COVID-19-Pandemie in Guatemala

Die COVID-19-Pandemie in Guatemala tritt als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf und beruht auf Infektionen mit dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Die COVID-19-Pandemie breitet sich seit Dezember 2019 von China ausgehend aus.[1] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als Pandemie ein.[2]

Verlauf und Maßnahmen

Bereits seit dem 12. März 2020 wurde die Einreise für Bürger der europäischen Länder, Südkorea, China und Iran verboten.[3] Dieses Einreiseverbot wurde am 16. März 2020 auch auf amerikanische und kanadische Bürger ausgeweitet.[4]

Am 13. März 2020 wurde der erste Fall von COVID-19 in Guatemala bestätigt. Es handelt sich um einen Staatsbürger Guatemalas, der Italien besucht hatte.[5] Dieser Fall tauchte drei Tage später, am 16. März, erstmals in einem WHO-Situationsbericht auf.[6]

Am 21. März 2020 wurde eine Ausgangssperre zwischen 16 Uhr und 4 Uhr angekündigt, diese galt ab dem 22. März 2020.[7] Amnesty International berichtete im April 2021, dass in den ersten sechs Monaten nach Inkrafttreten mehr als 40.000 Menschen wegen Verstößen gegen diese Ausgangssperre inhaftiert wurden. Amnesty International zufolge wurde im Juni 2020 in Guatemala-Stadt sogar eine außergerichtliche Hinrichtung durch die Polizei im Zusammenhang mit der Ausgangssperre verübt.[8]

Mit Stand 14. April 2020 gibt es laut der WHO 156 bestätigte Fälle, davon 5 Todesfälle.[6] Bis Ende Oktober 2020 stieg die Zahl der Infizierten auf mehr als 100.000 Fälle sowie rund 3.700 Todesfälle. Da in Guatemala kaum COVID-19-Tests durchgeführt wurden, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.[9]

Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen verschärften im Jahr 2020 zudem die Ernährungs- und Hygienekrise in Guatemala. Medienberichten zufolge hatten mehrere Gemeinden keinen Zugang zu sauberem Wasser, während des Lockdowns hatten viele Menschen zudem keine Möglichkeit, sich Nahrungsmittel zu beschaffen.[8] Durch die weggefallene staatliche Unterstützung traf die Ernährungskrise besonders die indigene Bevölkerung.[10]

Das Infektionsgeschehen ebbte in der zweiten Jahreshälfte 2020 zunächst ab, um im Folgejahr kontinuierlich zuzunehmen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Land, bezogen auf die letzten 7 Tage (7-Tage-Inzidenz) erreichte am 18. April 2021 den höchsten Wert seit Juli 2020 und erreichte Anfang August 2021 erstmals einen dreistelligen Wert.[11] Im Juli 2022 erreichte die 7-Tage-Inzidenz in Guatemala mit einem Wert von 306 ihren Höchststand. In den folgenden Monaten sank dieser Wert wieder auf eine zweistellige Zahl.[12]

Im Jahr 2021 wurden auch in Guatemala die ersten Impfungen gegen COVID-19 durchgeführt, die Regierung setzte hierfür zunächst vor allem den russischen Impfstoff Sputnik V ein. Mit Stand 28. Juni 2021 hatte das Land eine Impfquote von lediglich 6,5 Prozent erreicht.[13]

Statistik

Die Fallzahlen entwickelten sich während der COVID-19-Pandemie in Guatemala wie folgt:

Infektionen

Todesfälle

Anmerkungen

  1. a b Hier sind Fälle aufgelistet, die der WHO von nationalen Behörden mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den Fällen der WHO und den Daten nationaler Behörden sowie den Angaben anderer Stellen, etwa der Johns Hopkins University (CSSE), kommen.

