DR 54 bis 58
| DR 54 bis 58 | |
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Werkfoto
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| Nummerierung: | DR 54–58 |
| Anzahl: | 5 |
| Hersteller: | Dampfmaschine: Henschel (57–58) Borsig (54–56) Wagen: Wegmann Kassel |
| Baujahr(e): | 1935 bis 1938 |
| Ausmusterung: | bis 1952 |
| Bauart: | Bo'2'-h4v |
| Gattung: | BC4idT-32 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 22.350 mm |
| Länge: | 21.290 mm |
| Höhe: | 4290 mm (bis Höhe Dampfmaschine) |
| Drehzapfenabstand: | 14.700 nn |
| Drehgestellachsstand: | 3800 mm (TD)/3000 mm (LD) |
| Gesamtradstand: | 18.400 mm |
| Dienstmasse: | 43 t |
| Radsatzfahrmasse: | 10,75 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 110 km/h |
| Indizierte Leistung: | 2 × 150 PS |
| Kessel: | System Doble |
| Kesselüberdruck: | 130 bar |
| Verdampfungsheizfläche: | 23 m² |
| Sitzplätze: | 46 3. Klasse 16 2. Klasse |
| Klassen: | 3./2. |
Die Dampftriebwagen DR 54 bis 58 nach dem System Doble waren Versuchstriebwagen der Deutschen Reichsbahn. Sie bauten auf den Versuchen mit den DR 51 bis 53 auf. Alle fünf Triebwagen wurden bis zum Zweiten Weltkrieg betrieben, ein Fahrzeug wurde 1943 nach einem Bombenangriff ausgemustert, bei den restlichen Fahrzeugen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Antriebsanlage ausgebaut. Sie wurden von der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn bis 1966 als Beiwagen bzw. Steuerwagen weiterbetrieben. In dieser Form sind die Fahrzeuge bis 1977 ausgemustert worden.
Geschichte und Einsatz
Vorgeschichte und Bau
Nach der Erprobung der DR 51 bis 53 bei der Deutschen Reichsbahn wurde bis 1938 eine vergrößerte und verbesserte Version der Fahrzeuge entwickelt und gebaut, die auch mit einer Vielfachsteuerung den Betrieb von einem Steuerwagen durchführen konnte. Außerdem konnte mit den Fahrzeugen eine höhere Geschwindigkeit von 110 km/h und eine bessere Laufruhe erreicht werden. Zudem sind sie in ihrer Innenraumausstattung etwas umgestaltet worden.
Der wagenbauliche Teil der Dampftriebwagen stammt von Wegmann und erforderte einen vergrößerten Maschinenraum zur Optimierung der Dampfmaschine. Sie besaßen daher eine andere Platzierung des Gepäckabteiles und eine etwas andere Gestaltung besonders des massigen Luftschachtes für die Dampfmaschine. Bei den ersten, als DT 57 und DT 58 bezeichneten Wagen wurde die Dampfmaschine von Henschel gebaut, bei den folgenden DT 54 bis DT 56 stammte sie von Borsig. Bei Borsig war August Meister für die Konstruktion der schnelllaufenden Dampfmaschinen verantwortlich.[1] Beide Dampfmaschinen unterschieden sich in Details und der Steuerung des Dampfraumes. Die Triebwagen von Henschel wurden schneller an die DR übergeben als die von Borsig.[2] Mit den Wagen wurden Steuerwagen beschafft, die die Bezeichnung VS 145 090[3] und VS 145 094 trugen.[4] Sie konnten auch mit den Dieseltriebwagen VT 137 verwendet werden.
Betrieb
Die Triebwagen erreichten monatliche Laufleistungen von ungefähr 9000 Kilometern.[5] Eingesetzt wurden die Wagen in der RBD Kassel (DT 57 und 58) und der RBD Berlin (DT 54–56).[6] Gegenüber den Vorgängerfahrzeugen konnten sie durch die Vielfachsteuerung freizügiger eingesetzt werden. Allerdings neigten bei ihnen, wie bei den anderen in dieser Zeit beschafften Dampftriebwagen, die Rohrschlangen durch den hohen Druck zu einer höheren Störanfälligkeit.
Während der Kriegszeit wurden die Fahrzeuge nicht mehr regelmäßig betrieben. Um 1942 wurden sie abgestellt. Der DT 58 wurde während eines Luftangriffes auf Kassel zerstört, der DT 57 gelangte nach dem Krieg zur Deutschen Bundesbahn und wurde ab 1952 als Beiwagen VB 147 100 bis 1963 eingesetzt. Die DT 54–DT 56 waren nach dem Krieg auf dem Gebiet der DDR und wurden ebenfalls zu Beiwagen bzw. Steuerwagen (DT54 -> VS 145 377; DT55 -> VS 145 378 und DT56 -> VS 145 376) umgebaut. Sie wurden zwischen 1974 und 1977 ausgemustert.[6]
Technische Beschreibung
Die Triebwagen erhielten gegenüber den DR 51 bis 53 eine etwas größere Maschinenanlage. Äußerlich fällt das etwas höher gelegene Lüftungsband für die Dampfmaschine auf, womit die Einsaugung von verschmutzter Luft minimiert werden konnte.
Die Dampfkesselanlage nach System Doble arbeitete bei den Fahrzeugen mit Ölfeuerung. Gegenüber der Vorgängerbauart war sie optimiert worden, die von Henschel war etwas aufwändiger als die von Borsig.[5] Der Aufsatz oberhalb der Dampfkessel war windschnittig verkleidet. Der Achsabstand des Maschinendrehgestelles war vergrößert worden.
Siehe auch
Literatur
- Werner Willhaus: Kittel-Dampftriebwagen. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-106-8
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Alfred Gottwaldt: Wagners Einheitslokomotiven: Die Dampflokomotiven der Reichsbahn und ihre Schöpfer, EK-Verlag, Freiburg 2012, ISBN 978-3-88255-738-1, S. 145.
- ↑ Werner Willhaus: Kittel-Dampftriebwagen. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-106-8, Seite 136
- ↑ Internetseite des VS 145 090 auf triebwagenarchiv.de
- ↑ Internetseite des VS 145 094 auf triebwagenarchiv.de
- ↑ a b Werner Willhaus: Kittel-Dampftriebwagen. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-106-8, Seite 138
- ↑ a b Werner Willhaus: Kittel-Dampftriebwagen. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-106-8, Seite 144