Chipkrise

Der umgangssprachliche Begriff Chipkrise oder Halbleiterkrise bezeichnet eine spezifische Wirtschaftskrise oder Situation innerhalb der Halbleiterindustrie und beschreibt eine meist negative wirtschaftliche Veränderung.

In den Medien wird meist der Mangel oder Lieferprobleme an „Chips“ thematisiert. Andere Probleme, z. B. die Qualität oder Fragen der Technologie innerhalb der hochkomplexen Produktion von Halbleitern oder Mikroelektronik, sind damit nicht gemeint. Im Zusammenhang mit der „Chipkrise“ werden jedoch auch wirtschaftspolitische Situationen beschrieben, beispielsweise der Taiwan-Konflikt und die damit verbundenen Risiken für den Produktionsstandort sowie die möglichen, teilweise sicherheitskritischen Auswirkungen auf andere Industrien.

Die „Chipkrise“ wurde besonders in den Jahren 2020 bis 2023 zu einem zentralen Thema, da sie in Wechselwirkung mit anderen Industrien stand, die Halbleiter verarbeiten oder integrieren, insbesondere der Automobilindustrie. Die Krise begann etwa im Jahr 2020 mit der Coronapandemie, und während dieser Zeit eskalierte auch der Ukraine-Konflikt.[1] Fachleute prognostizierten ab 2023 eine Entspannung der Lage.

Insgesamt ist die Halbleiterindustrie eine Multimilliarden-Dollar-Industrie, deren Produkte für moderne Schlüsseltechnologien benötigt werden – insbesondere in der Unterhaltungselektronik, der Computerindustrie und seit Jahrzehnten auch in der Automobilindustrie. Außerdem betrifft dies alle anderen Branchen, die komplexe Elektronik integrieren, einschließlich der sicherheitskritischen Rüstungsindustrie. Infolgedessen bestehen zahlreiche Szenarien, die weit über einen Mangel an Chips hinausgehen.

Chipkrise 2020–2023

Anfänge

Zu Beginn der durch die Coronapandemie verursachten Wirtschaftskrise von etwa 2020 bis 2021 befand sich die Halbleiterindustrie am Ende eines langanhaltenden konjunkturellen Abschwungs und hoffte auf einen baldigen kräftigen Aufschwung. Stattdessen kam es im Frühjahr 2020, kurz nach dem Ausbruch der Pandemie, zu einem kurzzeitigen Einbruch der Nachfrage nach Halbleiterprodukten, woraufhin Aufträge an Chiphersteller in größerem Umfang storniert wurden. Ab diesem Zeitpunkt etwa sprachen die Medien von einer „Chipkrise“.[1] Als wenig später der Bedarf unerwartet stark wieder anstieg, konnte die Nachfrage nach Halbleiterprodukten nicht mehr ausreichend bedient werden. Die harte COVID-19-Politik der Regierung der Volksrepublik China[2] sorgte vor allem 2022 dafür, dass die Produktion weiterhin stagnierte. Darüber hinaus galten die Lieferketten als unterbrochen[3]. Des Weiteren arbeiten Halbleiter-Foundries, um wirtschaftlich ertragsfähig zu sein, mit hohen Auslastungsraten.[4] Bestellungen und kurzfristige Nachfrageanpassungen können nur bedingt zwischen den Industrien übersetzt bzw. übertragen werden.[5][6]

Der am 24. Februar 2022 begonnene Ukraine-Krieg trug in der Folge ebenfalls dazu bei, dass es in vielen Bereichen zu Lieferengpässen kam[7].

