Carl Adolph von Brühl
Graf Carl Adolph von Brühl, auch Karl Adolph Graf von Brühl (* 4. April 1742 in Dresden; † 3. August 1802 in Berlin) war ein anfangs kurfürstlich-sächsischer Offizier und General, da zuletzt als Regimentschef der Kürassiergarde im Rang eines Generalleutnants, zuletzt ein preußischer General der Kavallerie, Ritter des polnischen Weißen Adlerordens sowie Erzieher des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seiner Geschwister.
Leben
Herkunft
Er war ein Sohn des königlich-polnischen und kursächsischen Ministers Heinrich von Brühl (1700–1763) und dessen Ehefrau Franziska Maria Anna , geborene Gräfin von Kolowrat-Krakowsky (1717–1762).
Militärkarriere
Brühl begann seine militärische Laufbahn in der Sächsischen Armee. Dort wurde er im Alter von nur fünf Jahren 1747 Kornett in der Kavallerie. 1750, im Alter von acht Jahren erhielt von Brühl sein Offizierspatent, sofort im Rang eines Rittmeisters, 1758 wurde er von diesem Dienstgrad sofort zum Oberstleutnant befördert. 1760, mit 18 Jahren, hatte von Brühl dann bereits den Rang eines Obersts inne.
Im Jahr 1762 wurde von Brühl Generalmajor und am 6. Mai 1763 zum Generalleutnant befördert. Damit erhielt er am gleichen Tag seine Bestallung als Chef des kursächsischen Kürassier-Leib-Regiments mit den Standquartieren in Lützen, Pegau, Schkeuditz und Freyburg, nachdem der bisherige Regimentschef, Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Rex im April 1763 verstorben war. Das Kavallerieregiment Brühl hieß ab dem gleichen Jahr erst Leib-Kürassier-Regiment (1763), dann Kurfürst-Kürassier-Regiment (1764) und ab 1784 Kürassier-Regiment „Kurfürst“. 1786 dankte von Brühl als Generalleutnant und Chef des Kürassierregiments ab. Sein Nachfolger in der Dienststellung als Regimentschef wurde noch im gleichen Jahr der sächsische Generalmajor Christian August Graf von Bassewitz.
1787 holte Friedrich Wilhelm II. von Brühl in seine Dienste und machte ihn am 1. Januar zum preußischen Generalleutnant der Kavallerie und Erzieher der Prinzen. Am 21. Mai 1798 wurde er zum General der Kavallerie befördert.[1]
Familie
Carl Adolph von Brühl heiratete am 17. August 1778 Sophia Gomm (* 6. Juli 1761; † 26 September 1837). Sie war Tochter des königlich britischen Legationssekretärs Sir William Gomm in St. Petersburg. Das Paar hatte folgende Kinder:
- Marie Sophie (1779–1836) ⚭ 1810 Carl von Clausewitz (1780–1831)
- Karl Maximilian (* 17. August 1780)
- Karoline Franziska (Fanny) (* 23. März 1783; † 28. März 1804) ⚭ Friedrich August Ludwig von der Marwitz (1777–1837)
- Pauline Marie Luise (* 16. November 1785; † 3. Dezember 1788)
- Luise (* 1. Dezember 1788; † 11. Juli 1789)
- Friedrich Wilhelm (1791–1859) ⚭ 1828 Hedwig Gräfin Neidhardt von Gneisenau (1805–1890), Tochter des preußischen Militärreformers August Neidhardt von Gneisenau
Literatur
- Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee, Digitalisierte Bände der SLUB, 1783 bis 1787.
- Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon. Band 5: Supplement-Band. Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1839, S. 80 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
- Anton Balthasar König: Carl Adolph von Brühl. In: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, welche sich in Preußischen Diensten berühmt gemacht haben. Band 1. Arnold Wever, Berlin 1788, S. 266 (Carl Adolph von Brühl bei Wikisource [PDF]).
- Karl von Nesselrode: Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser auf das Jahr 1831. Sechster Jahrgang, Justus Berthes, Gotha 1831, S. 46 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
- Hellmuth Rößler: Brühl, Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 660–662 (deutsche-biographie.de).
Einzelnachweise
- ↑ Militär-Wochenblatt. Band 24, S. 29, Liste der Generäle