Christof Unterberger
Christof Unterberger (* 28. Oktober 1970 in Bregenz) ist ein österreichischer Cellist, Komponist, Arrangeur und Produzent, der vor allem durch seine Arbeiten in der Filmmusik, Fernseh- und Medienmusik bekannt ist.
Leben und Ausbildung
Unterberger erhielt seinen ersten Cellounterricht am Konservatorium der Stadt Graz. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz sowie in Paris am Conservatoire de Paris bei Klaus Heitz und Philippe Muller, wo er sein Konzertdiplom erwarb.
Musikalische Tätigkeit
Cellist
Unterberger wirkt als Solist und Kammermusiker im In- und Ausland. Er interpretierte Werke von Haydn, Vivaldi, Saint-Saëns, Tschaikowsky sowie Georg Matthias Monn (in einer Bearbeitung von Schönberg). Er war Solocellist in Ensembles wie der Wiener Kammerphilharmonie, dem Wiener Schubert Ensemble, der Wiener Kammeroper und dem Ensemble Reconsil Wien. Er arbeitete außerdem mit Künstlern aus Jazz, Pop und Weltmusik zusammen, darunter Soap&Skin, Kenny Werner, Arkady Shilkloper, Ulrich Drechsler, Patricia Kaas, Sarah Brightman, Natalie Cole und Christina Stürmer.
Komponist, Arrangeur, Produzent & Medienmusik
Seit etwa 2006 komponiert, arrangiert und produziert Unterberger Musik für Film, Fernsehen und Medienprojekte. Viele seiner Fähigkeiten in Komposition, Arrangement, Produktion und Orchestrierung hat er sich autodidaktisch angeeignet. Eine bedeutende Zusammenarbeit war seine Kooperation mit dem US-amerikanischen Filmkomponisten Jeff Rona sowie mit dem österreichischen Künstler André Heller.
Als Produzent war Unterberger an zahlreichen Projekten im Pop- und Crossover-Bereich beteiligt, unter anderem für die Söhne Mannheims, Take That, Mark Seibert, Timo Langner und Johannes Hartl. Sein stilistisches Spektrum reicht dabei von orchestraler Filmmusik über Pop-Produktionen bis hin zu experimentellen Klangprojekten, bei denen klassische und elektronische Elemente verschmelzen.
Ausgewählte Film-, Fernseh- und Videospielprojekte
- Stabat (2005)
- I Love In You (2007)
- Terror am Flughafen (2010)
- Un nuovo Regno (2011)
- Sturm der Liebe (2013–2021)
- Delete Lovers (2014)
- Iceman 3D (2014)
- Universum History: Maximilian von Mexiko (2014)
- Die Ringstraße – Trilogie eines Boulevards (2015)
- The Ark (2021)
- Kaiser Karl V. – Wunsch und Wirklichkeit (2021)
- Die Rothschild-Saga: Aufstieg – Glanz – Verfolgung (2021)
- Condor’s Nest (2022)
- Testify (2024)
- The Other 300: Army of Lovers (2025)
- Brothers: A Tale of Two Sons (Remake) (Videospiel, 2024) – gemeinsam mit Daniele Carmosino
Pars Momentum
Unterberger ist gemeinsam mit Christian Heidenbauer Mitglied des musikalischen Duos Pars Momentum. Das Projekt verbindet akustische Instrumente – insbesondere Cello und Gitarre – mit elektronischen Klangwelten, Loops und atmosphärischen Texturen. Musikalisch bewegt sich Pars Momentum zwischen Minimal Music, Ambient, Crossover und cinematischen Klanglandschaften, wobei Improvisation eine zentrale Rolle spielt.
Der Name Pars Momentum (lateinisch für „Teil des Moments“) steht für die Idee, Musik als unmittelbare, im Augenblick entstehende Kunstform zu begreifen. Das Duo wurde aus dem Wunsch heraus gegründet, klassische Instrumentalkunst mit modernen Sounddesign-Elementen zu verbinden. Dabei entsteht eine Klangsprache, die sowohl introspektiv als auch erzählerisch wirkt – geprägt von rhythmischer Klarheit, meditativen Strukturen und emotionaler Tiefe. Neben Studioarbeiten realisiert Pars Momentum auch audiovisuelle Performances und arbeitet an interdisziplinären Projekten mit Film, Tanz und visueller Kunst.
Diskografie
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Terminal Rage (Original Soundtrack) (2014)
- Very Christmas Music (2015)
- Single: ثلاث دقات (Three Beats) (2024)
- Beteiligung an Remixprojekten wie RealWorld Remixed (2007)
Auszeichnungen und Ehrungen
- Moondance Columbine Award 2006 (Best Film Score)
- „Miglior colonna sonora“, Dervio Film Festival (Italien) 2006
- 2. Platz beim RealWorld Remixed Wettbewerb 2007
- 2. Platz Wiener Filmmusikpreis 2009
- 1. Platz Wiener Filmmusikpreis 2010
- Auszeichnung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien 2010
Lehrtätigkeit & Engagement
Unterberger unterrichtet im Bereich Medienmusik an der Jam Music Lab – Privatuniversität für Jazz und Popularmusik Wien in Wien. Seit 2021 leitet er die Masterclass „Orchestral Programming“ an der Popakademie Baden-Württemberg.