Auswirkungen von Chinas Null-Covid-Politik

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und speziell der in China umgesetzten „Null-Covid-Politik“[8] auf die Fertigungsstandorte außerhalb Chinas sind laut Medienberichten enorm. Neben dem geopolitischen Taiwan-Konflikt bewirken sie eine Vielzahl von Änderungen und Neuausrichtungen.[9] Weiterhin bewirken die Maßnahmen Störungen und Konflikte in der Produktion, so z. B. bei Foxconn, einem der weltweit größten Auftragsfertiger u. a. für Apple.[10][11]

Folgen für die Wirtschaft

Laut Goldman Sachs litten Stand Mai 2022 169 Branchen unter einem anhaltenden Chipmangel, darunter Hersteller von Autos, Smartphones, Computern, WLAN-Routern, Messtechnik und medizinischen Geräten.[12] Aufgrund der Chipkrise konnten Hersteller von darauf angewiesenen Produkten weltweit teilweise gar nicht oder nur unter Einschränkungen produzieren. So hatte sich beispielsweise der deutsche Automobilbauer Mercedes dazu entschlossen, seinen Kunden Fahrzeuge mit eingeschränkter Funktionalität auszuliefern. Die fehlenden Funktionen sollten später kostenlos nachgerüstet werden können.[13] Andere Produkte waren seit Eintritt der Krise entweder nur mit sehr langen Lieferzeiten oder zu stark überhöhten Preisen erhältlich. Ende 2022 entspannte sich die Situation merklich, aufgrund der sinkenden Nachfrage im Endkundenmarkt.[14] In einzelnen Industrien, darunter der Automobilbranche, blieben die Lieferzeiten jedoch überdurchschnittlich. Für den Jahresverlauf 2023 wird jedoch mit weiterer Besserung gerechnet.[15][veraltet]

Krisenbewältigung nach SIA

Der US-amerikanische Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA) zeichnete die folgenden Szenarien als Auswege aus der Krise auf:[16]

  • Kurzfristig konnte seit dem 1. Quartal 2019 bei vielen bestehenden Fabs die monatliche Auslastung auf über 80 % gesteigert werden.[16]
  • Mittelfristig werden neue Halbleiterfabriken angekündigt oder wurden bereits eröffnet.[17] Beispiele in Deutschland sind der Neubau einer Fabrik von Intel[18] in der Nähe von Magdeburg und der Ausbau des Standorts Dresden durch den Neubau eines 300-mm-Wafer-Moduls von Infineon[19][20]. Laut SEMI sind die 200-mm-Wafer-Kapazitäten um 17 % gestiegen. Bis 2024 sind 22 neue 200-mm-Wafer-Fabs geplant.[21]
  • Langfristig zeigen die Investitionsausgabe in Fertigungskapazitäten neue Rekordwerte auf. Eine jährliche Ausgabenrate von 156 Milliarden US-Dollar zwischen 2021 und 2025 im Vergleich zu 97 Milliarden US-Dollar zwischen 2016 und 2020 ist projektiert. Dies wäre eine Änderung (Zuwachs) von 61 %.[16]

Auswirkungen auf die Automobilindustrie

In der Automobilindustrie nahm die Chipkrise 2020-2023 den folgenden Verlauf[22]: Angesichts der ersten Lockdowns in China im Februar 2020 prognostizierten Analystenhäuser rapide fallende Verkaufszahlen für die Automobilindustrie. Das Management der Automobilkonzerne leitete daher umgehend Maßnahmen ein, um die Fahrzeugproduktion zurückzufahren. Und auch die Zulieferer von Software- und Elektronikkomponenten sahen sich aufgrund der revidierten Produktionsplanungen ihrer Kunden dazu veranlasst, laufende Bestellungen bei den Produzenten von Mikrocontrollern und Halbleitern für die Automobilindustrie zu stornieren. Als die Nachfrage nach Fahrzeugen allerdings nach einem kurzen Einbruch unerwartet schnell wieder anzog, hatten die Halbleiterproduzenten ihre zuvor für die Automobilindustrie reservierten Fertigungskapazitäten bereits zur Befriedigung des mit der Pandemie rasant gestiegenen Bedarfs an Chips für Unterhaltungselektronik, Notebooks und andere Gadgets wie Heimfitnessgeräte umgerüstet. Plötzlich waren in den Halbleiterwerken daher keine Kapazitäten mehr vorhanden, um die schnell wachsende Nachfrage nach „Chips“ in der Automobilindustrie zu erfüllen. Der Mangel an Halbleitern zwang viele Erstausrüster (OEMs) trotz der hohen Nachfrage nach Fahrzeugen zu einer Anpassung und Drosselung der Produktion[23]

