Cranachstraße 2 (Weimar)
Das Haus Nr. 2 in der Weimarer Cranachstraße ist ein Wohnhaus im Stil der Reformarchitektur um 1900.
Geschichte
Das Gebäude wurde 1906/07 laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller für die Pensionsvorsteherin Antonia Güldenpfennig nach den Plänen von Rudolf Zapfe errichtet.[1] Sein ursprünglicher hauptsächlicher Zweck war das eines Mädchenpensionates.[2] Laut Weimarer Adressbuch von 1912 blieb das Haus im Eigentum von Zapfe. Darin war eine der Parteien ein Pensionat Jäger.[3]
Architektur
Der Bau ist Teil einer zweigeschossigen Häuserzeile an der östlichen Cranachstraße, die aus den Hausnummern 2, 4, 6 und 8 gebildet wurde. Keller- und Erdgeschoss sind in Backstein, das Obergeschoss ist in Holzfachwerk mit Vorlagemauerwerk ausgeführt. Der Baukörper ist entsprechend dem Reformstil abwechslungsreich gestaltet mit verschiedenen Vorbauten und unter Verwendung verschiedenartiger Baustoffe wie Sandstein, Kalkputz, Schiefer und Ziegel mit ihren jeweiligen spezifischen Oberflächen und Farbigkeiten, die die Geschossgrenzen verschleifen lassen. Besonders betont ist hierbei der Kontrast zwischen den bis in das Parterre hochgeführten Bossenquadern und den darüberliegenden rauhverputzten Wandflächen. Der Hauseingang unter einem gläsernen Vordach befindet sich asymmetrisch in der linken Achse. Eine plastische Bereicherung des Baukörpers stellen der mäßig hervortretende Risalit in der rechten Achse und der Erker in der Mitte dar. Das Dach wird straßenseitig durch ein zweigeschossiges Zwerchhaus betont, dessen Wandflächen verschiefert sind. Zur bauzeitlichen Ausstattung gehören das Treppenhaus mit Stabgeländer, Holzvertäfelungen im Treppenhaus, Bleiglasfenstern, Wohnungs- und Zimmertüren und einer Sitzbank auf dem Zwischenpodest.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 687.
- ↑ Daheim-kalender für das Deutsche Reich, 1920, S. 29.
- ↑ Weimarer Adressbuch 1912, Abt. V, S. 197.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 687 f.
Koordinaten: 50° 58′ 24,6″ N, 11° 19′ 26″ O