Deusdorf
Deusdorf Gemeinde Lauter
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 59′ N, 10° 46′ O |
| Höhe: | 289 m ü. NHN |
| Einwohner: | 286 (1. Jan. 2025)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96169 |
| Vorwahl: | 09544 |
Deusdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Lauter im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Deusdorf hat eine Fläche von 5,808 km². Sie ist in 1679 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3459,17 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Deusdorfermühle, Krappenhof und Leppelsdorf.[4]
Geografie
Das Kirchdorf liegt im Tal der Lauter. Die Staatsstraße 2281 führt entlang der Lauter nach Leppelsdorf (1,4 km nordwestlich) bzw. nach Lauter (1,7 km südöstlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1396 in einem Verzeichnis der Grafen von Truhendingen als „Dewesdorf“ aufgelistet.[6] Deusdorf gehörte bereits Ende des 14. Jahrhunderts zum bambergischen Oberamt Baunach-Stufenberg.[7] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Deusdorf aus 26 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Baunach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Baunach. Grundherren waren das Kastenamt Baunach (1 Halbhof, 6 Sölden, 2 Söldenhäuser, 2 Söldenhäuslein, 4 Tropfhäuser, 1 Tropfhäuslein, 1 ganze Wohnung, 1 Mühle) und das Domkapitel Bamberg (1 Sölde). Außerdem gab es 3 Freihöfe, die nur Jagdfron zu leisten hatten. Der Gemeinde gehörten 4 Gemeindelehenhäuser.[8]
Im Jahre 1802 kam Deusdorf an das Kurfürstentum Bayern, 1810 an das Großherzogtum Würzburg und 1814 an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde Deusdorf der Ruralgemeinde Leppelsdorf zugewiesen. 1875 wurde diese nach Verlegung des Gemeindesitzes nach Deusdorf umbenannt. Zu dieser gehörten Deusdorfermühle, Krappenhof und Leppelsdorf. Sie war in Gerichtsbarkeit dem Landgericht Baunach zugeordnet (1880 in Amtsgericht Baunach umbenannt, 1932 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Ebern). In der Verwaltung war das Bezirksamt Ebern zuständig (1939 in Landkreis Ebern umbenannt) und in der Finanzverwaltung das Rentamt Ebern (1919 in Finanzamt Ebern umbenannt).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,800 km².[10]
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Deusdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Lauter eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Deusdorf gibt es fünf Baudenkmäler:[13]
- Am Kirchberg 1: Katholische Filialkirche Mariä Geburt, ein Satteldachbau mit großem Giebelreiter, eingezogenem Chor mit 5/8-Schluss und einem Sakristeianbau
- Kellerstraße 4: Ehemalige Schule
- Kellerstraße 7: Bauernhaus
- Leppelsdorfer Straße 14: Großbauernhaus
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Deusdorf gibt es zwei Bodendenkmäler.[13]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Deusdorf (bis 1875 Gemeinde Leppelsdorf)
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 220 | 310 | 396 | 398 | 424 | 385 | 406 | 392 | 411 | 406 | 401 | 381 | 373 | 388 | 403 | 424 | 414 | 403 | 386 | 501 | 469 | 442 | 409 | 397 |
| Häuser[14] | 47 | 51 | 57 | 79 | 81 | 81 | 78 | 76 | 77 | 83 | ||||||||||||||
| Quelle | [9] | [9] | [9] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [23] | [25] | [23] | [26] | [23] | [23] | [15] | [27] | [23] | [10] | [28] |
Ort Deusdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | †119 | †173 | †222 | †254 | 241 | 226 | 216 | 255 | 296 | 276 | 283 | †235 | *286 |
| Häuser[14] | †26 | †32 | †32 | 49 | 48 | 46 | 49 | 55 | †62 | ||||
| Quelle | [9] | [9] | [9] | [16] | [18] | [21] | [24] | [26] | [27] | [10] | [28] | [29] | [1] |
Religion
Deusdorf ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Stettfeld) gepfarrt,[8] seit den 1870er Jahren ist die Pfarrei St. Laurentius (Lauter) zuständig.[18]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Deusdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 590 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Deusdorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 14 (Digitalisat).
- Hans Karlinger, Hans Ring: Bezirksamt Ebern (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Unterfranken 15). R. Oldenbourg, München 1916, DNB 366497014, S. 45.
- Isolde Maierhöfer: Ebern (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 15). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1964, DNB 456999264 (Digitalisat).
Weblinks
- Deusdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- Deusdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- Deusdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 4. Dezember 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Ortsteile. In: gemeinde-lauter.de. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Gemeinde Lauter, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Gemarkung Deusdorf (092136). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 4. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ I. Maierhöfer: Ebern, S. 25.
- ↑ I. Maierhöfer: Ebern, S. 71.
- ↑ a b I. Maierhöfer: Ebern, S. 178.
- ↑ a b c d e f g I. Maierhöfer: Ebern, S. 296.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 859 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Lauter > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Lauter (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1818 bis 1852 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 197, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1142, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 183 (Digitalisat).
- ↑ a b c Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1295, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 74 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 209 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1229 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 213 (Digitalisat).
- ↑ a b c d e f Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 196, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1307 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 213 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1342–1343 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1173 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 290 (Digitalisat).