In der weltweiten Chipkrise unterscheiden sich die Hauptabnehmer (Kunden) für Hochtechnologie (5 nm und 7 nm Strukturgrößen) von TSMC[24], darunter Großkunden wie Apple, Qualcomm, AMD, Nvidia, MediaTek usw. Hingegen bedienen sich Fahrzeughersteller (und deren Zulieferer wie Bosch, Continental etc.) vornehmlich an Bauteilen (Halbleiterprodukten wie Mikrocontrollern) größerer Strukturgrößen (z. B. 65 nm). Namhafte Hersteller und Lieferanten für die Automobilindustrie sind Infineon, NXP, STMicro, Renesas etc.[25] Aufgrund der weiterhin zunehmenden Digitalisierung von Fahrzeugen (Multimedia, Autonomes Fahren, Fahrerassistenzsysteme, Vernetztes Auto etc.)[26] sowie Leistungshalbleitern in Elektroautos entstehen weitere Abhängigkeiten, die von Lieferengpässen bis 2025 in diesem Zusammenhang betroffen sein können.[27]

Vertreter des Branchenverbands Silicon Saxony sprechen sich gegen eine Krise im Zusammenhang mit der Automobilindustrie aus und verweisen auf die intensiven Bemühungen der Produktionssteigerung seit der COVID-19-Pandemie. Ebenfalls spielen technologische Vorlaufzeiten (min. 3 Monate) von Wafern, ausgehend von einem fixierten Chipdesign, eine entscheidende Rolle bei kurzfristigen Verfügbarkeiten von Halbleiterprodukten.[6]

Den Halbleiterlieferproblemen stehen Absatzrekorde einzelner Hersteller gegenüber.[28] Unternehmen wie Porsche, Rolls-Royce Motor Cars, BMW usw. erzielten in dem Jahr 2021 neue Rekorde.[29]

Rezeption der Krise

Trotz der genannten Schwierigkeiten und Engpässe beliefen sich die Umsätze aus Sicht der Halbleiterindustrie (Semiconductor Industry Association und World Semiconductor Trade Statistics) auf Rekordniveau.[30] Es wurden 2021 ca. 1,15 Billionen Halbleiter im Wert von 555,9 Milliarden US-Dollar verkauft, beides sind neue Rekordwerte.[31] Der Verband ZVEI berichtet, die Elektronikindustrie wuchs im Jahr 2022 trotz Widrigkeiten um 4 %.[32]

Die Krise führte zu einem „Investitionsschub“ oder „Boom“ in Silicon Saxony.[33] Fachleute der Consumer Technology Association (CTA) und verschiedener Unternehmen sehen seit Anfang des Jahres 2023 erste Anzeichen einer Verbesserung bei den Lieferproblemen.[34][35] Aus Sicht der Wafer-Hersteller und Kennzahlen der SEMI Silicon Manufacturers Group (SMG) lag 2022 ein Zuwachs von 3,9 % Y/Y auf 14.713 Millionen Quadratzoll (MSI) vor. Die Umsätze sind um 9,5 % Y/Y auf 13,8 Milliarden US-Dollar gestiegen. Beide Kennwerte übertreffen die Zahlen von 2021.[36]

Taiwan-Konflikt

Die Provinz Taiwan bzw. die Republik China[37] gilt mit seinen großen Halbleiterunternehmen wie TSMC, UMC usw. als führend in der produzierenden Halbleiter- und Mikroelektronik­industrie.[38] Mittels des innovativen und erfolgreichen Fabless-Geschäftsmodells konnte sich beispielsweise TSMC mit mehr als 500 Kunden, darunter Apple, Qualcomm usw. behaupten und etablieren.[39][40][41][42] Der Anteil der USA an den weltweiten Halbleiterfertigungskapazitäten ist hingegen seit 1990 von 37 % auf 12 % Kapazität zurückgegangen.[43] Seit 1990 sind außerdem die Produktionskapazitäten in Singapur, Korea, Malaysia und China gewachsen. Umgangssprachlich wird auch von den Tiger-Staaten gesprochen. Eine Vielzahl von Fertigungsdienstleistern oder Originalhersteller (OEMs) betreibt in diesen Ländern eine oder mehrere Fabriken.

