Elmar von Eschwege (Politiker)

Elmar Ferdinand Gottfried Werner Hertingk von Eschwege (* 7. Mai 1896 in Soldau in Ostpreußen; † 19. November 1963 in Göttingen) war ein deutscher Landwirt und nationalsozialistischer Politiker.

Leben

Elmar von Eschwege entstammte dem Haus Reichensachsen, der ersten Linie des hessischen Uradelsgeschlechts Eschwege, aus dem zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorgegangen sind. Er war der Sohn des Hauptmanns Werner Ludwig Ottokar Rudolf von Eschwege (1865–1911) und dessen Ehefrau Margarethe Kammerich (1873–1919), die aus Berlin stammte. Der Kammerherr Carl von Eschwege (1789–1857) war sein Urgroßvater.[1] Sein Onkel Erich von Eschwege war vor 1927 mit Familie in die USA ausgewandert.

Nach dem Besuch des Grimmelshausen-Gymnasium Offenburg entschied sich Elmar für eine militärische Laufbahn und kam in das Kadettenkorps in Karlsruhe, musste dort jedoch krankheitsbedingt ausscheiden. Nach dem Besuch des Lyzeums in Straßburg sowie der Oberrealschule Baden-Baden machte er 1914 das Notabitur und kam Anfang 1915 in das oberelsässische Feldartillerie Regiment Nr. 51, wo er bis zum Kriegsende an der Westfront eingesetzt war. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet.

Nach dem Krieg wurde er landwirtschaftlicher Arbeiter auf dem Gut Treschklingen, kam als stellvertretender Leiter auf den Gutshof Möncheberg bei Eschwege und später auf die Domänen in Niederhone und in Jestädt. Das Fürstentum Braunschweig belehnte 1794 die Herren von Eschwege mit diesem Dorf. Mitte Januar 1922 übernahm er das Familiengut Aue als Pächter und wurde alleiniger Geschäftsführer der Gutsbetriebe Aue und Jestädt. Darüber hinaus fungierte er als geschäftsführender Vorstand der Familienstiftung Eschwege.

Er betätigte sich politisch und trat am 16. März 1920 dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund (Mitglieds-Nr. 52.944) und zum 1. Dezember 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 814.703).[2] Als Kreiswirtschaftsberater gehörte er zum Kreisstab der NSDAP. 1933 erhielt er ein Mandat für den Kurhessischen Kommunallandtag des preußischen Regierungsbezirks Kassel bzw. des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau, wo er stellvertretendes Mitglied des Landesausschusses war. Zur Wahl des Deutschen Reichstages am 10. April 1938 stand er auf der Liste (Nr. 939) der passiv Wahlberechtigten.[3]

Wie sein Verwandter Rudolf von Eschwege, Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, widmete er sich der Fliegerei und besaß bis 1937 ein eigenes Flugzeug. Vom 1. Juli 1937 an war er Gruppenführer (General) im Nationalsozialistischen Fliegerkorps und gehörte zum fliegenden Personal der Fliegergruppe 124 Kassel. Im NSFK war Eschwege neben Ewald Oppermann, Otto von Molitor, Carl-August von Gablentz und Carl Croneiß einer der bekanntesten Offiziere.

Familie

Elmar von Eschwege heiratete 1921 auf dem heimatlichen Gut die 1896 in Dresden geborene Huberta von Hopffgarten. Das Ehepaar hatte vier Kinder, Wolf-Dietrich, Sitta, Hubertus und Friedrich-Christian, die ersten wurden in Kassel geboren, der letzte Sohn in Leipzig. Elmar und Huberta von Eschwege waren Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.).

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 41, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 167 f.
  • Erick Stockhorst: Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. Nachdruck d. Ausgabe 1967, Verlag Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1, S. 125.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index. In: Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Band 14; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Band 48, 7; Verlag Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 123.
  • Dieter Pelda: Die Abgeordneten des Preußischen Kommunallandtags in Kassel 1867–1933. In: Historische Kommission für Hessen (Hrsg.): Veröffentlichungen. 48,8; Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. 22; Verlag Elwert, Marburg 1999, ISBN 3-7708-1129-1, S. 49.

Einzelnachweise

  1. Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (D.A.G.), Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 602.
  2. Bundesarchiv (BArch) R 9361-IX KARTEI/8100521.
  3. Büro Deutscher Reichstag-Ernst Kienast (Hrsg.): Der Großdeutsche Reichstag. IV. Wahlperiode. Beginn am 10. April 1938. Verlängert bis zum 30. Januar 1947.. R. (L.) v. Decker`s Verlag G. Schenck, Berlin November 1943, S. 65. Nr. 939.