Das Kriminalmuseum: Die Reisetasche

Folge 28 der Reihe Das Kriminalmuseum
Titel Die Reisetasche
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 75 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Intertel Television
Regie Erich Neureuther
Drehbuch Gerd Oelschlegel,
Franz Neubert
Produktion Helmut Ringelmann
Musik Eugen Thomass,
Martin Böttcher (Titelmusik)
Kamera Manfred Ensinger
Premiere 7. Apr. 1967 auf ZDF
Besetzung
Episodenliste

Die Reisetasche ist der 28. Fernsehfilm der Krimireihe Das Kriminalmuseum. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 7. April 1967 im ZDF.

Handlung

Während Felix Hochstädter, Inhaber eines Berliner Modegeschäfts, mit Freunden in einer Bar in seinen 45. Geburtstag hineinfeiert, dringt ein Einbrecher über das Dach in den Laden ein und entwendet aus dem aufgeschweißten Tresor eine Münzsammlung im Wert von etwa 200.000 D-Mark sowie Bargeld in Höhe von knapp 10.000 D-Mark. Später bricht die Geburtstagsgesellschaft zu Hochstädters Haus auf, er selbst macht einen Umweg über sein Geschäft, da er dort eine Dose mit Kaviar für die Feier hat stehenlassen, und entdeckt den Einbruch.

Kommissar Zobel und sein Assistent Scharf vermuten, dass der Täter Ortskenntnisse gehabt muss, denn er wusste, wie man sich unbemerkt Zutritt verschaffen konnte und hat obendrein die Alarmanlage lahmgelegt, hinterher aber wieder aktiviert. Einziger Anhaltspunkt ist ein Faden aus Segeltuch, der am Einstieg hängengeblieben ist; der Ermittler vermuten, dass der Täter entsprechende Schuhe getragen hat.

Ein Zeuge, Herr Zoller, hat zur Tatzeit, die durch die Aussagen eines Angestellten der Wach- und Schließgesellschaft eingegrenzt werden konnte, in Höhe des Modeladens einen Mann in einer roten Borgward Isabella gesehen, der sich ihm gegenüber merkwürdig verhalten hatte. Zur gleichen Zeit meldet der Autoverleiher Meiers bei der Polizei, dass ihm ein solches Fahrzeug abgängig sei. Wie sich herausstellt, wurde der Wagen unter Vorlage gestohlener Papiere gemietet, der Kunde sprach Deutsch mit französischem Akzent. Nach den Angaben Meiers‘ wird ein Phantombild angefertigt. Der Wagen wird am nächsten Tag in Frankfurt entdeckt.

Der Versicherungsdetektiv Bleyer berichtet Zobel und Scharf, dass Hochstädter die Vorabzahlung eines Teils der Versicherungssumme beantragt hat. Von ihm erfahren die Beamten auch, dass Hochstädter in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten steckt, unter anderem hohe Steuerschulden hat. Zobel und Scharf hatten bisher keine Anhaltspunkte für eine Mittäterschaft Hochstädters, da er am Tatabend sogar freimütig zugegeben hatte, alkoholisiert Auto gefahren zu sein, weshalb ihm der Führerschein entzogen wurde. Bleyer rechnet vor, dass Hochstädter mit der Versicherungssumme, dem Bargeld und dem möglichen Verkauf seiner Münzsammlung über etwa 420.000 D-Mark verfügen könnte.

Vergeblich versuchen die Ermittler Hochstädter nachzuweisen, dass die Kassetten mit dem Geld und den Münzen aus dem möglicherweise offenen Tresor entwendet wurden und die aufgeschweißte Tür nur als Ablenkungsmanöver diente. Zobel und Scharf bleiben allerdings misstrauisch, da Hochstädter die Person auf dem Phantombild nicht identifizieren kann, dafür aber von einem Mann berichtet, der sich kürzlich auf eine von ihm, Hochstädter, inserierte Putzstelle gemeldet hatte. Die Beschreibung des Mannes hat mit dem Phantombild jedoch wenig gemeinsam.

Das Bild wurde inzwischen bundesweit bekanntgemacht und so meldet sich bei der Münchner Polizei ein Gepäckarbeiter vom Hauptbahnhof. Ein Mann, der dem Phantomfoto ähnlich sehe, habe vor einigen Tagen eine Reisetasche abgegeben, aber bislang nicht wieder abgeholt. Zobel fährt nach München und ermittelt dort gemeinsam mit seinem Amtskollegen Arnd weiter. Die Tasche enthält keine verdächtigen Gegenstände, allerdings hat sie einen kleinen Riss, und die am Tatort gefundene Faser ist mit dem Stoff der Tasche identisch.

Da es sich um eine fehlerhafte Ausführung handelt, kann Arnd ermitteln, in welchem Geschäft die Tasche verkauft wurde. Dort erinnert sich eine Angestellte an zwei Männer, die vor einigen Wochen diese Tasche erworben hatten. Einer von ihnen habe mit französischem Akzent gesprochen. Sie hätten dann ihre Kollegin, die die beiden bedient hatte, zum Essen in ein chinesisches Restaurant eingeladen. Zobel findet dieses Restaurant, wo man sich an Hochstädter erinnert.

Statt selbst nach dem angeblichen Einbrecher zu suchen, soll Hochstädter die Kommissare zu ihm führen und stellen ihm eine Falle. Scharf berichtet dem Geschäftsmann, dass man in München auf die Spur des Täters gestoßen und es nur eine Frage der Zeit sei, bis man ihn dingfest machen könne. Daraufhin fliegt Hochstädter mit der nächsten Maschine nach München und sucht seinen Komplizen, René Charlot, auf. Zwar wird Hochstädter auf dem Weg dorthin von Zivilbeamten verfolgt, die ihn allerdings aus den Augen verlieren.

Charlot verlangt statt der vereinbarten 5.000 D-Mark nun 10.000 D-Mark für seine Beteiligung an dem Versicherungsschwindel, woraufhin Hochstädter ihm drei Münzen aus seiner Sammlung überlasst, die angeblich den gleichen Wert hätten. Er solle die Münzen aber erst im Ausland zu Geld machen. Doch Charlot geht zum nächstbesten Münzhändler und behauptet, dass die Münzen 14.000 D-Mark wert seien, er sei selbst Numismatiker. Sie haben allerdings nur einen Wert von 900 D-Mark, weshalb der Händler, dem der Fahndungsaufruf bekannt ist, die Polizei verständigt.

Zobel und Arnd können Charlot noch in der Münzhandlung festnehmen, Hochstädter wenig später nach seiner Rückkehr in dessen Laden.