Aufgrund der geopolitischen Spannungen durch den Taiwan-Konflikt kündigte TSMC im Mai 2020 an, eine Fabrik in Arizona (USA), zu bauen.[44] Politisch bildet der amerikanische CHIPS and Science Act eine Grundlage für die Neugründung von Fabriken außerhalb Taiwans mit Ziel USA.[45][43] In Europa wurde von der Europäischen Kommission das Europäische Chip-Gesetz, basierend auf einer ähnlichen Zielen (Anteil der Fertigungskapazitäten in Europa von ca. 10 %[46], Umsatzanteil der europäischen Hersteller am weltweiten Chipmarkt von 7 %[47]), ins Leben gerufen.[48]

Die Krise in diesem Zusammenhang hat ihre Gründe daher in Lieferengpässen bei den globalen Zulieferern für Halbleiterfertigungs-Ausrüstung, für die in Taiwan produzierenden Unternehmen[49], wie von ASML eingeräumt.[50] Weitere namhafte Zulieferer der Halbleiterindustrie sind von der angespannten Situation um Taiwan betroffen.[51]

Weiterhin räumt TSMC Lieferengpässe bei Grund- und Prozessmaterialien ein, zum Beispiel Edelgasen (Neon).[52] Unternehmen aus der Ukraine (Ingas, Cryoin) gelten als Großlieferanten für Neon.[53]

Aufgrund der geopolitischen Spannungen erließ das Handelsministerium der Vereinigten Staaten (darunter das Bureau of Industry and Security) im August 2022 verschärfte Regeln für den Export für hoch entwickelte Halbleiter-Fertigungstechnik und Gasturbinen.[54] Die Effektivität dieser Maßnahmen wird kontrovers diskutiert.[55] Die Sanktionen haben weitreichende Folgen. So ist z. B. der Zulieferer für Ausrüstung zur Halbleiterfertigung Zeiss Semiconductor Manufacturing unmittelbar davon betroffen und äußert Kritik.[56]

Onshoring der Halbleiterfertigung in Europa und den USA

Im Zuge der Globalisierung sind seit den 1990er Jahren große Halbleiterproduktionskapazitäten im asiatisch-pazifischen Raum im Sinne eines Offshoring herangewachsen. Die Politik in Europa und Nordamerika versucht, diesem Trend entgegenzuwirken, was auch unter dem Begriff Reshoring oder Onshoring bekannt ist.[57] Zu den politischen Instrumenten und Rahmenprogrammen, zählen:

Der Politiker Robert Habeck möchte die Chipindustrie in Deutschland und Europa durch Investitionen im Rahmen des Important Project of Common European Interest (kurz IPCEI-Projekts) „zurückholen“.[59]

Kritik gegenüber den Wünschen und politischen Entscheidungen nach mehr nationaler Fertigung äußern verschiedene Fachexperten, darunter der TSMC-Gründer Morris Chang.[60] Auch Experten des Vereinigten Königreichs sprechen sich gegen ein „Onshoring der Halbleiterfertigung“ aus bzw. sehen darin keine Lösung.[61] Als generelle Einwände werden beispielsweise die erheblichen Aufwendungen (Kosten), stagnierende Innovationskraft usw. mit ungewissem Ausgang der Maßnahmen aufgezählt.[55][62][63] Des Weiteren warnen Fachleute vor Überkapazitäten nach der „Investitions- bzw. Expansions-Rallye“ bei den Fertigungskapazitäten.[64]

