Ciernie (Świebodzice)

Ciernie
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Ciernie
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Świdnicki
Gmina: Świebodzice
Geographische Lage: 50° 52′ N, 16° 21′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 58-311
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DBA

Ciernie (deutsch Zirlau bei Freiburg in Schlesien, auch Zirlau-Polsnitz; früher umgangssprachlich gelegentlich Zirle, bzw. Zirla) ist ein Stadtteil von Świebodzice (Freiburg in Schlesien), im Powiat Świdnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1163 als „Cirne“.[1] Das Dorf gehörte damals neben Stanowitz, Tschechen und Lüssen zur alten Kastellanei Ztrigoni, welche 1163 der vom Breslauer Bischof Walther neu geweihten Peterskirche in Striegau den Zehnten zu entrichten hatte. Anfang des 13. Jahrhunderts gehörten dem vormaligen Kastellan von Ritschen „Jngram de Stregun“ in der Umgebung von Striegau neben anderen Dörfern Zirlau. Möglicherweise besaß bereits seinem Vater Gnevomir († 1185) das Gut. Im Zuge der Ostkolonisation setzte Jngram um 1228 das polnische Dorf Zirlau zum Deutschen Recht aus. 1228 schenkte er der Kirche von Polsnitz zwei freie Hufen in Zirlau. Bereits 1255 gehörte Zirlau dem Johanniterorden. 1348 verkauften die Brüder Albert und Ticzko von Zirlau einen Zins auf Zirlau an das Klarenstift in Breslau. 1396 besaß den sechsten Anteil des Dorfes Wenzeslaus Sachenkirch. 1399 und 1400 erscheinen Nickel von Czedlitz und Heinrich von Ronau als Anteilseigner auf. 1401 gliederte der damalige alleinige Besitzer Benisch von Chusnik Zirlau der Herrschaft Fürstenstein ein.[2] Die katholische Pfarrkirche von Polsnitz-Zirlau St. Franziskus diente ursprünglich den Einwohnern als Begräbniskirche und die untergegangene Kirche St. Anna im Oberdorf als Pfarrkirche.[3] 1633 starben in Zirlau 700 Menschen an der Pest.[4]

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg wurde Zirlau mit dem größten Teil Schlesiens 1741/42 von Preußen annektiert und in den Kreis Schweidnitz eingegliedert, mit dem es bis zu seiner Auflösung 1945 verbunden blieb. 1785 enthielt Zirlau ein 1755 neu erbautes herrschaftliches Schloss, drei Vorwerke, ein Schulhaus, 46 Bauern, 21 Gärtner, 70 Häusler, zwei Wassermühlen, eine Bleiche und 811 Einwohner. 1835 schenkte die Gemeinde auf Veranlassung des Schiedsmannes, 60 Reichstaler, deren Zinsen als Schulgeld für arme Kinder bestimmt war. 1845 sind für Zirlau, zur Herrschaft Fürstenstein zu Fürstenstein, des Grafen von Hochberg gehörend, belegt: 134 Häuser, drei Vorwerke, ein Lehngut, 1319 überwiegend evangelische Einwohner (51 katholisch), evangelische Kirche zu Freiburg, eine evangelische Schule mit einem Lehrer und einem Hilfslehrer unter der Kollatur der Grundherrschaft, katholische Kirche zu Polsnitz (Parochie Freiburg), zwei Wassermühlen, eine Lohmühle, 33 Handwerker und fünf Händler.[5]

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Zirlau 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Ciernie umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1973 erfolgte die Eingemeindung nach Świebodzice.

Sehenswürdigkeiten

Einzelnachweise

  1. Andrzej Dobkiewicz: Ciernie – historia wsi do 1945 r. • ŚWIDNICKI PORTAL HISTORYCZNY. In: ŚWIDNICKI PORTAL HISTORYCZNY. 17. April 2021, abgerufen am 28. Oktober 2025 (polnisch).
  2. P. Kerber: Zirlau. In: Geschichte des Schlosses und der Freien Standesherrschaft Fürstenstein in Schlesien. Max, 1885, S. 158–159.
  3. Hans Lutsch: Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien: II. Korn, 1887, S. 253–254.
  4. Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien. Band 5. Verlag Johann Ernst Tramp, 1785, S. 526 (bibliotekacyfrowa.pl [abgerufen am 28. Oktober 2025]).
  5. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topograph. Übersicht der Dörfer, Flecken, der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 777.