Daniël Coens

Daniël Hubert Coens (* 3. August 1938 in Beernem; † 15. Februar 1992 in Roeselare) war ein belgischer Politiker der Christlichen Volkspartei. Er war von 1971 bis 1992 Mitglied der belgischen Abgeordnetenkammer und von 1979 bis 1992 Staatssekretär und Minister in verschiedenen Regierungen.

Leben

Ausbildung, Wissenschaft und Persönliches

Daniel Coens besuchte als Sohn eines Bauern aus Sijsele das Gymnasium Sint-Leocollege in Brügge und studierte anschließend von 1957 bis 1961 Politik- und Sozialwissenschaften an der Katholieke Universiteit Leuven. Er war Mitglied der Katholischen Studentenaktion. An der Universität war er von 1962 bis 1966 wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann Assistent von Professor Frans Van Mechelen. Zudem lehrte er von 1964 bis 1979 Soziologie.[1]

Er war Vater von drei Kindern, darunter der Politiker Joachim Coens. Ihm zu Ehren wurde die Stadtbibliothek Damme nach ihm benannt.

Politik und Wirken

Coens wurde 1970 für die Christliche Volkspartei (CVP) (heute Christen-Democratisch en Vlaams) in den Gemeinderat von Sijsele gewählt. Bereits 1971 wurde er Bürgermeister der Gemeinde Sijsele, die 1977 ein Ortsteil der Stadt Damme wurde. Coens war damit Sijsees letzter Bürgermeister. Nach der Fusion wurde er schließlich Bürgermeister der Stadt Damme und war dies bis zum Tod 1992.

Von 1971 bis zu seinem Tod 1992 war Coens zudem Mitglied der belgischen Abgeordnetenkammer für die CVP im Wahlkreis Brügge. Aufgrund seines Doppelmandates war er von 1971 bis 1980 außerdem Mitglied des Kulturrates der Niederländischen Kulturgemeinschaft. Im Kulturrat war er von 1974 bis 1978 als Sekretär Mitglied des Präsidiums. Von 1980 bis zu seinem Tod 1992 war er Mitglied des Flämischen Rates, Nachfolger des Kulturrates und Vorgänger des Flämischen Parlamentes.[2]

Coens war von 1979 bis 1980 Staatssekretär für die Region Flandern und Niederländische Gemeinschaft in der Regierung Martens I und II. Anschließend war er von 1980 bis 1981 Minister für Entwicklungszusammenarbeit in den Regierungen Martens IV sowie M. Eyskens und von 1981 bis 1988 Bildungsminister in den Regierungen Martens V, VI und VII. Nach einem Kompetenzzuwachs im Bildungsressort der Flämischen Regierung war Coens schließlich Von 1988 bis 1992 der erste „echte“ Bildungsminister der Flämischen Regierung in der Regierung Geens IV.[3]

Von 1985 bis 1990 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates des College of Europe.[4]

Einzelnachweise

  1. Coens, Daniël. Enzyklopädie der flämischen Bewegung, abgerufen am 29. Dezember 2025 (niederländisch).
  2. Daniël Coens. odis, abgerufen am 29. Dezember 2025 (niederländisch).
  3. Daniël Coens. Flämisches Parlament, abgerufen am 29. Dezember 2025 (niederländisch).
  4. Presidents of the Administrative Council. College of Europe, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).