Butzheim (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Butzheim (auch Bozheim, Bozim, Boitzheim o. ä.) waren ein rheinisches Adelsgeschlecht, das von 1195 bis 1377 urkundlich nachweisbar ist und mit den Herren von Nettesheim verwandt war.

Das Geschlecht ist zu unterscheiden von dem ober- und mittelrheinischen Adelsgeschlecht Botzheim und dem Andernacher Rats- und Schöffengeschlecht Boetzheim/Boitzheim, das einen von Silber und Blau geteilten Schild, oben mit zwei roten schrägrechten Balken, führte.[1][2][3]

Geschichte

Die Herren von Butzheim, benannt nach Butzheim, heute ein Ortsteil der Gemeinde Rommerskirchen, waren Ministerialen und Vasallen der Grafen von Hochstaden. Ein Stammsitz des Geschlechts ist nicht bekannt.

Das früheste bekannte Mitglied des Geschlechts ist der Ritter Gottfried von Butzheim (Godefridus de Bozheim), der im Jahre 1195 einen Streit um die Weiderechte im Bruch zwischen Nettesheim und dem Kloster Knechtsteden hatte. In den folgenden Jahren traten die Herren von Butzheim als Zeugen in Urkunden der Grafen von Hochstaden und der Herren von Hackenbroich, von Myllendonk, von Anstel und von Nettesheim auf. Mit den Herren von Anstel und von Nettesheim war das Geschlecht verwandt. Außerdem traten sie als Verkäufer und Pächter einiger Höfe und Ländereien auf.

Ab 1253 waren die Herren von Butzheim mehr und mehr gezwungen, ihre Besitzungen wegen finanzieller Knappheit zu verkaufen. Bernwin von Butzheim und seine Frau Winlif übertrugen im Jahre 1253 alle ihre Lehen und Besitzungen zu Butzheim an die Abtei Altenberg. Bis zur Säkularisation wurde das Gut unter dem Besitz der Abtei als Schäferei aufgeführt. Eufemia von Butzheim schenkte im Jahre 1258 ihre Besitzungen der Abtei Altenberg und bot somit eine Grundlage für den Lommerzhof. Theodor (Theodorico) verkaufte im Jahre 1261 fünf Mansen Land bei Sinsteden und der Pfarrei Nettesheim an das Deutschordenshaus Gürath. Dafür musste er seinem Lehnsherren, dem Herren von Hackenbroich, einen Hof mit Land in Butzheim abtreten. In den nächsten Jahren verkaufte das Geschlecht mehr: 1263 Land bei Frixheim, 1269 bei Auenheim, 1304 24 Morgen Ackerland bei Butzheim und 1307 30 Morgen freies Land bei Butzheim und ca. 10 Morgen Wald im Bruch. Im Jahre 1316 wurden wegen Schulden Güter in Butzheim verpfändet, 1350 im selben Ort ein Hof mit 14 Morgen Land verkauft, 1364 verzichtete das Geschlecht auf einen Lehnshof in Sinsteden.

Es folgte ein Louff (Loif) (gen. up deme Huys) von Butzheim (Bozim), der im Jahre 1356 Land am Ingendorfer Weg in Gill verkaufte und in einem festen Haus in Butzheim wohnte. Louff von Butzheim wird außerdem als Verwandter der Herren von Nettesheim aufgeführt. Ritter Christian von Butzheim wurde im Jahre 1377 als Sohn „Louffs von Boitzheim“ erwähnt und beendete alle Feindseligkeiten gegen den Erzbischof von Köln. Nach 1377 ist nichts über das Geschlecht bekannt.

Literatur

  • Josef Schmitz: Leben am Gillbach. Nettesheim-Butzheim 1800–1974. Neuss 1987, S. 20–22 (GenWiki).

Einzelnachweise

  1. Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 2 (Mappe 86–147, Betgenhausen–Brewer) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 60), Köln 1992, S. 451–452.
  2. Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band I (A–D) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Neue Folge Nr. 22), Köln 1983, S. 373.
  3. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 5. Teil, 9. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 212 (digitale-sammlungen.de).