Eine fast perfekte Bescherung

Film
Titel Eine fast perfekte Bescherung
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Ulli Baumann
Drehbuch Regine Bielefeldt
Produktion Jana Kaun
Christiane Ruff
Musik Natalie Hausmann
Kamera Julia Schlingmann
Schnitt Carolin Heinz
Besetzung

Eine fast perfekte Bescherung ist ein deutscher Fernsehfilm des Regisseurs Ulli Baumann aus dem Jahr 2025. Der tragikomische Weihnachtsfilm basiert auf einem Drehbuch von Autorin Regine Bielefeldt und erzählt von einer Gruppe Personen, die aufgrund einer Bombenentschärfung gezwungen sind, den Heiligen Abend in einer Turnhalle zu verbringen.

Handlung

Am Heiligen Abend kollidiert ein Ausflugsschiff auf dem Berliner Landwehrkanal mit einem unter Wasser liegenden Blindgänger. Während Rettungskräfte Vorbereitungen für die Bergung und kontrollierte Entschärfung der Weltkriegsbombe treffen, leiten Polizei und Technisches Hilfswerk die kurzfristige Evakuierung der Wohnhäuser im umliegenden Sperrbezirk an. Als provisorische Unterkunft dient den Anwohnern eine Turnhalle in der nahe gelegenen Indira-Gandhi-Schule.

Unter den Evakuierten befindet sich die Radiomoderatorin Liz Schott, die den Abend ursprünglich allein verbringen wollte und dort auf den einsamen Architekten Bodo Hartmann trifft. Die beiden fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch als Bodo Liz’ Schwangerschaft auffällt, reagiert er zunächst so perplex, dass sie mit seiner Ablehnung rechnet und ihn auf Distanz hält. Erst als ihre Nachbarn Linh-Ha und Stefan zwischen beiden vermitteln, finden die beiden schließlich zueinander.

Linh-Ha und Stefan, die inmitten der Weihnachtsvorbereitungen mit ihren beiden Kindern Mimi und Tammy aus dem Haus getrieben wurden, sind sich über die neuen Umstände zunächst uneins. Als Stefan sie damit konfrontiert, zu wissen, dass Mimi und Tammy nicht seine leiblichen Kinder sind, gesteht Linh-Ha ein, von seiner Unfruchtbarkeit gewusst und ihre Schwangerschaften über anonyme Samenspenden eingeleitet zu haben. Nach einer Aussprache versöhnen auch sie sich.

Später am Abend setzen bei Liz die Wehen ein. Da freilaufende Schafe auf der Stadtautobahn ein Durchdringen der angeforderten Rettungswägen verhindern, unterstützt kurzerhand die verwitwete Hebamme Brigitte Liz vor Ort bei der Geburt von Tochter Jessa. Als um Mitternacht unerwartet Liz’ Eltern sowie ihre Schwester Silja samt Kindern in Berlin eintreffen, freut sich die Familie entgegen Liz’ Verdacht über den bislang bewusst von ihr verheimlichten Zuwachs.

Kurze Zeit später erhält THW-Mitarbeiterin Martha Wunsch Meldung, dass die Bombe erfolgreich entschärft werden konnte und kann die Anwohner daraufhin zurück nach Hause schicken.

Hintergrund

Eine fast perfekte Bescherung wurde von den ITV Studios Germany im Auftrag des ZDF hergestellt.[2] Als Produzentinnen agierten Jana Kaun und Christiane Ruff.[3] Die Redaktion im ZDF oblag Verena von Heereman.[2] Für die Regie konnte Ulli Baumann verpflichtet werden, der die Grundidee des Films als eine Art „Mix eines ganzen Berliner Stadtviertels“ beschrieb und Regine Bielefeldts „warmherziges, aber auch pointiertes“ Drehbuch „eine wundervolle Vorlage“ nannte.[4]

Die Dreharbeiten fanden vom 11. November bis 10. Dezember 2024 am Hauptspielort Berlin statt.[5] Für die musikalische Untermalung des Films zeigte sich Komponistin Natalie Hausmann verantwortlich, die ihrem Score „Piano-Jazz als Grundfarbe“ beimischte.[4] Zu den Weihnachtsliedern, die neben ihrer Filmmusik im Laufe des Films zu hören sind, gehören unter anderem Paul McCartney Wonderful Christmas Time, Brenda Lee Rockin’ Around the Christmas Tree sowie Joss Stones Interpretation von What Christmas Means to Me.[3]

