Das Kriminalmuseum: Der Koffer

Folge 21 der Reihe Das Kriminalmuseum
Titel Der Koffer
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 63 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Intertel Television
Regie Theodor Grädler
Drehbuch Walter Forster
Produktion Helmut Ringelmann
Musik Erwin Halletz,
Martin Böttcher (Titelmusik)
Kamera Wolf Schneider
Premiere 28. Jan. 1966 auf ZDF
Besetzung
Episodenliste

Der Koffer ist der 21. Fernsehfilm der Krimireihe Das Kriminalmuseum. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 28. Januar 1966 im ZDF.

Handlung

Ein Mitarbeiter der Wach- und Schließgesellschaft wird nachts in einem Hinterhof von einem Einbrecher erschossen. In derselben Nacht bringt die Barfrau Vera Vogel einen Koffer zur Gepäckaufbewahrung am Münchner Ostbahnhof, verliert aber noch im Gebäude unbemerkt den Abholschein. Am nächsten Tag meldet sie bei der Polizei, dass sie den mutmaßlichen Mörder gesehen habe, als er aus der Toreinfahrt gelaufen kam. Den Schuss habe sie allerdings nicht gehört. Die Uhrzeit deckt sich mit der Aussage von zwei Männern, die in der Nacht gegen 1 Uhr einen Schuss gehört hatten. Kriminaloberinspektor Neuwagen lässt nach den Angaben Vogels ein Phantombild anfertigen, das tags darauf in der Zeitung erscheint.

Herr Holbeck, Inhaber einer Waffenhandlung, sagt aus, dass es sich bei dem Gesuchten um Erwin Wermund handele. Dieser habe vor einiger Zeit in seinem Geschäft eine Waffe stehlen wollen, was er, Holbeck, aber verhindern konnte. Der junge Mann habe ihn gebeten, nicht die Polizei zu verständigen und nannte ihm seinen Namen. Da es sich bei dem Vater um den Industriellen Dr. Paul Wermund handelt, der als passionierter Jäger Kunde von Holbeck ist, sah der von einer Anzeige ab und informierte lediglich den Vater.

Vera Vogel identifiziert Erwin bei einer Gegenüberstellung als den Mann, den sie in der Mordnacht gesehen haben will. Erwin streitet die Tat ab, gibt aber zu, zu der Zeit ebenfalls in der Nähe des Tatorts gewesen zu sein. Dort habe er einen Mann aus der Einfahrt laufen sehen. Er habe dann den Toten gefunden, aber nicht die Polizei verständigt, da er eine Waffe bei sich trug und deshalb befürchtete, verdächtigt zu werden. Die Beamten haben inzwischen herausgefunden, dass Erwin am Tatabend eine Waffe des Kalibers gekauft hatte, mit dem der Wachmann getötet wurde. Im Magazin fehlt eine Patrone, diese habe er am nächsten Tag in einem Waldstück probehalber abgefeuert. Da Erwin sich mehr und mehr in Widersprüche verstrickt, wird er in Haft genommen. Den von seinen Eltern beauftragten Rechtsanwalt lehnt er ab.

Zur Überraschung Neuwagens gesteht Erwin am nächsten Tag die Tat. Er habe Schulden, würde von seinem Vater finanziell knapp gehalten und habe sich unbedingt eine bestimmte Waffe kaufen wollen, bezeichnet sich selbst als Waffennarr. Als die Zeitungen am nächsten Tag vom Geständnis berichten, fordert Kurt Scholle, ein Bekannter von Vera Vogel, sie auf, den Koffer vom Bahnhof abzuholen, doch ohne Abholschein erfolgt die Aushändigung nur gegen Angabe von Namen und Inhalt des Gepäckstücks.

Erwin widerruft vor dem Haftrichter sein Geständnis. Gemeinsam mit dem Psychiater Dr. Holzapfel, der mit Erwin bereits ein Gespräch geführt hatte, kommt Neuwagen dahinter, dass der junge Mann die Tat lediglich gestanden hatte, um seinen Eltern zu schaden, für die er nur Hass empfindet, da er sich vernachlässigt fühlt. Erwin gibt dann auch zu, dass er seine Eltern bestrafen wollte, weil sie ihm nicht geglaubt hatten, dass er nicht der Mörder gewesen sei.

Neuwagen sucht noch einmal Vera Vogel auf. Er konfrontiert sie mit der Tatsache, dass sie den Schuss gehört haben musste, das habe eine Rekonstruktion nach ihren Angaben ergeben. Als Scholle von der Befragung erfährt, bei der sie zugegeben hat, dass sie mit ihm zur Tatzeit zusammen war, misshandelt er Vera und wird daraufhin zur Fahndung ausgeschrieben. Inzwischen hat der Mitarbeiter von der Gepäckaufbewahrung die Polizei informiert, da der Koffer immer noch nicht abgeholt worden war. Darin finden die Ermittler neben dem Einbruchswerkzeug auch die Tatwaffe. Scholle wird festgenommen, Erwin Wermund endgültig aus der Haft entlassen.