Wirtschafts- und Sicherheitspolitische Entwicklungen in der Halbleiterindustrie

Seit den 2010er Jahren erfolgen vermehrt Versuche von teils sicherheitskritischen Firmenübernahmen und -beteiligungen in Europa und Deutschland, speziell auch durch Investoren aus China.[65][66] Dabei werden gezielt Technologie-starke Unternehmen anvisiert, sodass die Politik aufgrund sicherheitstechnischer und wirtschaftlicher Bedenken zu Gegenmaßnahmen bzw. zur Mitentscheidung einbezogen wird oder interveniert. Laut der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), welche die „Chinesischen Unternehmenseinkäufe in Europa“ analysiert, ist die Zahl der Übernahmen oder Beteiligungen jedoch stark gesunken (Achtjahrestief). Nach EY ging das Transaktionsvolumen von 17,2 auf 1,5 Milliarden US-Dollar zurück.[67]

Ereignisse (Auswahl)

  • 2016: Verkaufsstopp des Halbleiterausrüsters Aixtron an den Investor Fujian Grand Chip Investment Fund;[68][69] Im Falle Aixtron hegte die US-Regierung damals unter Barack Obama (durch die US-Behörde CFIUS) Sicherheitsbedenken;[70]
  • Ab 2016 der Verkauf des deutschen Roboterherstellers Kuka an die chinesische Midea Gruppe;[71][72]
  • Übernahmegesuch und Stopp der Übernahme der amerikanischen Qualcomm von NXP;[73]
  • Übernahmegesuch der britischen ARM durch die amerikanische Nvidia und Softbank[74] mit Überprüfung der Vorgänge durch die Europäische Kommission.[75][76] Die Übernahme wurde gestoppt;[77]
  • Seit spätestens den 2020er Jahren: Diverse Länder, speziell die 5-Eyes-Länder, erheben Sicherheitsbedenken gegen die 5G-Chipsets der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE;[78][79][80]
  • 2022: Verkaufstopp des deutschen Halbleiterherstellers Elmos;[81]
  • 2022: Verkaufsdrängen der britischen Regierung der Newport Wafer-Fabrik (früher die Inmos microprocessor factory bzw. heute Nexperia Newport) durch die niederländische Nexperia (eine Ausgliederung der NXP), welche die Fab 2016 an ein chinesisches Konsortium verkaufte und die damit eine Tochtergesellschaft des in Shanghai börsennotierten Halbleiterherstellers Wingtech wurde.[82][83] Die britische Regierung blockierte aus Sicherheitsbedenken den Verkauf der Fab;[84] Die Fab ist heute, nach sehr vielen Käufen und Verkäufen, im Besitz der Vishay Intertechnology;
  • 2022: Verkaufsstopp des deutschen Wafer-Herstellers Siltronic an die taiwanesische Globalwafers;[85]
  • Seit 2024 beschränkt die US-Regierung den Export von Hochleistungs-Grafikprozessoren nach China, die durch optimierte Strukturen oder Architekturen für moderne Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz genutzt werden.[86] Hintergrund sind Sicherheits- und Wettbewerbsbedenken. Seit April 2025 plant die US-Regierung den Verkauf des an Export-Anforderungen angepassten H20-Prozessor für den chinesischen Markt durch spezielle Lizenzen.[87] In diesem Zusammenhang geht es auch um KI-optimierte Chips von AMD;[88]
  • Im Oktober 2025 hat die niederländische Regierung auf Empfehlung der Niederländischen Unternehmenskammer die Kontrolle über das von der chinesischen Wingtech geleitete Unternehmen Nexperia übernommen.[89][90][91] Den Medienberichten zufolge haben die Konfliktparteien die Probleme etwa Ende November soweit aufgearbeitet, dass sie eine Lösung gefunden haben.[92]
  • 2016 verlangt in einer Executive Order (EO) der US-Präsident Trump, dass das neu gegründete Halbleitertechnologieunternehmen HieFo seine gekauften Anteile und Rechte an Halbleitertechnologie abstößt, welche es von dem Unternehmen Emcore erworben hatte.[93][94] Eine der Grundlagen für derartige Eingriffe bildet der International Emergency Economic Powers Act von 1977.

