Carl Spängler
Carl Spängler (Taufname Maria Carl Joseph Kaspar Spängler, * 26. Juni 1825 in Salzburg; † 16. Oktober 1902 ebenda) war ein Salzburger Kaufmann und Gründer des Bankhauses Spängler.[1]
Leben
Er wurde als zweitältestes Kind von acht überlebenden Kindern des Ehepaares Aloys Spängler (1800–1875) und seiner Ehefrau Theresia Messner (1803–1883) geboren. Er war bereits im Alter von 15 Jahren in das Handels- und Bankhaus der aus Lana in Südtirol stammenden Handelsfamilie Späth eingetreten, um im Bankwesen ausgebildet zu werden. Nach vier Jahren begab er sich nach Verona in die Niederlassung der Vorarlberger Textilfirma Herrburger & Rhomberg. Sie belieferte die Lombardei und Venetien mit hochwertigen Baumwolltextilien. Nach einem längeren Aufenthalt in Wien bei der Firma nahm er mit seinem Bruder, dem späteren Kaiserlichen Rat Dr. med. Alois Spängler, an den 1848er Kämpfen teil. Daraufhin erhielt er einen Landesverweis, der jedoch schon bald wieder aufgehoben wurde.
Im Juli 1849 kehrte Carl Spängler nach Salzburg zurück. Ab 1849 war er Handlungscommis im Familienunternehmen „Franz Spangler´sche Tuch- und Seidenhandlung“, dieses war im Besitz von seinem Vater Aloys und seines Onkels Josef Johann Spängler. Mit Trennungsvertrag vom 1. Juli 1855 schied sein Vater Aloys aus dem bis dahin gemeinsam mit seinem Bruder geführten Tuchgeschäft aus und für ihn stellte sich die Frage, was er nun tun sollte. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinem sehr traditionsbewussten Vater, beschloss er, nach Amerika auszuwandern. Er lernte jedoch kurz davor Leopoldine Duregger kennen, deren Vater, Johann Alois Duregger, in Salzburg einen Großhandel und seit 1828 ein Geldwechselgeschäft betrieb. Nach der Hochzeit mit Leopoldine trat er 1855 in das Geschäft seines Schwiegervaters ein und führte es als „Spängler & Trauner, Handel mit Landesprodukten, Speditions-, Komissions- und Wechselgeschäft“ weiter. Das Warengeschäft trat zunehmend zugunsten des Bankgeschäfts in den Hintergrund, wozu auch die Übernahme der Vertretung der Ersten österreichischen Spar-Casse beitrug. Die Firma „Spängler & Trauner“ beteiligte sich 1869 als Aktionär auch an der zur Bank für Oberösterreich und Salzburg gehörigen Salzburger Bank, deren Leitung er übernahm. Als sich die Oberbank 1873 aus Salzburg zurückzog, übernahm er die Geschäfte dieser Bank auf eigene Rechnung. Er fungierte zudem 1879–1901 als Zensor der Salzburger Filiale der Österreichisch-ungarischen Bank, führte die Kommandite der von Ignaz von Sonnleithner gegründeten Wiener Allgemeine Versorgungsanstalt und war Direktor des teilweise auf seine Initiative gegründeten Commis-Unterstützungsvereins, zudem war er an diversen industriellen und wirtschaftlichen Unternehmungen beteiligt. Er war Handelsgerichtsbeisitzer beim Landesgericht (1875–1898) und Vorstand des Salzburger Handelsgremiums von 1884 bis 1902; 1879 wurde er mit dem Titel „Kaiserlicher Rat“ ausgezeichnet.
In kultureller Hinsicht engagierte er sich im Vereinsleben der Stadt Salzburg: Neben seiner 25-langjährigen aktiven Teilnahme als Vorstand der Salzburger Liedertafel erwarb er sich große Verdienste um die Gründung und Förderung der Internationalen Stiftung Mozarteum, gegründet als „Dom-Musik-Verein und Mozarteum“, in der er lange Zeit auch Kassier war. Ferner trug er wesentlich zur Finanzierung der ersten kritischen Mozart-Gesamtausgabe, des „Köchelverzeichnises“, bei. Er war Gründungsmitglied im Salzburger Stadtverein, der die Zerstörung von Festungs-Bauwerken der Stadt zur Gewinnung von Baumaterial für die Salzachregulierung verhindert hatte. Auch war er Mitglied des Verwaltungsrates der Salzkammergut-Lokalbahn AG.
Seine Funktionen in der Bank und der Mozartstiftung übernahm sein Sohn Carl Alois Heinrich; dieser trat 1887 in das väterliche Bankhaus ein und verlegte sie 1905 in das sog. Bazargebäude, Schwarzstraße 1 in Salzburg.
Privates
Er war seit dem 22. August 1855 mit Leopoldine Duregger (1834–1918) verheiratet. Deren Vater Alois Johann Maria Duregger war ein ebenfalls aus Südtirol eingewanderten Spediteur, die Mutter Henriette Bolland stammte aus einer Kaufmannsfamilie aus Burgweinting bei Regensburg. Das Ehepaar bekam sechs Kinder (drei Söhne, drei Töchter): Hermann Alois Karl (1858–1940, verh. mit Emilie Reithoffer), Robert Karl Alois (1859–1889), Ida Henrika Leopoldina (1862–1937, verh. mit Dr. Josef Mayr), Carl Alois Heinrich (1864–1954, verh. mit Katharina Mayr), Maria Henriette Ruperta (1866–1930, verh. mit Rudolf Ritter von Barchetti) und Henriette (1873–1957, verh. mit Ignaz Weinkamer). Die Familie wohnte im Antretterhaus am Mozartplatz 4 (dem früheren Wohn- und Geschäftshaus der Familie Duregger) in der Altstadt der Stadt Salzburg. Ihnen gehörte auch das Metzgerhaus, auch Spänglervilla genannt, heute Mönchsberg 3 im Mönchsbergviertel auf dem Mönchsberg.
Weblinks
- Literatur von und über Carl Spängler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Christa Schopf: Spängler, Carl (I.). In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 12, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3580-7, S. 442.
- Günther Rauch: Von Südtirol nach Salzburg – Geschichtliches zum Bankhaus Spängler. In: ARX, 2/2014, S. 13–21 (Sonderdruck; PDF; 1,3 MB)
- Carl I. Spängler auf Salzburgwiki, abgerufen am 21. November 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Rudolf Angermüller: Aloys Spängler (1800-1875), Bürgermeister von Salzburg (1854-1861), Erinnerungen (1800-1863). Wiesmüller Privatstiftung (Salzburg Studien, Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur, Band 8), Salzburg 2008, ISBN 978-3-902582-02-7, S. 11, abgerufen am 20. November 2025.]