Eberhard von Garnier

Eberhard Carl Conrad Erdmann Hermann von Garnier (* 3. April 1881 in Turawa; † 31. Dezember 1939 in Berlin-Charlottenburg) war ein deutscher Vermögensverwalter, Bankmanager und Verbandsfunktionär.

Leben

Die Vorfahren stammten ursprünglich aus Frankreich, aus Mt. Saxonet bei Cluses, und waren 1650 ersterwähnt. Den böhmischen Ritterstand erhielten sie zu Wien 1729. Somit gehört das Adelsgeschlecht von Garnier zum jüngeren Briefadel.[1] Zuerst waren viele Familienglieder katholisch, später wechselte dies. In Preußen erfolgte 1841 für einen Teil[2] der Familie der Grafenstand primog, also nach dem Recht der Erstgeburt, hier verbunden durch den Besitz mit der Namensführung als von Garnier-Turawa. Aus jener Familienlinie stammt Eberhard von Garnier.

Eberhard von Garnier wuchs in Turawa auf, dem Gut seiner Vorfahren. Seine Eltern waren der Großgrundbesitzer und kgl. preuß. Rittmeister Graf Karl von Garnier-Turawa (1847–1898) und dessen Ehefrau Hedwig von Blumenthal-Varzin (1873–1922), Tochter der Mathilde von Blecken gen. Schmeling und des Adalbert von Blumenthal, vormals auf Varzin. Eberhard hatte mehrere Geschwister, seine Schwester Freda heiratete den Grafen Konstantin Clairon d`Haussonville. Früher Erbe der väterlichen Güter wurde der älteste Bruder Hubertus Graf von Garnier-Turawa, der somit den Grafentitel übernahm.[3] Eberhard war als nachgeborener Sohn davon ausgenommen.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Oppeln und Kreuzburg studierte Eberhard von Garnier an den Universitäten Lausanne, Bonn und Breslau[4] Rechtswissenschaften. 1900 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.[5] Nach dem Referendarexamen 1902 war er als Gerichtsreferendar in Karlsruhe in Oberschlesien, Breslau und Oppeln tätig. Von 1904 bis 1905 besuchte er die Handelshochschule in Köln. 1905 war er Volontär bei der Kommerz- und Discontobank Hamburg.

1906 trat von Garnier in die Graf von Tiele-Winckler'schen Hauptverwaltung in Kattowitz ein, wurde dann 1907 Regierungsreferendar in Oppeln und 1910 Regierungsassessor. Von 1910 bis 1920 war er Generaldirektor der Graf von Tiele-Winckler'schen Hauptverwaltung in Zellin. Von 1920 bis 1921 fungierte er als Hauptgeschäftsführer des Reichsverbandes Deutscher Waldbesitzerverbände. Nachdem er von 1921 bis 1927 auf seinem kleinen Gut Horn in Oberbayern gelebt hatte, war er von 1927 bis 1928 als Mitleiter des Bankhauses von Wallenberg, Pachaly & Co. in Breslau, u. a. in Mitinhaberschaft des Fritz von Wallenberg-Pachaly, sowie als Präsident des Deutschen Wirtschaftsbundes für Polen tätig. Mitte 1928 wurde er zum Präsidenten der Hofkammer der Familiengüter des vormals regierenden Preußischen Königshauses ernannt.

Er war Vorsitzender des Verwaltungsrats des Schülerheimes Neubeuren am Inn und Mitglied des Deutschen Herrenklubs.

Eberhard von Garnier blieb unvermählt, sein Gut Horn bei Waging am See war ein Erbhof, mit 50 ha Land.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Pierre-Barthélemy Gheusi (Norbert Lorédan): Le Blason Héraldique. Manuel Nouveau de l'Art Héraldique de la Scierce du Blason de la Polychromie Féodale. Librairie de Firmin-Didot ET C, Paris 1892, S. 379 f.
  2. Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil B (Briefadel). 1940. Zweiunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1939.
  3. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1953. Band I, Band 6 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 117 f.
  4. Personal-Verzeichnis der Königlichen Universität zu Breslau. Sommer-Semester 1900. Königl. Universitäts- und Stadt-Buchdruckerei Graß, Barth & Comp. (W. Friedrich), Breslau 1900, S. 37.
  5. Otto Gerlach (Jurist) (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1930. Im Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt am Main 1930, 11 (Corps), 821 (Lfd. Nr. dort).