Siehe auch

Literatur

Berichte

Sach- und Fachbücher

  • Sung-Gul Hong: The Political Economy of Industrial Policy in East Asia. The Semiconductor Industry in Taiwan and South Korea. Edward Elgar, Cheltenham 1997, ISBN 978-1-85898-520-6 (englisch, archive.org).
  • Chung-Shing Lee, Michael Pecht: The Taiwan Electronics Industry (= The Electronics Industry Series). CRC Press, Boca Raton, FL 1997, ISBN 978-0-8493-3170-1 (englisch, archive.org).
  • Michael Pecht, Chung-Shing Lee, Zong Xiang Fu, Jiang Jun Lu, Wang Yong Wen: The Chinese Electronics Industry (= The Electronics Industry Series). CRC Press, Boca Raton, FL 2018, ISBN 978-1-315-21396-5, doi:10.1201/9781315213965 (englisch, archive.org).
  • John Alwyn Mathews, Dong-Sung Cho: Tiger Technology. The Creation of a Semiconductor Industry in East Asia (= Cambridge Asia-Pacific studies). Cambridge university press, Cambridge 2000, ISBN 978-0-521-66269-7 (englisch, archive.org).
  • Adrian B. Ryans, Roger More, Donald Barclay, Terry Deutscher: Winning Market Leadership: Strategic Market Planning for Technology-Driven Businesses. John Wiley & Sons, Toronto, CA 2010, ISBN 978-0-471-64430-9 (englisch, archive.org).
  • Chris Miller: Chip War. The Fight for the World’s Most Critical Technology. Simon & Schuster, London 2023, ISBN 978-1-398-50412-7 (englisch, archive.org).
  • Willem Thorbecke: The East Asian Electronics Sector: The Roles of Exchange Rates, Technology Transfer, and Global Value Chains. 1. Auflage. Cambridge University Press, 2023, ISBN 978-1-00-921683-8, doi:10.1017/9781009216838 (englisch).
  • Larry Diamond, James O. Ellis, Orville Schell, Hoover Institution on War, Revolution and Peace (Hrsg.): Silicon Triangle. The United States, Taiwan, China, and Global Semiconductor Security (= Hoover Institution Press publication. no. 735). Hoover Institution Press, Stanford University, Stanford, California 2023, ISBN 978-0-8179-2615-1 (englisch, hoover.org).
  • Tao Ma, Tiantian Wang, Jian Zhang: China’s Semiconductor Industry Strategy: Assessment and Optimization (= SpringerBriefs in Economics). Springer Nature Singapore, Singapore 2026, ISBN 978-981-9533-31-2, doi:10.1007/978-981-95-3332-9 (englisch).

