Christina und der Bruchpilot

Christina und der Bruchpilot (englischer Originaltitel The Edge of the Cloud) ist ein Jugendroman der britischen Schriftstellerin K. M. Peyton, der im Jahr 1969 beim Verlag Oxford University Press veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Hilde Bertsch erschien 1973 beim Boje Verlag.[1] Das Buch ist der zweite Teil der sogenannten Flambards-Trilogie, der dem ersten Band Christinas Pferdesommer (englischer Originaltitel Flambards, 1967) folgt und mit dem dritten Teil Christina macht ihr Glück (englischer Originaltitel Flambards in Summer, 1969) abgeschlossen wird.

Inhalt

Gleich nach ihrer Ankunft bei Tante Grace in London versucht Will, eine Stelle als Flugzeugmechaniker beziehungsweise als Pilot zu bekommen, während Christina anfangs bei ihrer Tante bleibt und dieser bei deren Näharbeiten hilft. Wills Jobsuche gestaltet sich schwieriger als erwartet, doch nach mehreren ergebnislosen Wochen findet er schließlich eine Anstellung in Mr. Adams’ Flugschule. Er freundet sich dort mit dem jungen Piloten Sandy an und lernt dessen Freundin Dorothy kennen. Christina langweilen die Näharbeiten und die einsamen Tage bei Tante Grace. Umso glücklicher ist sie, als ihr Dorothy eine Stelle in dem Hotel ihres Vaters vermittelt, das nicht weit von Wills Arbeitsstelle liegt.

Immer wenn es ihre Arbeit zulässt, trifft sich Christina mit Will auf dem Flugfeld, doch so froh sie auch über diese Zusammenkünfte mit ihrem Liebsten ist, die ständige Sorge wegen der vielen Gefahren, die mit Wills Fliegerei verbunden sind, machen ihr schwer zu schaffen. Als kurz darauf Mr. Dermot, Wills ehemaliger Lehrmeister, bei einem Flugunfall stirbt, kommt Will von der Beerdigung mit einem Eindecker zurück, den ihm Mr. Dermot in seinem Letzten Willen vermacht hat. Zwar geht das Flugzeug bei der Landung zu Bruch, doch der Motor ist intakt und ermöglicht es Will, ein eigenes Flugzeug zu bauen, das sich dank Wills genialer Konstruktion zu einer außerordentlichen Maschine entwickelt.

Beim Fliegen merkt Will, dass sein verkrüppeltes Bein ein größeres Hindernis ist, als er geglaubt hat. Als er von einem ausländischen Spezialisten für Knieoperationen erfährt, fliegt er kurzerhand in die Schweiz und lässt sich dort behandeln. Die Kosten für den erfolgreichen Eingriff zahlt er in Raten zurück. Das Geld dafür muss sich Will mühsam in der Flugschule erarbeiten, doch sein Geschick und sein Konstruktionstalent führen dazu, dass er in Flugshows immer waghalsigere Kunststücke aufführt und sich so rasch einen Namen als geschickter Pilot machen kann, dessen Dienste auch entsprechend entlohnt werden. Für Christina bedeuten die spektakulären Flugeinlagen jede Menge bange Momente, die darin gipfeln, dass Will abstürzt und im Krankenhaus landet. Er lässt sich davon aber nicht entmutigen und Christina muss wohl oder übel lernen, mit der permanenten Sorge um Will umzugehen.

Als Onkel Russel stirbt, steht einer Hochzeit von Will und Christina nichts mehr im Weg. Wenige Tage vor dem großen Ereignis führen Will und Sandy eine gemeinsame Flugshow auf, bei der Sandys Maschine zu Bruch geht und dieser tödlich verunglückt. Zeitgleich bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Geschichte endet am Tag der Hochzeit und mit einer ungewissen Zukunft für das junge Brautpaar: Wird Will Flugzeugkonstrukteur für die Royal Aircraft Factory, oder tritt er so wie sein Bruder Mark der Armee bei, um im Royal Flying Corps als Kampfpilot seinem Vaterland zu dienen?

Anmerkungen

Peyton beabsichtigte mit den Flambards-Büchern eigentlich, eine Reihe romantischer Romane für Erwachsene zu schreiben. Aber da die Protagonistin Christina zu Beginn der Trilogie 12 Jahre alt ist, wurden die Romane vom Verlag als Kinderbücher veröffentlicht.[2]

Rezeption

Kate Agnew schreibt in ihrer Buchrezension: „Christina und der Bruchpilot […] erzählt von den neuen Freiheiten – und der damit verbundenen Verantwortung – junger Leute im Allgemeinen und junger Frauen im Besonderen. Der Roman spielt in den Monaten kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs; Ort der Handlung ist im Wesentlichen die Umgebung eines Flugfeldes. Thema ist die wachsende Bedeutung der Fliegerei, mit all ihren Reizen und Gefahren.“[1]

Auszeichnungen

Dem Roman wurde 1969 die Carnegie Medal verliehen.[3] Die gesamte Flambards-Trilogie wurde 1970 mit dem Guardian Children’s Fiction Prize ausgezeichnet.[4]

Referenzen

Christina und der Bruchpilot ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.[1]

Ausgaben

  • The Edge of the Cloud. Oxford University Press, London 1969 (englisch).
  • Christina und der Bruchpilot. Boje Verlag, Stuttgart 1973.

Adaptionen

Die gesamte Trilogie wurde 1978 als dreizehnteilige TV-Serie unter dem Titel Flambards verfilmt.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c Julia Eccleshare (Hrsg.): 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! 1. Auflage. Edition Olms, Zürich 2010, ISBN 978-3-283-01119-2 (960 S., librarything.com).
  2. a b Flambards. Archiviert vom Original am 12. Juli 2025; abgerufen am 22. September 2025 (englisch).
  3. The Carnegies. Abgerufen am 26. September 2025 (britisches Englisch).
  4. Learn Guardian Children's Fiction Prize facts for kids. Abgerufen am 22. September 2025 (englisch).