Aloys Spängler

Aloys Spängler (Taufname Anton von Padua Johannes Facundus Spängler, * 12. Juni 1800 in Salzburg; † 15. Juni 1875 ebenda) war Bürgermeister der Stadt Salzburg sowie einer der Gründer der Salzburger Sparkasse.

Leben

Aloys Spängler wurde als der vierte Sohn und das zweitjüngste Kind von Franz Joseph Christian (1758–1819) und dessen Gattin Maria Theresia Metzger (1764–1814) geboren; sein Großvater war der aus Südtirol stammende Franz Anton Spängler, der als Gründer der salzburgisch-österreichischen Handels- und Bankiersfamilie Spängler angesehen wird. Aloys wurde in einer Zeit großer politischer Umbrüche geboren: Nach der Schlacht am Walserfeld waren am 10. Dezember 1800 napoleonische Truppen unter dem Kommando von General Jean Joseph Paul Augustin Marquis Dessolle in Salzburg eingezogen, plünderten die Stadt und misshandelten die Einwohner. Der Erzbischof Hieronymus von Colloredo war unter Mitnahme des Staatsschatzes des Erzstiftes Salzburg zuerst nach Brünn und dann nach Wien geflüchtet; 1803 unterzeichnete er hier die Rücktrittserklärung und Salzburg wurde in der Folge zum Kurfürstentum Salzburg, das dem Großherzog der Toskana Ferdinand III. übereignet wurde. Nach weiteren Zuordnungen des Landes Salzburg an Frankreich (1809) und dann an Bayern (1809–1816) kam das Land an das Kaisertum Österreich und wurde als fünfter Kreis dem Land Österreich ob der Enns angegliedert. In seinem Tagebuch erinnert er sich an die „ungemein große Einquartierungen im Hause meiner Eltern; ich wurde großten Theils zur Bedienung der Soldaten verwendet“.[1]

Er wurde im Jahr 1805 als Fünfjähriger „mit Schutzpocken geimpft“, die ihn seither „vor der Blattern-Krankheit“ schützten. Damit war er einer der ersten Salzburger, die sich impfen hatten lassen.[2] 1809 trat er in die Lateinschule am Kloster St. Peter ein, zuvor hatte er Privatunterricht erhalten. Er war ein außergewöhnlich guter Schüler und erhielt 1812 einen 1. Preis, dem noch weitere folgen sollten. Am 1. November 1816 beendete er seine schulische Ausbildung und trat in das Handelsgeschäft seines Vaters ein. Als Detailverkäufer reiste er regelmäßig mit eigenem Wagen und Postpferden zu den Märkten in Linz und Graz. Nach dem Tod seines Vaters 1819 erbte er zusammen mit seinem Bruder Josef Johann Spängler dessen Leinwandhandlung, die „Franz Spangler´sche Tuch- und Seidenhandlung“; im Dezember des gleichen Jahres wurde er für volljährig erklärt und wurde Bürger der Stadt. Am 13. August 1823 heiratete er Therese Messner, Tochter des Lederermeisters Kaspar Messner. Diese brachte ihm 5000 fl Heiratsgut ein; die Hochzeit wurde im Salzburger Dom geschlossen und im Gasthaus zur Schießstätte gefeiert. 1832 konnte er die Handlung des Salzburger Bürgermeisters Aloys Lergetporer erwerben und in diesem Jahr übernimmt er auch die Vertretung der Ersten Österreichischen Sparcasse und die mit ihr vereinigte Allgemeine Versorgungsanstalt. Von 1833 bis 1856 wurde er zum Obervorsteher des gesamten Salzburgischen Handelsstandes ernannt; er war somit der erste Präsident der Wirtschaftskammer in Salzburg, der nach einer demokratisch durchgeführten Wahl in das Amt kam.[3] 1838 übersiedelte er mit seiner Familie in das von Carl Deggendorfer erkaufte „Holzschuhhaus Nr. 531“ (heute Theatergasse 14). Er war, wie auch sein Vater Franz Joseph Christian und sein Bruder Josef Johann Spängler, Mitglied der „Kassuppengesellschaft“ des Zeichenkünstlers Paul Schellhorn, eine um 1820 im Gasthaus »Zur Kassuppn« in Maxglan in Salzburg entstandene geheime, liberal und deutsch-patriotisch gesinnte „Kassuppengeselschaft“, die 1840 aufgehoben wurde.

