Chikaji Kawakami
Chikaji Kawakami (japanisch 川上 親治; * 26. Juni 1882 in Kagoshima, Japan; † 3. Februar 1949 in San Francisco, Kalifornien) war ein japanisch-amerikanischer Aquarellmaler. Er wurde insbesondere durch seine im Internierungslager Topaz in Utah entstandenen Darstellungen des Lagerlebens im Zweiten Weltkrieg sowie durch seine Tätigkeit als Lehrer an der Topaz Art School bekannt.
Leben
Chikaji Kawakami wurde in Kagoshima geboren und absolvierte dort seine künstlerische Ausbildung. Er nahm den Künstlernamen Nanpo (南方) an. Am 17. Dezember 1904 emigrierte er im Alter von 22 Jahren an Bord der S.S. Mongolia von China nach San Francisco. Er ließ sich in der Region East Bay nieder, unter anderem in Berkeley, Alameda und Oakland, wo er in einer Motorradwerkstatt und in einer Wäscherei arbeitete. Im Jahr 1905 heiratete er seine erste Ehefrau Yono, die als Ärztin in einer privaten Praxis tätig war. Das Paar hatte vier Kinder: Eva, Takyo, Iwao und Yukio. Yono Kawakami starb im Jahr 1920. Später heiratete Chikaji Kawakami Matsu, die als Redakteurin für eine englischsprachige japanische Zeitung arbeitete. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor: James Chikaharu, Umeko Mae, Frank, Takako, Jack Chikashi, Joe und Lily. Matsu Kawakami starb 1933 in Berkeley. Nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 versuchten zwei seiner Söhne, sich der US-Armee anzuschließen, wurden jedoch aufgrund ihrer ethnischen Herkunft abgewiesen. Im Alter von 60 Jahren wurde Kawakami gemeinsam mit sechs seiner jüngsten Kinder zunächst in das Tanforan Assembly Center und anschließend in das Internierungslager Topaz im US-Bundesstaat Utah deportiert. Auch seine Söhne Iwao und Frank aus erster Ehe wurden in Topaz interniert. Im Lager wandte sich Kawakami intensiv der Kunst zu. Er fertigte zahlreiche Skizzen, Aquarelle und Sumi-e-Tuschzeichnungen an, in denen er das Alltagsleben im Lager dokumentierte. Als Tintenträger nutzte er ein Stück Schiefer, das er in der Wüste gefunden hatte. Ab Januar 1944 unterrichtete er Aquarellmalerei an der Topaz Art School.
In Topaz freundete sich Chikaji Kawakami mit der schwedischstämmigen Künstlerin Ella Honderich an, die das Lagerleben ebenfalls künstlerisch dokumentierte.[1] Sie schuf rund 80 Zeichnungen in Topaz, darunter das Porträt The Artist, Mr. Kawakami, at Work, das Kawakami beim Malen in seiner Baracke zeigt. Laut einer späteren Erinnerung seines Sohnes Joe erhielt Kawakami beim Weggang Honderichs deren Hund, den er humorvoll mit der Barackennummer „12-4-D“ und einer Brille bemalte. Die erhaltenen Werke Kawakamis aus der Lagerzeit sind vorwiegend Landschaftsdarstellungen im Stil der kalifornischen Pleinair-Malerei. Sie zeigen die weiten Himmel, Baracken und Umgebungslandschaften des Lagers in der Sevier-Wüste. Sein Sohn Iwao Kawakami, Dichter und Journalist, lebte ebenfalls in Topaz. Gemeinsam mit seiner Frau, der Dichterin Toyo Suyemoto, arbeitete er dort als Redakteur und Autor für die Lagerzeitung Topaz Times. 1947 veröffentlichte er den Gedichtband The Parents and Other Poems bei der neu gegründeten Nichi Bei Times, bei dem er als Sportredakteur tätig war.[2] Nach seiner Freilassung aus Topaz lebte Chikaji Kawakami in Chicago, Illinois. Ob er seine künstlerische Tätigkeit dort fortsetzte, ist nicht bekannt. Er starb am 3. Februar 1949 im Alter von 67 Jahren in San Francisco.
Chikaji Kawakamis Werke wurden postum in mehreren Ausstellungen gezeigt, darunter in der richtungsweisenden Schau The View from Within: Japanese American Art from the Internment Camps, 1942–1945 (Los Angeles 1992).[3] 2023 erhielt das Monterey Museum of Art eine Schenkung von 87 seiner Arbeiten auf Papier.[4] Vom 22. August bis 15. Dezember 2024 präsentierte das Museum die Ausstellung Under the Guard Tower: The Watercolors of Chikaji Kawakami.[5]
Literatur
- Karin M. Higa (Hrsg.), The View from Within: Japanese American Art from the Internment Camps 1942–1945, Japanese American National Museum / UCLA Wight Art Gallery / UCLA Asian American Studies Center, Los Angeles 1992.
Weblinks
- Densho Encyclopedia
- Asserting a Traditional Japanese Self Kawakami’s Paintings of Incarceration During WWII
- Werke im Monterey Museum of Art
Einzelnachweise
- ↑ Have You Seen Ella’s Art? | Nikkei West. 25. Oktober 2024, abgerufen am 12. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Home | Nichi Bei News. Archiviert vom am 11. April 2025; abgerufen am 12. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ The View From Within | Japanese American National Museum. Abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ Online Collections (Monterey Museum of Art) - Chikaji Kawakami (aka Nanpo). Abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ Monterey Museum of Art: Under the Guard Tower: The Watercolors of Chikaji Kawakami -... Archiviert vom am 19. September 2024; abgerufen am 12. November 2025 (amerikanisches Englisch).