Beteiligungsgesellschaften auf die Erzeugung und den Verkauf von Energie sowie auf Bau, Betrieb sowie Instandhaltung von Netzanlagen auf dem Gebiet des Regierungsbezirks Schwaben und den angrenzenden Regionen Oberbayern und Baden-Württemberg konzentriert. Gesellschafter waren im Jahr 2020 die Thüga Aktiengesellschaft München und die Stadtwerke Augsburg Energie GmbH.[2] Neben dem Hauptsitz in Augsburg verfügt das Unternehmen über sechs weitere Betriebsstellen in der Region. Zum Ende des Jahres 2021 wurde ein Umsatz von 477 Mio. Euro erwirtschaftet und die Belegschaft umfasste rund 400 Beschäftigte.[1]
Das Unternehmen geht zurück auf die 1952 in Augsburg gegründete Ferngasversorgung Schwaben GmbH;[3] seit 2022 trägt der Konzern seinen heutigen Namen.
Geschichte
Anfänge in der Nachkriegszeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Bayerische Staatsregierung die Gasversorgung auf die effektivere Gruppengasversorgung um. In Schwaben waren die bestehenden Gaswerke in Göggingen, Schwabmünchen und Kaufbeuren veraltet. Außerdem benötigte die Schmuck- und Glasindustrie in Neugablonz dringend eine Energieversorgung, um den Heimatvertriebenen aus dem tschechischen Gablonz einen Neuanfang zu ermöglichen. Deshalb fiel die Entscheidung für den Bau einer Ferngasleitung von Göggingen über Schwabmünchen nach Kaufbeuren und Neugablonz. Zu diesem Zweck gründeten die Stadtwerke Augsburg sowie die Münchner Aktiengesellschaft für Licht- und Kraftversorgung (LUK) 1952 die Ferngasversorgung Schwaben GmbH (Anteil jeweils 50 %).[4][5] Das Augsburger Gaswerk in Oberhausen lieferte das Steinkohlengas.
1960er und 1970er Jahre
Mit bedeutenden Erdgasfunden bei Groningen in den Niederlanden und der Förderung von Öl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee begann in Deutschland Erdgas als Energieträger an Bedeutung zu gewinnen. Die Bayerische Ferngasgesellschaft mbH (Bayerngas) lieferte seit 1962 Erdgas über eine Fernleitung von München ins Augsburger Gaswerk Oberhausen. Die von der Ferngasversorgung Schwaben GmbH belieferten Gemeinden wurden ab 1963 auf Erdgas umgestellt.
Im Juli 1974 erfolgte die Gründung der Erdgas Schwaben GmbH.[5] Während die Ferngasversorgung Schwaben GmbH weiterhin die Ferngasleitung nach Kaufbeuren unterhielt, sollte die Erdgas Schwaben GmbH in Bayerisch-Schwaben ein Versorgungsnetz für Erdgas aufbauen.
Ab 1980er Jahre
1981 erfolgte der Zusammenschluss der Ferngasversorgung Schwaben GmbH, der Erdgas Schwaben GmbH und der Inselversorgungen der Thüga (die 1979 durch Fusion die Münchener Aktiengesellschaft für Licht- und Kraftversorgung übernommen hatte).[5] Die Gesellschafter der neuen Erdgas Schwaben GmbH (Eigenschreibweise erdgas schwaben gmbh) waren: Thüga 48 %, Stadtwerke Augsburg 26 %, Lechwerke Augsburg (LEW) 23 %, Allgäuer Überlandwerk (AÜW) 3 %. LEW und AÜW übertragen ihre Anteile an die Schwäbische Erdgas-Beteiligungsgesellschaft mbH Augsburg.[4]
Aus der Änderung am Energiewirtschaftsgesetz 2005 resultierte schließlich die Ausgründung der Schwaben Netz GmbH (Eigenschreibweise schwaben netz gmbh) zum 1. Januar 2007.
Umbenennung in Energie Schwaben 2022
Im September 2022 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in Energie Schwaben, um dem breiteren Angebot Rechnung zu tragen.[6] Beispiele dafür sind die Stromgewinnung aus Wasserkraft und der Ausbau erneuerbarer Energien wie Photovoltaik, Biogas, Geothermie und Windkraft.[7]
Versorgungsgebiet und Energieerzeugung
Das Versorgungsgebiet deckt sich im Wesentlichen mit dem Regierungsbezirk Bayerisch-Schwaben, greift im Osten aber auch nach Oberbayern aus. Zum 1. Januar 2007 wurden ca. 85 % des Versorgungsnetzes an die Schwaben Netz GmbH verpachtet sowie 15 % an die Erdgas Kempten-Oberallgäu Netz GmbH (EKO Netz). Nachgelagerte Netzbetreiber sind die Gemeinden Oettingen, Neuburg a.d. Donau, Gundelfingen a.d. Donau, Memmingen und Bad Wörishofen.
