Der wohltätige Frosch
Der wohltätige Frosch (La Grenouille bienfaisante) ist ein Feenmärchen von Marie-Catherine d’Aulnoy und erschien 1698 in Contes Nouveaux ou Les Fées à la Mode.
Inhalt
Als die Stadt belagert wird, lässt der König seine schwangere Frau in ein einsames Waldschloss bringen. Sie vermisst ihn, lässt sich einen Wagen machen, fährt der Jagdgesellschaft davon und hat einen Unfall. Als sie erwacht, steht da eine Löwenfee und schleppt die Unglückliche in ihre unterirdische Höhle. Da wachsen Dornen, furchtbare Monster bewohnen einen Quecksilbersee. Die Königin soll ihr eine Pastete aus Fliegen backen. Sie rettet einen Frosch vor einem Raben. Der Frosch ist halb Fee, seine Rosenkapuze gibt ihm große Macht. Mit anderen Fröschen besorgt er die Fliegen und die Pastete, baut ihr auch ein Haus, als die Monster sie aus ihrem vertreiben. Die Löwenfee will sie auspeitschen, wenn sie nicht einen Strauß seltener Blumen bringt. Die Fledermaus, eine Freundin des Frosches, besorgt auch das. Der Frosch weissagt, dass sie bleiben muss und eine schöne Tochter bekommt. Die Belagerung der Stadt wird beendet, die Königin aber von ihren Wächtern für tot erklärt. Der Frosch macht mit Gefolge den langen Weg, verhindert nach neun Jahren die neue Heirat des Königs und gibt ihm einen Ring, der ihn zu seiner Frau führt. Erst sieht er sie und Tochter Moufette im Wald mit der Löwenfee jagen, dann findet er die Höhle. Die Löwenfee sperrt die Königin in ein Kristallschloss, das von den Monstern bewacht auf dem See schwimmt. Drei Jahre hält der König am Ufer aus, bis ein Drache, für einen Lohn, den er noch fordern will, ihn hinüberträgt. Ein Blitz bricht den Zauber des Sees. Sie finden sich heim in ihr Schloss versetzt. Moufette verlobt sich mit Prinz Moufy. Der Drache fordert sie zur Speise, oder seinem Neffen zur Frau. Sie wählt den Tod. Unter Tränen fährt man sie auf einen Berg. Der Frosch gibt Moufy ein zwölfbeiniges Pferd, ein Schwert und eine Diamantrüstung. Er tötet den Drachen, dem entsteigt ein Prinz, der darin gefangen war. Moefette und Moufy heiraten.
Bemerkungen
Die eigentümliche Handlung scheint Aulnoys eigene Erfindung und folgt keinem verbreiteten Märchentyp. Die böse Fee ähnelt einer Jagdgöttin wie Hekate, vielleicht auch dem sagenhaften Nemeischen Löwen. Der Name „Moufette“ passt am ehesten zu der unterweltlichen Höhle (Mofette). Quecksilber ist ein mächtiger, giftiger Stoff. Dem Pakt mit dem Unhold folgt wie in Aulnoys Der gelbe Zwerg die Lohnforderung daheim im Schloss. Der Trauerzug zu Moufettes Opferung wird mit Iphigenie und Psyche verglichen. Der Endkampf, wie in Aulnoys Babiole, ähnelt Drachentötermärchen. Grimms Der Löwe und der Frosch geht offenbar auf das Märchen zurück.
Der englischen Wikipedia zufolge bearbeitete James Planché das Märchen in Fairy Extravaganza für die Bühne als The Queen of the Frogs.