Claus Krüger (Designer)
Claus Krüger (* 27. Februar 1933 in Leipzig) ist ein deutscher Industriedesigner.
Leben und Werk
Krüger absolvierte von 1947 bis 1950 eine Lehre als Möbeltischler und Holzschnitzer und machte daneben an der Volkshochschule eine Ausbildung zum Technischen Zeichner. Von 1950 bis 1954 arbeitete er als Tischler. Von 1953 bis 1955 besuchte er Grafik-Kurse an der Fachschule für angewandte Kunst Leipzig. Von 1955 bis 1956 arbeitete er an den Städtischen Theatern Leipzig als Bühnenhandwerker und als Bühnenbildassistent. Daneben machte er ab 1956 ein Abendstudium an der Ingenieurschule für Maschinenbau Leipzig, das er 1963 als Diplom-Ingenieur abschloss. Von 1957 bis 1963 arbeitete Krüger als Konstrukteur am Institut für angewandte Radioaktivität Leipzig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er von 1962 bis 1965 Fernstudent am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Er schrieb u. a. einen Roman, der aber nicht veröffentlicht wurde.
Ab 1966 arbeitete Krüger als Formgestalter im VEB MLW Medizintechnik Leipzig bzw. nach einer Umstrukturierung ab 1981 in der Zentralen Gestaltungseinheit des VEB Kombinat Medizin- und Labortechnik.
Er war ab 1978 Lehrbeauftragter für Industrielle Formgestaltung des Amts für Industrielle Formgestaltung an den Technischen Hochschulen Karl-Marx-Stadt und Magdeburg und den Ingenieurschulen in Wildau und Leipzig.
1981 erwarb er extern ein Diplom als Formgestalter an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ab 1984 war er Gastdozent für Finishtechnologien und Spritzgrafik an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein.
Krüger war Mitglied der Kammer der Technik und bis 1990 des Verbands Bildender Künstler der DDR.
1983 wurde er mit dem Designpreis der DDR geehrt. Allein bis zu diesem Zeitpunkt hatte er 41 neuentwickelte und in die Produktion überführte medizintechnische Geräte bzw. Gerätesysteme, u. a. für den Atemschutz und den Leistungssport, designt. 32 wurden als Patent geschützt. Er erarbeitete u. a. Konstruktionsrichtlinien für galvanischen Klima-Korrosionsschutz und das Erscheinungsbild von äußeren Geräteteilen sowie Im Auftrag der Kammer der Technik einen Rahmenfunktionsplan für Formgestalter.
Rezeption
„Claus Krüger vertritt eine Ästhetik der Neutralität. Das Ästhetische seiner Lösungen ist dadurch weniger anfällig gegenüber formalen Wechseln, und es erlaubt, dass sich Geräte mit den Geräten anderer Firmen „ästhetisch vertragen.““
Hein Köster, Designhistoriker[1]
Publizierte Fachaufsätze (unvollständig)
- Konstruktion und Gestaltung. In: Form + Zweck, Berlin, 1/1972, S. 12–15[2]
- Darstellungstechniken. In: Form + Zweck, Berlin, 5/1978, S. 12–16[3]
- Das Rad im Hause. In: Form + Zweck, Berlin, 1/79, S. 27–29[4]
- Zwei neu Geräte. In: Form + Zweck, Berlin, 6/83, S. 24–26[5]
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1979 und 1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellung
- 1982/1983: Dresden, IX. Kunstausstellung der DDR (mit einer Atemschutz-Gesichtsmaske[6])
Literatur
- Hein Köster: Designpreis für Claus Krüger, 1983. Ein Gestalter in der Industrie. In: Form + Zweck, Berlin, 6/83, S. 19–26[7]
- Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949 – 1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 381
- Günter Höhne: Das große Lexikon. DDR-Design. Komet-Verlag, 2008; ISBN 9-783-89836-676-2, S. 184
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 487
Einzelnachweise
- ↑ Designpreis für Claus Krüger, 1983. Ein Gestalter in der Industrie. In: Form + Zweck, Berlin, 6/83, S. 22
- ↑ SLUB Dresden: Form + Zweck. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ SLUB Dresden: Form + Zweck. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ SLUB Dresden: Form + Zweck. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ SLUB Dresden: Form + Zweck. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Abbildung im Katalog
- ↑ SLUB Dresden: Form + Zweck. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).