Dennis Lashmar
Dennis George Lashmar (* 1927 in Hendon, Middlesex; † 25. Juli 1954 in Stuttgart) war ein britischer Motorradrennfahrer.
Werdegang
Dennis Lashmar begann nach der Schulbildung im März 1945 eine Militärlaufbahn. Im Januar 1946 startete seine Offiziersausbildung an der Royal Military Academy Sandhurst. Anfangs war Lashmar Lieutenant bei den Cameronians, im Juni 1946 wechselte er ins Parachute Regiment. Im März 1947 wurde Lashmar im Rahmen der Suezkrise nach Palästina versetzt, wo er im 2. Fallschirmjägerbataillon der 6. Luftlandedivision diente. Im April 1948 wurde er in die Reserve versetzt.
Wieder in der Heimat war Lashmar regelmäßiger Starter bei Motorradrennen in Silverstone, Crystal Palace und vielen weiteren Strecken in Großbritannien und auf dem Kontinent. Sein erstes Rennen fuhr er im Oktober 1948 in Dunholme beim BMCRC Hutchinson 100. Dabei war er anfangs im Stande, Harold Daniell unter Druck zu setzen, kam im Rennverlauf jedoch von der Strecke ab und wurde am Ende 15. Beeindruckt von dieser Leistung überließ ihm Daniell eine seiner Federbett-Nortons für einige Rennen.
Lashmars Familie besaß in London das „Lashmar’s Theatre“ und eine Reiseagentur neben dem Palladium (das Unternehmen besteht noch immer; es befindet sich mittlerweile in Camden). Er lebte in Stanmore, in der Nähe des Motorradgeschäfts von Rex Judd, wo er sich mit dem dort tätigen Stan Pike anfreundete. Lashmar kaufte eine Vincent-HRD und tunte die Maschine gemeinsam mit Pike sowie einem weiteren Mitarbeiter von Judd. Unter anderem wurde das Gewicht erheblich reduziert. Im Jahr 1949 gewann er auf der Vincent-HRD in der Klasse Clubmans 1000 cc ein Rennen bei der Isle of Man TT.
Im Jahr 1951 nahm Lashmar an drei TT-Rennen teil, wobei sein bestes Ergebnis der 13. Platz im Senior-Rennen auf Daniells Norton war. 1952 wurde er auf einer Norton 30. der Senior TT. Im Jahr 1953 trat er nicht auf der Isle of Man an. 1954 wurde er von Geoff Duke sowohl für das Junior- als auch für das Senior-Rennen auf Pike-BSAs gemeldet und kam beiden Rennen ins Ziel.
Dennis Lashmar verunglückte am 25. Juli 1954 in der vorletzten Runde des 500-cm³-Rennens um den zur Motorrad-Weltmeisterschaft zählenden Großen Preis von Deutschland auf der Stuttgarter Solitude tödlich, als beim Anbremsen der letzten Kurve vor Start und Ziel das Vorderrad seiner Maschine blockierte und er zu Sturz kam. Er wurde von seinem Motorrad geschleudert und zog sich einen Schädelbasisbruch zu, dem er kurz nach dem Unglück erlag. Die Rennen fanden an einem sehr heißen Tag statt; einigen Quellen zufolge war der Straßenbelag stellenweise weich geworden, was zu mehreren Unfällen geführt hatte. Lashmar war auf einer Pike-BSA Special unterwegs gewesen, die von seinem Freund Roland Pike, dem Bruder von Stan Pike, gebaut und vorbereitet worden war. Roland Pike war zu dieser Zeit in verantwortlicher Position in der Entwicklungsabteilung der Birmingham Small Arms Company.
Dennis Lashmar wurde auf dem Harrow Weald Cemetery in Stanmore begraben. Er hinterließ seine Eltern George Stephen Lashmar (* 1886) und Katherine (1886–1968) sowie seinen Bruder Geoffrey Stephen (1923–2003).[1]
| Jahr | Klasse | Maschine | Durchschnittsgeschwindigkeit |
|---|---|---|---|
| 1949 | Clubmans 1000 cc | Vincent HRD | 76,3 mph (122,79 km/h) |
Weblinks
- Dennis Lashmar auf der offiziellen Website der Isle of Man TT (englisch)
- Dennis Lashmar. In: www.motorsportmemorial.org. Motorsport Memorial, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
- Lieutenant Dennis Lashmar, 25 Jul 1954. In: paradata.org.uk. Airborne Assault Museum, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
- Dennis Lashmar. In: imuseum.im. Manx Museum and National Trust, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
- Dennis Lashmar. In: www.guskuhn.net. 14. Mai 2011, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
- Property of a deceased's estate; ex-Roland Pike, c.1952 Pike-BSA 350cc Gold Star Racing Motorcycle. In: cars.bonhams.com. Bonhams, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch, möglicherweise Lashmars Unglücksmaschine).
Einzelnachweise
- ↑ Joy Whaite: Cato in Australia. In: whaite.com. Abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).