Die vier Schwestern – Geneviève
Die vier Schwestern – Geneviève (französischer Originaltitel Quatre sœurs – Geneviève) ist der vierte Band der vierteiligen Jugendroman-Reihe Vier Schwestern der französischen Schriftstellerin Malika Ferdjoukh, der im Jahr 2003 beim Verlag L’École des loisirs erschienen ist. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Bernadette Ott[1] wurde 2006 beim Carlsen Verlag veröffentlicht.[2]
Inhalt
Geneviève ist die zweitälteste der Verdelaine-Schwestern, die in der etwas heruntergekommenen Villa Hervé an der Atlantikküste wohnen und kaum unterschiedlicher sein könnten. Ihre Eltern sind vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Seither kümmert sich Charlie, die älteste der fünf Schwestern, gemeinsam mit dem gesetzlichen Mitvormund, ihrer Tante Lukrezia, um den Rest der Familie.
Es ist Sommer geworden und die Villa Hervé hat sich geleert: Enid und Hortense sind in Paris, um ihre Cousine Desirée und ihren Cousin Harry zu besuchen, und Bettina ist mit ihren Freundinnen in die Ferienvilla von Denises Cousine Bethsabée gefahren. Die 16-jährige Geneviève verkauft am Strand Eis und lernt dabei den geheimnisvollen Vigo kennen. Dieser ist umwerfend attraktiv, hat jedoch ein dunkles Geheimnis: Er ist ein Taschendieb und sitzt dafür im Gefängnis. Geneviève rätselt lange, woher ihr Vigos Gesicht bekannt vorkommt, bis sie sich daran erinnert, dass sie ihn vergangenen Winter auf einem Weihnachtsmarkt mit ihren Thai-Box-Künsten zur Strecke gebracht hat, als er Tante Lukrezia die Handtaschen stehlen wollte. Trotz dieser Entdeckung verliebt sich Geneviève in Vigo.
Hortense ist nicht nur wegen des Besuchs ihrer jungen Verwandten nach Paris gefahren, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, dort Charlies Kurzzeitfreund Tancrède zu treffen und ihn zu überreden, wieder mit ihrer ältesten Schwester zusammenzukommen. Hortense muss allerdings schon bald enttäuscht feststellen, dass Tancrède wenig Interesse an einer Neuauflage der Beziehung mit Charlie zeigt. Doch ihr bleibt ohnehin keine Zeit, um lange darüber zu grübeln, denn Desirées und Harrys Mutter, Tante Jupitère, die in einem Tanzlokal an der Garderobe arbeitet, kommt nicht mehr von ihrer Arbeit zurück. Wie sich herausstellt, ist das Gebäude eingestürzt und ihre Tante ist nur eine von zwei Überlebenden.
Bettina und ihre Freundinnen lernen bei ihrem Urlaub den Jungen Augustin kennen, der auf einem Bauernhof arbeitet und im Stile eines Franz von Assisi offenbar eine besondere Beziehung zu Tieren besitzt. Außerdem kann er ausgezeichnet kochen und versorgt die Mädchen mit jeder Menge Köstlichkeiten vom Bauernmarkt.
Beim Ausputzen der Regenrinne stürzt Charlie vom Dach und bricht sich den Arm. Im Krankenhaus wird sie ausgerechnet von Basile, ihrem früheren Verlobten, verarztet und es dauert nicht lange, bis der junge Arzt Charlie ihre Kurzzeit-Liaison mit Tancrède verziehen hat und die beiden wieder ein Paar werden.
In der Zwischenzeit ist es in der Villa Hervé voll geworden: Enid und Hortense haben Tante Jupitère, Harry und Desirée aus Paris mitgebracht, wo sich ihre Tante von ihren Verletzungen erholen soll. Und als eines Tages auch noch Augustin und Vigo auftauchen, beschließen die Schwestern, aus der Villa eine Romantikpension ‚Hotel Atlantikblick‘ zu machen. Mit den übernachtenden Gästen erhoffen sie sich, so viel Geld zu verdienen, dass sie nicht mehr auf Tante Lukrezias monatlichen Scheck angewiesen sind und sich ihre damit verbundenen Besuche ersparen können.
Am letzten Sommertag sind alle fünf Verdelaine-Schwestern am Strand. Zum ersten Mal erscheinen ihre verstorbenen Eltern allen Mädchen gleichzeitig. Bisher hatte jede der Schwestern diese Erscheinungen gegenüber den anderen geheim gehalten und jede Schwester hatte geglaubt, dass nur ihr ihre Eltern erscheinen würden. Doch es ist gleichzeitig auch das letzte Mal, dass die Eltern dies tun: Die Mädchen seien jetzt reif genug, um alleine zurechtzukommen. Nur noch in Ausnahmefällen und zu ganz besonderen Anlässen würden sie sich vielleicht noch einmal zeigen, so die Eltern bei der Verabschiedung von ihren Töchtern.
Rezeption
Lorenzo Bellettini schreibt in seiner Buchrezension über die Vier Schwestern-Tetralogie: „Die Geschichten um die vier Schwestern bestechen durch großartige Dialoge und einen faszinierenden Rhythmus. Ferdjoukh verbindet ernste Themen, wie zum Beispiel Trauer, mit leichteren wie Jungs, Lügen und Liebe und viel Humor.“[2] Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW urteilt über die Bücher der Autorin: „Malika Ferdjoukh hat originelle Ideen, die sie eindrücklich umsetzt. Ihre Szenen sind nicht unbedingt realistisch. Viele sind verspielt oder übertrieben. Fast immer jedoch sind sie glaubwürdig und fesselnd.“[3] Die französische Zeitschrift Femina befindet: „Eine köstliche Geschichte, man kringelt sich dabei oder verdrückt auch mal ein kleines Tränchen.“[1]
Referenzen
Die Vier Schwestern-Tetralogie ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.[2]
Ausgaben
- Quatre Sœurs – Geneviève. Band 4. L’École des loisirs, Paris 2003 (französisch).
- Die vier Schwestern – Geneviève. Band 4. Carlsen, Hamburg 2006.
Einzelnachweise
- ↑ a b Malika Ferdjoukh: Die vier Schwestern – Geneviève. Band 4. Carlsen, Hamburg 2006, ISBN 978-3-551-58144-0.
- ↑ a b c Julia Eccleshare (Hrsg.): 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! 1. Auflage. Edition Olms, Zürich 2010, ISBN 978-3-283-01119-2 (960 S., librarything.com).
- ↑ Genevieve. Abgerufen am 6. Oktober 2023 (deutsch).