Dieter Bongert
Dieter Wilhelm Otto Bongert (* 17. März 1939 in Bochum)[1] ist ein deutscher Verwaltungsbeamter. Er war von 1990 bis 1993 Oberstadtdirektor von Bochum.
Leben
Dieter Wilhelm Otto Bongert wurde in dem Bochumer Stadtteil Werne geboren und evangelisch getauft. Nach dem Schulabschluss 1954 trat Bongert in den Dienst der Stadt Bochum als Verwaltungslehrling ein. Nach dem Erwerb der Befähigung zum gehobenen Dienst besuchte er ab 1964 die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und erwarb sich dort die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst. Er wechselte 1966 als Referatsleiter und Handlungsbevollmächtigter zu einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf.[1]
Fünf Jahre später kehrte Bongert zur Stadt Bochum zurück. Er übernahm die Koordination der Arbeitsgruppen zu Stadtentwicklungsplanung, Gebiets- und Verwaltungsreform sowie Umweltschutz bei der Bochumer Stadtverwaltung. Diese Aufgabe fiel in die Zeit der umfangreichen Gebietsreform im Ruhrgebiet (Ruhrgebiet-Gesetz). Dabei wurden 1975 die Städte Bochum und Wattenscheid vom Landtag Nordrhein-Westfalens zu einer neuen Stadt mit dem Namen „Bochum“ zusammengeschlossen.[2] Bongert wurde 1976, nachdem er zwei Jahre lang das Hauptamt geleitet hatte, als Stadtverwaltungsdirektor mit der Durchführung dezernatsübergreifender Aufgaben betraut. Mit der extra für ihn geschaffenen Position wurde er zur rechten Hand des Oberstadtdirektors Herbert Jahofer. Er wurde 1980 vom Bochumer Stadtrat zum Dezernenten für Personal- und Organisationsangelegenheiten ernannt, und 1988 fand eine Wiederwahl statt. Dieter Bongert übernahm zum 1. Juli 1990 als Oberstadtdirektor die Position von Jahofer. Er hatte seine Qualifikation als Verwaltungsbeamter ohne Frage unter Beweis gestellt, galt aber als Technokrat und Verwaltungsdogmatiker. Laut zeitgenössischem Pressebericht der Ruhr-Nachrichten konnte er nicht begeistern und war teils unpopulär. Nach nur drei Jahren schied er von dem Posten, und erklärte, dass er „nichts vermisse“ außer sein Arbeitszimmer.[1]
Ab dem 1. Juli 1993 leitete er als Vorstandsvorsitzender den Ruhrverband. Dort verblieb er bis zu seinem Ruhestand im März 2004. Weiterhin war er als Mitglied des Vereins pro Ruhrgebiet zeitweise dessen Vorsitzender und seit 2007 der Ehrenvorsitzende.[1][3] Beim VfL Bochum ist er seit den 1990ern Mitglied und war dort auch im Aufsichtsrat.[4] Bongert ist Mitglied der SPD.[5]
Auszeichnung
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Die Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Westfalen und Lippe: die Spitzen der kreisfreien Städte zwischen 1831 und 1999. In: Daniel Schmidt (Hrsg.): Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen). Nr. 50. Aschendorff Verlag, Münster 2025, ISBN 978-3-402-15134-1, S. 159.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ pro Ruhrgebiet – pro Ruhrgebiet. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Iserlohner-Nachrichten: Bochum: Die Bilanz der VfL-Mitgliederversammlung 2018. In: Regional-Stimme · Das gemeinsame Portal von Iserlohner-Nachrichten und Sport-Stimme. 19. September 2018, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ SPD Hofstede. Abgerufen am 5. Dezember 2025.