Bio-Energie liefern Biogasanlagen in Altenstadt, Arnschwang, Graben und Maihingen sowie Biomasse-Heizkraftwerke in Dillingen, Kaufbeuren und Mindelheim.
2017 kaufte Erdgas Schwaben die Wasserkraftwerke in Schongau und Ettringen vom Biofore-Unternehmen UPM. Beide Laufwasserkraftwerke an Lech bzw. Wertach erzeugen im Jahr 65.000 MWh Strom.
Elektromobilität
Als Gesellschafter der smartlab Innovationsgesellschaft mbH begann Erdgas Schwaben 2017 mit dem Einstieg in das Geschäftsfeld Elektromobilität und ist Teil des Stadtwerke-Verbunds „ladenetz.de“ und der Roaming-Plattform „e-clearing.net“.
Betriebsstellen
Im Versorgungsgebiet gibt es neben dem Sitz der Hauptverwaltung sechs Betriebsstellen. Seit August 2016 können in allen Betriebsstellen auch Elektroautos an Ladesäulen aufgeladen werden.
- Augsburg-Göggingen, Sitz der Hauptverwaltung
- Nördlingen (ehemals Gaswerk Nördlingen)
- Donauwörth (ehemals Gaswerk Donauwörth)
- Kaufbeuren (ehemals Gaswerk Kaufbeuren)
- Kempten
- Günzburg
- Schwabmünchen
Beteiligungsgesellschaften
Zur Muttergesellschaft gehören eine Vielzahl von Beteiligungsgesellschaften. Die nachfolgende Aufzählung beinhaltet alle Beteiligungsgesellschaften mit Stand Ende 2021.[1]
- schwaben netz gmbh, Augsburg (ausgegründet zum 1. Januar 2007, 100 %)
- erdgas schwaben Beteiligungsgesellschaft mbH, Augsburg (100 %)
- schwaben regenerativ gmbh, Augsburg (ausgegründet zum 1. Januar 2014, 100 %)
- schwaben netz regional gmbh, Augsburg (100 %)
- EVB Energieversorgung Bobingen GmbH & Co KG, Bobingen (100 %)
- EVB Energieversorgung Bobingen Verwaltung GmbH, Bobingen (100 %)
- MAXENERGY GmbH, Augsburg (100 %)
- MAXENERGY Austria Handels GmbH, Wien (100 %)
- Erdgas Kempten-Oberallgäu Netz GmbH, Kempten (100 %)
- Markstahler Rohrleitungsbau GmbH, Kraftisried (75 %)
- DonauEnergie GmbH, Donauwörth (51 %)
- Erdgas Kempten-Oberallgäu GmbH, Kempten (EKO, 50 %)
- Erdgas Allgäu Ost Verwaltungs-GmbH, Füssen (50 %)
- Erdgas Allgäu Ost GmbH & Co. KG., Füssen (50 %)
- Gasnetze Kempten Sonthofen GmbH, Sonthofen (50 %)
- EVB Netze GmbH & Co. KG, Bobingen (49 %)
- EVB Netze Verwaltung GmbH, Bobingen (49 %)
- Gasnetz Günzburg Verwaltungs GmbH, Günzburg (49 %)
- Gasnetz Günzburg GmbH & Co. KG, Günzburg (49 %)
- Gasnetz Dillingen-Lauingen Verwaltungsgesellschaft mbH, Dillingen a. d. Donau (49 %)
- Gasnetz Dillingen Lauingen GmbH & Co. KG, Dillingen a. d. Donau (49 %)
- Gasnetz Gersthofen Verwaltung GmbH, Gersthofen (49 %)
- Gasnetz Gersthofen GmbH & Co. KG, Gersthofen (49 %)
- Gasnetz Donauwörth GmbH, Donauwörth (49 %)
- Erdgas Hindelang GmbH, Bad Hindelang (40 %)
- RIWA GmbH Kempten (20 %)
- Smartlab Innovationsgesellschaft mbH (10 %)
Weblinks
- Website von Energie Schwaben
- schwaben netz gmbh
- Erdgas Kempten-Oberallgäu GmbH (EKO)
- Erdgas Allgäu Ost GmbH & Co.KG
- Gaswerksfreunde Augsburg e.V.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 im Bundesanzeiger
- ↑ Stadt Augsburg – Beteiligungsbericht 2020–2021, abgerufen am 17. Februar 2023.
- ↑ HRB 6195 vom 13. Mai 1952
- ↑ a b Thüga Chronologie, abgerufen am 17. Februar 2023.
- ↑ a b c Ferngasversorgung Schwaben GmbH auf der Website der Gaswerksfreunde Augsburg
- ↑ Erdgas Schwaben wird zu Energie Schwaben: "Niemand muss im Winter frieren" In. Augsburger Allgemeine, erschienen am 1. Juni 2022, abgerufen am 17. Februar 2023.
- ↑ Energieversorger heißt jetzt „energie schwaben“, abgerufen am 17. Februar 2023.
Koordinaten: 48° 20′ 36,9″ N, 10° 53′ 1″ O