1841 beginnen seine Mitwirkung an den Aktivitäten für die Errichtung eines Mozart-Denkmals; das 1842 eingeweiht werden konnte. Spängler war auch Mitglied im Comité des Mozartfestes, das in Anwesenheit von Franz Xaver Wolfgang Mozart und Carl Thomas Mozart abgehalten wurde. 1847 wurde er in einen Ausschuss von 40 Bürgern berufen, die für das Wohl der Stadt sorgen sollte. Im Revolutionsjahr 1848 ist er Oberleutnant in die 4. Kompanie der Nationalgarde; er wurde in diesem Jahr auch provisorisches Mitglied im Gemeinderat und ebenso als Wahlmann zur Wahl der Abgeordneten zum österreichischen Reichstag bestimmt. 1853 wurde er zum Vizebürgermeister ernannt und ist Präsident der Salzburger Handels- und Gewerbekammer. Am 2. April 1854 wird er trotz seiner Affinität zum liberalen Gedankengut von der Regierung in Wien 1854 zum Bürgermeister von Salzburg ernannt (aus dem Jahr zuvor stammt noch eine Notiz des Polizeiministers Johann Franz Kempen von Fichtenstamm, nach der es heißt. „Bedarf eine (!) sorgfältigen polizeilichen Überwachung“[4]). Mit Trennungsvertrag vom 1. Juli 1855 schied er aus dem bis dahin gemeinsam mit seinem Bruder geführten Tuchgeschäft aus und wählte endgültig den Weg eines Bankkaufmanns. 1856 wurde von ihm das Mozartfest zur 100. Wiederkehr des Geburtstages von Mozart durchgeführt, das als Vorläufer der Salzburger Festspiele gilt. Zu dem Fest waren auch Mozarts Sohn Carl Thomas und die Kaisermutter Sophie Friederike von Bayern gekommen. Am 1. Januar 1857 wurde er mit der provisorischen Buchführung der Salzburger Sparkasse betraut und am 19. Februar 1859 wurde er dessen provisorischer Kanzleidirektor. 1860 konnte er an der feierlichen Eröffnung der Bahnstrecke Wien-München teilnehmen. Auf ihn geht in seiner Zeit als Bürgermeister die Neugestaltung des Museums, heute Salzburg Museum, die Errichtung einer Dienstbotenbildungsanstalt und einer Unterrealschule zurück; er setzte sich auch vehement für die Regulierung des Franz-Josef-Kais ein. 1863 schied er aus dem Bürgermeisteramt aus.

Privates

Er war verheiratet mit Theresia Messner (1803–1883). Das Ehepaar bekam acht Kinder (fünf Söhne, drei Töchter): Alois (1824–1903, verh. mit Theresia Brandstätter), Carl (1825–1902, verh. mit Leopoldine Durgegger), Leopoldine (1826–1909, verh. mit Alois Reinfort), Ludwig (1828–1899, verh. mit Henriette Muffat), Rudolf (1830–1895, verh. mit Marie Weinwurm), Maria Josepha (1832–1896, verh. mit Vinzenz Angermayer), Julius (1837–1903, verh. mit Bertha Langer) und Therese (1839–1895, verh. mit Franz Siegel). Drei weitere Söhne erreichten das Erwachsenenalter nicht.

Ehrungen

Literatur

  • Rudolf Angermüller: Aloys Spängler (1800–1875), Bürgermeister von Salzburg (1854–1861), Erinnerungen (1800–1863). Wiesmüller Privatstiftung (Salzburg Studien, Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur, Band 8), Salzburg 2008, ISBN 978-3-902582-02-7.
  • Nekrolog auf Aloys Spängler in der Salzburger Zeitung Nr. 136, 1875.

Einzelnachweise

  1. Rudolf Angermüller, 2008, S. 20.
  2. Wussten Sie, dass Alois Spängler einer der ersten geimpften Salzburger war? auf Bankhaus Spängler vom 22. Januar 2021, abgerufen am 20. November 2025.
  3. Peter Macho: Salzburg-Museum Die Münzsammlung Spängler vom 14. September 2008, abgerufen am 20. November 2025.
  4. Rudolf Angermüller, 2008, S. 105.