Einzelnachweise

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  2. Dana Heide, Julian Olk: Konjunktur: „Gravierendes Problem für globale Lieferketten“ – Chinas rigide Coronapolitik gefährdet den Welthandel. Handelsblatt, 18. Januar 2022, abgerufen am 25. Mai 2022.
  3. Coronavirus unterbricht globale Lieferketten. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2022; abgerufen am 25. Mai 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihk.de
  4. Shi Chen, Junfei Lei, Kamran Moinzadeh: Operations Management in Semiconductor and Computing Technology Industries: Capacity, Outsourcing, and Production. In: Creating Values with Operations and Analytics: A Tribute to the Contributions of Professor Morris Cohen. Springer International Publishing, Cham 2022, ISBN 978-3-03108871-1, S. 199–233, doi:10.1007/978-3-031-08871-1_10.
  5. Gerd Mischler: Chipmangel: Ursachen, Dauer & Gegenmaßnahmen. In: Technik+Einkauf. Verlag moderne Industrie, 20. Oktober 2022, abgerufen am 5. Dezember 2022.
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  7. Hendrik Ankenbrand, Christoph Hein, Svea Junge, Julia Löhr: Krieg und Lockdown: Die Lieferketten stehen vor der nächsten Zerreißprobe. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  8. Benjamin Eyssel: Chinas Schweigen nach der Null-Covid-Politik. Tagesschau, 7. Dezember 2023, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  9. Henrik Bork: Chiphersteller wenden sich von China ab. Elektronikpraxis (Vogel Communications Group), 29. November 2022, abgerufen am 30. November 2022.
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  11. tagesschau.de: Foxconn: Erneut Unruhen in weltgrößter iPhone-Fabrik. tagesschau.de, 23. November 2022, abgerufen am 30. November 2022.
  12. Fehleinschätzung der Autobauer: Wie die Lieferkette für Mikrochips ins Chaos stürzte. N-tv.de vom 13. Dezember 2021, abgerufen am 18. Dezember 2021.
  13. Chipmangel zwingt Mercedes zu drastischem Schritt. Abgerufen am 25. Mai 2022.
  14. Christian Kahle: Chipkrise ist eindeutig vorbei: Herstellern laufen die Lager voll. In: WinFuture. 28. Dezember 2022, abgerufen am 20. September 2023.
  15. Stefan Küpper: Mangel an Halbleitern: Ist die Chipkrise vorbei? In: Augsburger Allgemeine. 16. März 2023, abgerufen am 20. September 2023.
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  17. Global 300 mm Semiconductor Fab Capacity Projected To Reach New High in 2025, SEMI Reports | SEMI. Semiconductor Equipment and Materials International, abgerufen am 17. November 2022 (englisch).
  18. Reinhard Bingener, Stephan Finsterbusch, Roland Lindner: Ansiedlung von Intel: Magdeburg steht vor einer Mega-Investition. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 17. November 2022]).
  19. Infineon Technologies AG: Standortausbau – Infineon Technologies. Abgerufen am 17. November 2022.
  20. Ilka Kopplin, Stephan Finsterbusch: Chiphersteller: Infineon verkündet den Doppel-Wumms. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 17. November 2022]).
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  27. manager magazin: Studie: Chipmangel bremst Autoproduktion bis 2024. manager magazin new media, 28. Juni 2022, abgerufen am 4. Januar 2023.
  28. Nicholas Buschschlüter: Warum Autobauer 2022 Milliardengewinne erwirtschafteten. tagesschau.de, 27. Dezember 2022, abgerufen am 27. Dezember 2022.
  29. Fabian Pertschy: Der Absatz der Autohersteller im Überblick. In: Automobil Produktion. Media-Manufaktur GmbH, 8. August 2022, abgerufen am 19. Dezember 2022.
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  32. Martin Probst: ZVEI: Elektronikindustrie wächst im Krisenjahr 2022. In: All-electronics. Hüthig GmbH, 20. Januar 2023, abgerufen am 24. Januar 2023.
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  35. Peter Steinlechner: Lieferengpässe bei Mikrocontrollern und Leistungshalbleitern. Golem.de, 1. Januar 2023, abgerufen am 12. Januar 2023.
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  91. Wie reagiert die deutsche Politik auf die Chipkrise? Tagesschau, 23. Oktober 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.
  92. Im Streit um Nexperia deutet sich Entspannung an. Tagesschau, 8. November 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025: „Hintergrund des Konflikts ist die Entscheidung der niederländischen Regierung vom 30. September, Nexperia unter staatliche Kontrolle zu stellen. Anlass waren Bedenken gegenüber der chinesischen Muttergesellschaft Wingtech, die den Chiphersteller im niederländischen Nimwegen führt. Die Regierung in Den Haag sah die Gefahr, das Wingtech Wissen und Kapital aus Europa abzieht. China stoppte daraufhin die Ausfuhr von Nexperia-Produkten.Nexperia ist ein wichtiger weltweiter Großlieferant von Halbleitern, die beispielsweise häufig in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Nexperia-Halbleiter werden zwar auch in Europa produziert. Zur Weiterverarbeitung werden sie jedoch häufig nach China verschickt, bevor sie dann zu den europäischen Kunden reexportiert werden.“
  93. Trump orders divestment in $2.9 million chips deal to protect U.S. security interests. In: NBCnews. 3. Januar 2026, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
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