Emperor of the Fading Suns

Emperor of the Fading Suns
Entwickler Holistic Design Inc.
Publisher SegaSoft, Holistic Design Inc., V Publishing
Leitende Entwickler Bill Bridges, Andrew Greenberg, Garner Halloran, Ken Lightner, Ed Pike
Komponist Tim Carroll, Ernie Ernest, Scott Moskos
Veröffentlichung 23. Januar 1997
Plattform Microsoft Windows, Linux (Ubuntu 22.04)
Genre Rundenbasiertes Strategiespiel, 4X-Strategie
Thematik Military-Science-Fiction, Fading Suns
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler (Hot Seat, Play-by-E-Mail)
Steuerung Maus, Tastatur
Medium 1 CD-ROM, Download
Sprache Englisch
Altersfreigabe
USK

Emperor of the Fading Suns ist ein rundenbasiertes 4X-PC-Strategiespiel von Holistic Design Inc. aus dem Jahr 1997.

Hintergrund

Es basiert auf dem Science-Fiction-Pen-&-Paper-Rollenspiel Fading Suns von Holistic Design. Fading Suns spielt in einem futuristischen Sternenreich mit mittelalterlichen Elementen, das auf den Überresten einer fortschrittlicheren Republik erbaut wurde. Diese alte Zivilisation umfasste die ganze Galaxis und wurde durch rätselhafte Sprungtore verbunden, die selbst die Relikte einer noch älteren, nicht unbedingt menschlichen Zivilisation sind. Die Hintergrundgeschichte erinnert stark an Frank Herberts Dune – Der Wüstenplanet, BattleTech, Warhammer 40,000 und Dan SimmonsHyperion- / Endymion-Zyklus. Die Macht liegt in den Händen von Adelshäusern, Gilden und der Heiligen Kirche. Nach dem Fall der alten Ordnung und den folgenden dunklen Jahrhunderten, sind viele Welten wieder in einen primitiven Zustand zurückgefallen und im Dunkel des Alls lauern außerirdische Gefahren in Form von monströsen Symbionten und den mächtigen Vau. Zu all diesen Krisen kommt eine geheimnisvolle allmähliche Verdunklung der Sterne im bekannten Universum, für die sich keine Erklärung findet.

Handlung

Der charismatische und listige Adlige Wladimir soll im Jahr 4550 n. Chr. nach einem Volksbeschluss Imperator werden und das zerstrittene Sternenreich der Menschheit einen. Während seiner Krönungszeremonie wird er jedoch bei einem Attentat von Unbekannten auf der Thronwelt Byzantium II getötet. Wladimir schuf die „Große Charta“, in der er die Aufteilung der Machtbefugnisse und die Wahl seiner Nachfolger festlegte. So verteilte er jeweils fünf Zepter an die fünf Adelshäuser, die Kirche und die Handelsliga. Diese Zepter berechtigen jeweils dessen Inhaber für eine Stimme für die Wahl zum neuen Imperator. Dementsprechend sind sie begehrt und teils umkämpft. Direkt nach Wladimirs Tod kämpfen seitdem die feudalen Adelshäuser gegeneinander um die Vorherrschaft.

Spielprinzip

Der Spieler übernimmt eines der fünf Adelshäuser; Hawkwood, Decados, al-Malik, Li Halan oder die Hazat. Die Spielmechanik orientiert sich stark an Civilization. Spielziel ist es Imperator zu werden. Die Adelshäuser müssen zu Spielbeginn Rebellenaufstände auf ihrer jeweiligen Heimatwelt niederschlagen, Städte von ihnen zurückerobern, Städte gründen, Militär aufbauen, eine starke Wirtschaft für die Produktion aufbauen und Rohstoffe erschließen oder erhandeln. Danach gilt es andere Planeten zu erobern und seine Macht auszubauen. Mittels Diplomatie kann man unter anderem Technologien mit anderen Adelshäusern und Außerirdischen tauschen oder sie zu seinen Gunsten nutzen, indem man deren Zepter-Stimmen für die Imperator-Wahl gegen imperiale Ämtervergabe und Geld kauft. Die Zepter lassen sich auch erobern, um den Anspruch auf den Thron zu vergrößern.

Die Handelsliga ist ein Überbleibsel aus der Zweiten Republik. Sie hat eine Monopolstellung auf den interstellaren Handel. Die Liga verfügt über große Handelsflotten und Handelsposten auf Planeten. Die Handelsliga hat eine Kriegskasse, die sich mit den stetigen Gewinnen des Handels füllt. Erreicht sie zwischen 300.000 bis 500.000 Firebirds (die Währung), ruft sie sich als Dritte Republik aus. Schafft es der Spieler erst nach dem Ausrufen der Dritten Republik Imperator zu werden, gibt es am Ende Punktabzüge.

