Carl Reissner

Carl Julius Reissner (* 22. März 1848 in Bischofstein; † 10. November 1907 in Dresden) war ein deutscher Verleger.

Leben und Wirken

Carl Reissner wurde als Sohn eines Kaufmanns geboren und absolvierte in der Buchhandlung von Th. Theil in Königsberg eine Lehre. Nach dem Studium der Philosophie und Geschichte und reiste er nach Neapel, wo er in der Buchhandlung Detken und Rocholl tätig war. 1874 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm in Köln die Lengfeld’sche Buch- und Kunsthandlung, die er ab 1876 gemeinsam mit Alexander Ganz führte. 1878 gründeten beide gemeinsam den Buch- und Kunstverlag C. Reissner und Ganz. Nach der Übersiedlung des Verlages nach Leipzig führte Reissner den Verlag ab 1. Juli 1880 wieder alleine als Carl Reissner Verlag und verlegte den Sitz 1894 nach Dresden. Die liberale Gesinnung des Gründers führte zu einer Konzeption des Verlages, die auf universelle, humanistische Bildung und Erlebnisfähigkeit, auf Völkerverständigung und Persönlichkeitsentfaltung gerichtet war.

Nach seinem frühen Tod wurde er auf dem Dresdner Johannisfriedhof begraben.

Familie

Carl Reissner war mit Elisabeth Karoline, geb. Haffner (1847–1926) verheiratet und hatte mit ihr zwei gemeinsame Töchter, Hedwig Amalie Ida (1882–1927) und Elsa (1875–1970).

Literatur

  • Manfred Altner: Carl Reißner in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde. (Online)
  • Manfred Altner, Sächsische Lebensbilder. Literarische Streifzüge durch die Lößnitz, die Lausitz, Leipzig und Dresden. Edition Reintzsch, Radebeul 2001, S. 74–76.
  • Volker Klimpel: Berühmte Dresdner. Historisch-biographisches Handbuch bedeutender Persönlichkeiten, geboren in Dresden. Hellerau-Verlag, Dresden 2002, S. 135.
  • Friedrich Kummer: Deutsche Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Reissner, Dresden 1909.
  • Andreas Pehnke: Harry Schumann (1894–1942) und sein Carl Reissner Verlag, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Band 75 (2020), 99–130.
  • Norbert Weiß und Jens Wonneberger, Dichter: Denker, Literaten in Dresden. Verlag Die Scheune, Dresden 1997, S. 154 f.