Rezeption

Kritik

Tilmann P. Gangloff resümierte in seiner Rezension auf Tittelbach.tv, dass der Film aufgrund der vielen Schicksale seiner Charaktere „etwas episodisch“ wirke, es jedoch der Erfahrung von Regisseur Ulli Baumann zu verdanken sei, dass er dennoch „wie aus einem Guss“ erscheine. Lob fand Gangloff darüber hinaus für das „gut zusammengestellte Ensemble“. Von anderen Produktionen seiner Art hebe sich Eine fast perfekte Bescherung zudem nicht zuletzt auch „durch einen weitgehenden Verzicht auf das obligate „Best of Christmas-Pop“ ab; stattdessen erklingt ein sympathischer Piano-Jazz“.[3]

Christian Lukas von Quotenmeter.de befand, dass Eine fast perfekte Bescherung „eine kleine Geschichte“ sei, die „kein großes Kino“ auffahre, sondern eher als „stille Erzählung“ daherkomme, die ihre Wirkung wiederum „nicht aus spektakulären Wendungen, sondern aus warmen Momenten bezieht“. Dem Film gelinge es zwar nicht ganz, seine „Episodenhaftigkeit zu überwinden“ und der Fokus liege zu oft auf bestimmten Charakteren, er wisse aber „genau, was er sein möchte: ein wohliger Abend zum Durchatmen. Happy Endings garantiert“.[6]

Oliver Armknecht von Film-rezensionen.de urteilte, dass Eine fast perfekte Bescherung zwar „gute Themen“ anspreche, die Hauptfiguren jedoch so anstrengend und die Konflikte derart erzwungen seien, dass man nie genau wisse, „warum man sich für diese Leute interessieren sollte“. Überzeugender seien laut Armknecht die Nebenthemen, die in der Summe jedoch „zu wenig“ vorkämen. So sei Eine fast perfekte Bescherung zwar ein „überwiegend angenehm ruhig gehaltenes Drama, welches durchaus relevante Punkte anspricht, in der konkreten Ausführung aber wenig“ überzeuge.[7]

Prisma-Rezensentin Martina Maier nannte die Produktion eine „kipferlsüße, teils dick aufgetragene, aber zumindest kurz auch besinnliche Komödie“. Wer „Fan von Weihnachtskomödien mit Grenzerfahrungen à la Kevin und kuschelweicher Wohlfühlmomente“ sei, könne „getrost einschalten“.[8] Filmdienst bezeichnete Eine fast perfekte Bescherung als „Weihnachtskomödie mit einer vergleichsweise unkonventionellen Ausgangslage, aus der sich aber erwartbar stereotype Konflikte ergeben, die nicht wirklich dramatisch erscheinen. Aus diesen Vorgaben holt die solide aufspielende Besetzung noch das Beste heraus“.[9] Die Redaktion von TV Spielfilm schrieb: „Ein guter Gag, drumrum eine belanglose Story“.[10]

Einschaltquoten

Eine fast perfekte Bescherung wurde am 15. November 2025 in der ZDFmediathek zum Streaming veröffentlicht.[2] Die Free-TV-Premiere war am 14. Dezember 2025 im Rahmen der ZDF-Herzkino-Reihe.[2] Mit 3,53 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 13,4 Prozent avancierte der Weihnachtsfilm hinter Tatort: Der Elektriker (2025) zur meistgesehenen Sendung in der Hauptsendezeit.[11] In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte ein Marktanteil von 5,9 Prozent erzielt werden.[12]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Eine fast perfekte Bescherung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 273872/V).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b c d Pressemappe: Weihnachts-Feeling im ZDF. In: zdf.de. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  3. a b c Tilmann P. Gangloff: Fernsehfilm „Eine fast perfekte Bescherung“. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  4. a b Fabian Riedner: Interview: Weihnachten in der Turnhalle: Ulli Baumann über «Eine fast perfekte Bescherung». In: Quotenmeter.de. 13. Dezember 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  5. Eine fast perfekte Bescherung bei crew united, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  6. a b Christian Lukas: «Eine fast perfekte Bescherung»: Evakuiert, gestrandet, verbunden: Ein leiser Weihnachtsfilm ohne großes Besteck. In: Quotenmeter.de. 11. Dezember 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  7. Oliver Armknecht: Eine fast perfekte Bescherung. In: film-rezensionen.de. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  8. Martina Maier: Kommet zuhauf, die Halle macht auf! In: TV Spielfilm. 14. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  9. Eine fast perfekte Bescherung. In: Filmdienst. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  10. Eine fast perfekte Bescherung. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  11. Alexander Krei: ARD dominiert mit Handball-WM, "Tagesschau" und "Tatort". In: dwdl.de. 15. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  12. Zahlenzentrale: Die Quoten-Charts von Sonntag, dem 14.12.2025. In: dwdl.de. 15. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.