Elisabeth Lauginger

Elisabeth Lauginger (geboren um 1440 in Augsburg; gestorben 1509 ebenda) war eine deutsche Kaufmannswitwe und Stifterin.

Leben

Elisabeth Lauginger wurde um 1440 in Augsburg geboren. Sie heiratete 1462 den aus einer Memminger Patrizierfamile stammenden Kaufmann Erhart Vöhlin und als dieser 1484 starb, war sie eine wohlhabende Persönlichkeit, die in Memmingen hoch angesehen war. Als Kaiser Friedrich III. 1485 nach Memmingen kam, durfte die Witwe Elisabeth Lauginger ihn beherbergen.[1] Dafür wurde in ihrem Haus durch die Stadt Memmingen eine Wohnung hergerichtet und mit feinen Tapeten und Teppichen ausgestattet. Großes Aufsehen erregte die speziell angefertigte weiße Bettwäsche für den Kaiser, einen Luxus, den selbst sehr reiche Menschen in Memmingen nicht kannten.[2]

Sie selbst strebte nie nach einem Leben in einem Kloster, was zu ihrer Zeit neben der Ehe die einzige andere Möglichkeit für Frauen war, ein halbwegs selbstbestimmtes Leben zu führen und auch einen Zugang zu Bildung zu haben, doch es war ihr ein Anliegen, dies anderen Frauen zu ermöglichen und so stiftete sie 1490 einen Teil ihres Erbes zugunsten der Gründung des Vöhlinschen Klösterles. Es war ausgerichtet auf fünf bis sieben Betschwestern, die keine Gelübde ablegen mussten und auch kein Vermögen mitbringen mussten, sondern die es sich zur Aufgabe machen mussten, sterbenden armen Mitmenschen beizustehen, Kranke zu pflegen und für die Stifterin, ihre Angehörigen und für Verstorbene zu beten. Ausdrücklich war in den Statuten auch festgelegt worden, dass vor allem Frauen berücksichtigt werden sollten, die sich ansonsten nur durch „Dienen“ ernähren konnten.[1]

Elisabeth Lauginger heiratete 1490 ein zweites Mal, den Augsburger Kaufmann Peter Haintzel und zog mit ihm zurück nach Augsburg. In Augsburg starb Elisabeth Lauginger 1509.[1]

Das Vöhlinsche Klösterle blieb in Memmingen bestehen, die Statuten wurden im Laufe der Jahre mehrfach verändert, was möglich war, da Elisabeth Lauginger dies in ihrer Stifungsurkunde ermöglicht hatte. Die „Vöhlinschen Schwestern“ waren bis 1924 als Sterbebegleiterinnen und Leichenfrauen aktiv. Im Zuge der Reformation wurde jedoch 1602 der eigentliche Zweck der Stiftung, die Gebete für das Seelenheil der Stifterin und ihrer Familie verworfen. Die Stiftung existiert bis heute und unterstützt die ambulante Krankenpflege.[1][2]

Elisabeth Lauginger wurde in Memmingen mit einem FrauenOrt geehrt.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Starke Frauen Bayern: Elisabeth Lauginger. In: bayerns-frauen.de. Starke Frauen Bayern, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  2. a b Stadtarchiv Memmingen (PDF), S. 73ff, abgerufen am 14. Dezember 2025