Impfung

Guatemala hat eine vierphasige Impfkampagne entwickelt, die folgende Prioritätenfolge beinhaltet: (1) medizinisches Fachpersonal, (2a) Personen über 70 Jahre, (2b) Personen über 50 Jahre, (3) wesentliche Arbeitskräfte, (4) Personen über 18 Jahre[15]. Jede Phase wurde in spezifischere Untergruppen eingeteilt. Guatemala gehörte zu den Ländern mit der langsamsten Impfkampagne in Zentralamerika. Bis zum 21. Juni 2021 wurden in Guatemala 3,37 Dosen pro 100 Personen verabreicht[16]. Wie andere Länder in der Region hatte das Land 403.000 Dosen Impfstoffe über den COVAX-Mechanismus erhalten, eine globale Initiative, die einen gerechten Zugang zu Impfstoffen gegen Covid-19 zum Ziel hat[17]. Darüber hinaus hatte Guatemala Spenden aus Israel, Indien und Russland erhalten, und somit insgesamt einen Bestand 658.200 Impfdosen, der zu 90 % aus dem Impfstoff Covishield von AstraZeneca besteht[18]. Bis Ende Mai 2021 waren jedoch nur 429.959 Dosen verabreicht worden. Wie Honduras, Nicaragua und Paraguay ist auch Guatemala kein Empfänger von Impfstoffspenden aus China, da es diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält[19]. Aufgrund der fehlenden Vorbereitung der Lagerbedingungen und der effektiven Verabreichung durch die Regierung verlief der Impfprozess nur schleppend[20].

Siehe auch

Commons: COVID-19-Pandemie in Guatemala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen (Memento des Originals vom 26. Mai 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lungenaerzte-im-netz.de. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 14. April 2020.
  2. Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 5. April 2020.
  3. Guatemala to ban entry of Europeans, Chinese, others to keep out coronavirus. In: National Post, abgerufen am 14. April 2020 (englisch).
  4. Guatemala bans arrivals from U.S., Canada to fight coronavirus. In: Reuters, abgerufen am 14. April 2020 (englisch).
  5. Alejandro Giammattei confirma el primer caso de coronavirus en Guatemala. In: Prensa Libre, abgerufen am 14. April 2020 (spanisch).
  6. a b Weltgesundheitsorganisation (WHO): Situation reports. In: who.int. Abgerufen am 14. April 2020 (englisch).
  7. Guatemala Begins Curfew Starting March 22. In: gt.usembassy.gov, abgerufen am 14. April 2020.
  8. a b Guatemala 2020: Amnesty Report. Amnesty International, 7. April 2021, abgerufen am 29. November 2025.
  9. Guatemala: Coronakrise verstärkt Armut noch. Brot für die Welt, 2. November 2020, abgerufen am 29. November 2025.
  10. Die Pandemie und der Hunger - Mayafamilien in Guatemala. swr.de, 1. Februar 2022, abgerufen am 29. November 2025.
  11. Corona Zahlen für Guatemala. corona-in-zahlen.de, abgerufen am 29. November 2025.
  12. Corona Inzidenz Guatemala. corona-zahlen-heute.de, abgerufen am 29. November 2025.
  13. Indigene Bevölkerung in Guatemala von Corona-Impfung faktisch ausgeschlossen. amerika21.de, 28. Juni 2021, abgerufen am 29. November 2025.
  14. a b WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard; oben rechts auf der Seite ist ein Link zum Download der Daten im CSV-Format
  15. Plan Nacional de Vacunación. Februar 2021, abgerufen am 27. August 2021.
  16. COVID-19 vaccine doses administered in the Americas. Abgerufen am 25. Juni 2021.
  17. Microsoft Power BI. Abgerufen am 25. Juni 2021.
  18. Timeline: Tracking Latin America's Road to Vaccination. Abgerufen am 25. Juni 2021 (englisch).
  19. Vaccines Reignite China vs. Taiwan Debate in Latin America. Abgerufen am 25. Juni 2021 (englisch).
  20. Timeline: Tracking Latin America's Road to Vaccination. Abgerufen am 25. Juni 2021 (englisch).