Die Kirche wird von technophoben Fanatikern geleitet, die Hochtechnologie verteufelt und verbieten kann. Widersetzt sich ein Adelshaus dessen Verbot diese zu erforschen beziehungsweise zu nutzen, ruft die Kirche einen Kreuzzug aus und stürmt dessen Labore mit Eliteeinheiten, wenn sie davon erfährt.

Pressespiegel

Bewertungen in Computerspielezeitschriften:

„Ein hochtechnisiertes Feudalsystem-Szenario, ein unfangreiches Universum, gelegentliche Zufallsereignisse (wie Alienartefakte, die ihr findet), eine anspruchsvolle Aufgabe und eine komplexe Bedienung: Eigentlich müßte mir „Emperor of the Fading Suns“ die Nachtruhe rauben. Komischerweise läßt mich aber das strategische Schwergewicht einigermaßen kalt. Mit mittelmäßigen Enthusiasmus vertreibe ich Rebellen vom eigenen Planeten, erobere neue Welten, schlage Weltraumschlachten und wage mich auf diplomatisches Parkett. Kurzum: „Emperor of the Fading Suns“ ist solide, aber der Adrenalinspiegel eines „Master of Orion“, „Stars!“ oder „Spaceward Ho!“ wird keinesfalls erreicht. Zu umständlich ist streckenweise die Bedienung, zu zäh das Forschen nach neuen Technologien, zu verzwickt der Wirtschaftsmodus. Daß der Mehrspielermodus (für bis zu fünf Kontrahenten) zudem nur über E-Mail-Spielstände funktioniert, ist im Zeitalter von Internet, Netzwerken und Modems unverzeihlich bis peinlich.“

Michael Hengst: Testbericht Power Play 6/97[5]

„Bei Emperor of the Fading Suns habe ich endlich mal wieder das Gefühl, in einer „echten“ Welt zu spielen. Die Kirche verbietet eine Technologie — schnell schicke ich ihr eine Landkarte vom Nachbarn, auf der dessen Laboratorien zu sehen sind. Feindschaften fallen nicht vom Himmel, wohl aber die Assault Landers eines enttäuschten Verbündeten. Bis hin zu den Vorräten und Wahlstimmen wird fast alles als bewegbares Spielobjekt anstelle schnöder Zahlen dargestellt. Die Details sind immens — wo sonst kann ich bestimmen, welche von fünf Sekten auf einem Planeten vorherrschen soll? Allerdings artet eine Partie bald in harte Arbeit aus. Selbst wer mit „Universal Warehouse“ spielt, kommt um umfangreiches Truppen- und Vorräteverschieben nicht herum. Die Computergegner sind nicht die allerschlauesten. Meist dauert es geraume Zeit, bis sich ein Krieg gegen andere Häuser entwickelt, und dann ist man meistens selbst der Angreifer. Der Endkampf auf Byzantium 2 entschädigt für alle Mühen — Ungeduldige werden aber gar nicht erst soweit kommen.“

Jörg Langer: Testbericht GameStar 10/97[6]

„Mein Eindruck vom Spiel hat sich während der Testphase stark gewandelt, denn zunächst ließ ich mich von der Iconwut des umständlichen Handlings doch ziemlich beeindrucken. Je mehr ich mich aber an die Handhabung gewöhnte, desto mehr hat mich das Gameplay gefesselt. Das ging so weit, bis ich nachts im Bett über neue Taktiken nachgrübelte und sogar das erste warme Wochenende in den Fading Empires statt im Biergarten verbrachte!“

Joachim Nettelbeck: Testbericht PC Joker 5/97[7]

Emperor of the Fading Suns Enhanced

2024 erschien Emperor of the Fading Suns Enhanced auf der Computerspiel-Plattform GOG.com. Am 4. April 2025 erschien es auf Steam. Die Enhanced-Version beinhaltet Verbesserungen an den Modding-Funktionen, am Karteneditor, Spielerinformationen auf Einheiten- und Stadtbildschirmen und einigen Interface-Elementen. Zudem wurde eine Vielzahl an Bugs behoben. Auch wurde die militärische Stärke der Häuser nun als Faktor für die Diplomatie hinzugefügt und die Rolle religiöser Sekten wurde erweitert, was sich auf die Fähigkeiten der Einheiten und die Loyalität der Bevölkerungen auswirkt. Die dafür erforderlichen Betriebssysteme sind Windows (10, 11) und Linux (Mindestanforderung: Ubuntu 22.04). Auf GOG.com und Steam ist lediglich die englische Sprachausgabe verfügbar.

Einzelnachweise

  1. Testbericht GameStar 10/97
  2. kultboy.com - PC Joker 5/97 Testbericht
  3. kultboy.com - Power Play 6/97 Testbericht
  4. PC Gamer (USA) Testbericht (englisch, Mai 1997)
  5. Testbericht Power Play 6/97
  6. Testbericht GameStar 10/97
  7. Testbericht PC Joker 5/97