Chu Huy Mân
Chu Huy Mân (* 17. März 1913 in Vinh, Nghệ An, Französisch-Indochina; † 1. Juli 2006 in Hanoi) war ein vietnamesischer Offizier und vietnamesischer Politiker der Kommunistischen Partei KPV, der unter anderem zwischen 1976 und 1986 Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees (ZK) der KPV, von 1977 bis 1986 als General Chef der Politischen Hauptverwaltung der Volksarmee sowie zwischen 1981 und 1986 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates war.
Leben
Chu Huy Mân, Sohn von Chu Văn Quý und Trần Thị Xuân, wurde 1930 Mitglied der Indochinesischen Kommunistischen Partei (Đảng Cộng sản Đông Dương) und nahm unter verschiedenen Kampfnamen als Angehöriger der Nghệ-Tĩnh-Sowjets an revolutionären Aktivitäten gegen die Kolonialmacht von Französisch-Indochina, weswegen er 1937 festgenommen wurde und sich in den Gefängnissen von Vinh sowie Kon Tum befand. Nach seiner Freilassung setzte er seine revolutionären Aktivitäten in der von Hồ Chí Minh[1] ausgerufenen Augustrevolution der Việt Minh fort. Nachdem am 1. September 1945 durch Hồ Chí Minh in Hanoi die Demokratische Republik Vietnam als Teil der Union française ausgerufen wurde, trat er der Volksarmee (Quân Đội Nhân Dân Việt Nam) bei und nahm als Kommandeur verschiedener Regimenter am Indochinakrieg (23. November 1946 bis 1. August 1954) teil, wobei er sich insbesondere in der Schlacht an der Route Coloniale 4 (30. September bis zum 7. Oktober 1950) sowie der Schlacht um Điện Biên Phủ (13. März bis 8. Mai 1954) auszeichnete.
Nach Ende des Indochinakrieges fand Chu verschiedene Verwendungen in der Volksarmee, wurde 1958 zum Generalmajor (Thiếu tướng) befördert und war von 1960 bis 1964 Mitglied der Nationalversammlung von Nordvietnam. Auf dem Dritten Parteitag (5. bis 10. September 1960) der damaligen Partei der Werktätigen Vietnams PdWV (Đảng Lao động Việt Nam) wurde er zudem erstmals Mitglied des Zentralkomitees (ZK), dem er nach seinen Wiederwahlen auf dem Vierten (14. bis 20. Dezember 1976) und auf dem Fünftem Parteitag (27. bis 31. März 1982) bis zum 15. Dezember 1986 angehörte. 1961 wurde er als Nachfolger von Nguyễn Đôn Kommandeur und Politkommissar der 4. Militärregion und behielt diese Funktionen bis zu seiner Ablösung durch Trần Văn Quang 1965. Während des Vietnamkrieges löste er 1967 Hoàng Văn Thái als Kommandeur der 5. Militärregion ab und verblieb bis 1977 in dieser Verwendung, woraufhin Đoàn Khuê[2] seine Nachfolge antrat. Während dieser Zeit wurde er 1974 zum Generaloberst (Thượng tướng) befördert und war nach Ende des Vietnamkrieges sowie der Wiedervereinigung Vietnams in der sechsten und siebten Legislaturperiode zwischen 1976 und 1986 Mitglied der Nationalversammlung (Quốc hội Việt Nam).
Auf dem Vierten Parteitag (Dezember 1976) wurde Chu Huy Mân zudem erstmals zum Mitglied des Politbüros des ZK der nunmehrigen Kommunistischen Partei KPV (Đảng Cộng sản Việt Nam) gewählt, dem er nach seiner Wiederwahl auf dem Fünftem Parteitag (27. bis 31. März 1982) bis zum 15. Dezember 1986 angehörte.[3][4] 1977 wurde er als Nachfolger von Song Hào zum Chef der Politischen Hauptverwaltung der Volksarmee ernannt und hatte diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Nguyễn Quyết[5] am 16. Februar 1987 inne, wobei in dieser Verwendung 1980 auch seine Beförderung zum General (Đại tướng) erfolgte. Zuletzt wurde er am 4. Juli 1981 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates und war damit bis zu seiner neuerlichen Ablösung durch Nguyễn Quyết am 18. Juni 1987 Vertreter des Staatspräsidenten (Vorsitzender des Staatsrates) Trường Chinh.[6] Aus seiner 1952 geschlossenen Ehe mit Lê Thu Thủy gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
Veröffentlichungen
- Thanh niên trong các lực lượng vũ trang với sự nghiệp bảo vệ tổ quốc và xây dựng đất nước, („Jugend in den Streitkräften für die Verteidigung des Vaterlandes und den Aufbau des Landes“), Hanoi 1980
- Người chỉ huy Nguyễn Chơn, („Kommandant Nguyen Chon“), Đà Nẵng 2002
- Thời sôi động, („Aufregende Zeiten“), Mitautor Lê Hải Triều, Hanoi 2004
- Tướng Hai Mạnh, („General Hai Manh“), Hanoi 2005
Literatur
- Nguyễn Duy Hùng, Lê Minh Nghĩa: Đại tướng Chu Huy Mân nhà chính trị, quân sự tà̀̀i ba tấm gương sáng về đạo đức cách mạng hồi ký, („General Chu Huy Man, ein talentierter Politiker und Militär, ein leuchtendes Beispiel revolutionärer Ethik. Memoiren“), Hanoi 2007
- Lưu Trần Luân: Đại tướng Chu Huy Mân nhà quân sự-chính trị song toàn người cộng sản kiên trung, mẫu mực, („General Chu Huy Man, ein militärisch-politischer Mann, ein überzeugter und vorbildlicher Kommunist“), Hanoi 2013
Weblinks
- Chu Huy Mân. In: daihoidang.vn. Abgerufen am 23. September 2025 (vietnamesisch).
- Đại tướng Chu Huy Mân. In: Vietnamesische Regierung. Abgerufen am 23. September 2025 (vietnamesisch).
- Lịch sử các kỳ đại hội đảng („Geschichte der Parteitage“). In: daihoidang.vn. Abgerufen am 22. September 2025 (vietnamesisch).
- Vietnam: National Party Congresses since 1951 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- Đại tướng Chu Huy Mân từ trần („General Chu Huy Man ist verstorben“). In: nhandan.vn. 3. Juli 2006, abgerufen am 23. September 2025 (vietnamesisch).
- Đại tướng Chu Huy Mân, người đảng viên chân chính, vị tướng tài ba, cống hiến trọn đời mình cho sự nghiệp cách mạng („General Chu Huy Man, ein wahres Parteimitglied und talentierter General, widmete sein ganzes Leben der revolutionären Sache.“). In: nhandan.vn. 15. März 2013, abgerufen am 23. September 2025 (vietnamesisch).
Einzelnachweise
- ↑ Ho Chi Minh. In: rulers.org. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).
- ↑ Doan Khue. In: rulers.org. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).
- ↑ Im Dienst des ganzen werktätigen Volkes, in: Neues Deutschland vom 21. Dezember 1976
- ↑ Parteitag der KP Vietnams setzte die Ziele bis 1985. Zum Abschluß einmütige Annahme der Dokumente / Kundgebung im Stadion von Hanoi, in: Neues Deutschland vom 1. April 1982
- ↑ Nguyen Quyet. In: rulers.org. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).
- ↑ Truong Chinh. In: rulers.org. Abgerufen am 23. September 2025 (englisch).