Campi Salentina
| Campi Salentina | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Staat | Italien | |
| Region | Apulien | |
| Provinz | Lecce (LE) | |
| Lokale Bezeichnung | Càmpie | |
| Koordinaten | 40° 24′ N, 18° 1′ O | |
| Höhe | 33 m s.l.m. | |
| Fläche | 45,88 km² | |
| Einwohner | 9.637 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Postleitzahl | 73012 | |
| Vorwahl | 0832 | |
| ISTAT-Nummer | 075011 | |
| Bezeichnung der Bewohner | campioti, campiensi | |
| Schutzpatron | San Oronzio | |
| Website | www.comune.campi-salentina.le.it | |
Campi Salentina (offizieller Name Comune di Campi Salentina) ist eine süditalienische Gemeinde (comune) in der Provinz Lecce in der Region Apulien.
Geografie
Campi Salentina hat 9637 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2024). Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 45,88 km². Der Ort liegt auf einer Höhe von 33 Metern über dem Meer. Die Nachbargemeinden sind Cellino San Marco (BR), Guagnano, Novoli, Salice Salentino, Squinzano, Trepuzzi und Veglie. Die Gemeinde grenzt an die Provinz Brindisi an.
Geschichte
Die Geschichte von Campi Salentina reicht von prähistorischen Ursprüngen bis hin zu einer bedeutenden kulturellen Rolle in der frühen Neuzeit. Erste menschliche Spuren datieren in die Bronzezeit, belegt durch megalithische Monumente wie die Menhire Candido und Sperti. Der Name leitet sich vom lateinischen Campus (Feld) ab, was auf die seit der Antike bestehende landwirtschaftliche Prägung hinweist. Die Region war als „Kornkammer der Terra d'Otranto“ bekannt.[2]
Nach der Eroberung durch die Normannen wurde der Ort Teil der Grafschaft Lecce. Unter Friedrich II. entstand vermutlich um 1220 die erste Burg, die später zum Palazzo Ducale umgebaut wurde. In den Registern der Angiovinen von 1272 wurde Campi noch als ländliche Siedlung (casale) geführt. Ab 1476 erlangte die Stadt unter der Familie Maremonti größere Bedeutung, die den Ort befestigte und monumentale Bauwerke errichtete.
Im Jahr 1617 gründeten die Padri Scolopi das Istituto Calasanzio. 1628 wurde hier die erste kostenlose Schule Apuliens eröffnet, was die Stadt zu einem kulturellen Vorreiter der Region machte. Das Stadtbild ist heute stark vom salentinischen Barock geprägt, der sich im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte. Am 20. Februar 1743 überstand die Bevölkerung ein schweres Erdbeben.
Die Fabbrica Museo Tabacchine (ehemalige Tabakfabrik) zeugt von der industriellen Vergangenheit und ist heute das erste Museum Italiens, das der Geschichte der weiblichen Arbeit gewidmet ist.
Schutzpatron des Ortes ist der hl. Orontius von Lecce.
Verkehr und Wirtschaft
Der gleichnamige Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Martina Franca–Lecce der Ferrovie del Sud Est (FSE). Campi Salentina ist über die Staatsstraße Strada Statale 7 Via Appia (Salentina) gut an Lecce und das westlich gelegene Taranto angebunden.
Campi Salentina gilt historisch als „Kornkammer der Terra d'Otranto“. Auch 2025 bleibt die Landwirtschaft mit Wein- und Olivenanbau der wirtschaftliche Kern. Die Gemeinde ist Teil der einheitlichen Sonderwirtschaftszone Süditaliens (ZES unica).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Enrico Enriquez (1701–1756), Bischof
- Salvatore Calabrese (1903–1973), Mediziner
- Carmelo Bene (1937–2002), Theater- und Filmregisseur, Schauspieler und Autor
Mit dem Ort verbunden
- Pompilio Maria Pirrotti (1710–1766), Priester und Mönch
Weblinks
- Website der Gemeinde (italienisch)
Einzelnachweise
- ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
- ↑ Campi Salentina: Geschichte. 21. Dezember 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025.