DR-Baureihe 98.10

DR-Baureihe 9810
Nummerierung: DR 98 1001–1045
Anzahl: 45
Hersteller: Krauss, Krauss-Maffei
Baujahr(e): 1929–1933
Ausmusterung: 1958–1966
Bauart: D1’ h2t
Gattung: Gt 45.12
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 10.050 mm
Höhe: 4.250 mm
Gesamtradstand: 5.900 mm
Leermasse: 42,9 t
Dienstmasse: 54,5 t
Reibungsmasse: 46,2 t
Radsatzfahrmasse: 11,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Indizierte Leistung: 331 kW / 450 PSi
Treibraddurchmesser: 1006 mm
Laufraddurchmesser hinten: 850 mm
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 460 mm
Kolbenhub: 508 mm
Kesselüberdruck: 12 bar
Anzahl der Heizrohre: 89
Anzahl der Rauchrohre: 12
Heizrohrlänge: 3.500 mm
Rostfläche: 1,36 m²
Strahlungsheizfläche: 5,85 m²
Rohrheizfläche: 38,65 m²
Überhitzerfläche: 18,93 m²
Verdampfungsheizfläche: 60,99 m²
Wasservorrat: 6,3 m³
Brennstoffvorrat: 2,7 t
Bremse: Druckluftbremse
Steuerung: Heusinger

Die Lokomotiven der Baureihe 9810 waren Heißdampflokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Zwischen 1929 und 1933 baute Krauss bzw. Krauss-Maffei 45 Maschinen, die alle Anfang der 1960er Jahre ausgemustert und verschrottet wurden.

Geschichte

Nachdem sich die Fahrzeuge der bayerischen Gattung GtL 4/4 (Baureihe 988–9) als sehr zuverlässig erwiesen hatten und alle durch die Reichsbahn übernommen worden waren, entschied man sich, jene nachzubauen. Insgesamt entstanden so zwischen 1911 und 1928 121 Lokomotiven. Da sie allerdings mit 40 km/h recht langsam waren, modifizierte man die Konstruktion und schuf so die Baureihe 9810 mit einer zusätzlichen hinteren Laufachse, die mit der letzten Kuppelachse zu einem Krauss-Helmholtz-Lenkgestell verbunden wurde.

Krauss lieferte 1929 zunächst fünf Exemplare dieser Maschinen. Es folgten 1930 und 1931 sechs bzw. zehn Lokomotiven. Die restlichen 24 Maschinen wurden vom mittlerweile als Krauss-Maffei firmierenden Unternehmen 1932 und 1933 hergestellt.[1]

Wesentlicher Vorteil der neuen Baureihe waren die gesteigerten Vorräte (bei Wasser 0,9 m³ und bei Kohle 0,9 t mehr), was eine beträchtlich größere Reichweite bedeutete.[2] Trotz der zusätzlichen Laufachse konnte die Höchstgeschwindigkeit nur auf 45 km/h gesteigert werden, so dass es später zu weiteren auf der Baureihe 988–9 basierenden Umbauten (Baureihe 9811, Achsformel 1’D) und Neubauten kam (TAG 7 / LAG Nr. 87 und 88, Achsformel jeweils 1’D1’).

Alle 45 Lokomotiven der Baureihe 9810 verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Deutschen Bundesbahn. Erste z-Stellungen fanden bereits ab 1953 statt, die Ausmusterung begann 1958 und war 1966 abgeschlossen.[1] Alle Fahrzeuge wurden anschließend verschrottet.

Literatur

  • Steffen Lüdecke: Die Baureihe 98 – Band 2. EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 978-3-88255-137-2.
  • Horst J. Obermayer: Dampflokomotiven – Regelspur. In: Deutsche Eisenbahnen. Weltbild Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89350-819-8, S. 246.
Commons: Bay. GtL 4/5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Steffen Lüdecke: Die Baureihe 98 – Band 2. EK-Verlag, Freiburg 2005, S. 138 f.
  2. Steffen Lüdecke: Die Baureihe 98 – Band 2. EK-Verlag, Freiburg 2005, S. 133.