Anstel (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Anstel (Anstele, Anxstel, Anstell o. ä.) waren ein niederrheinisches Adelsgeschlecht und Ministerialen der Grafen von Hülchrath.

Geschichte

Das Herrschaftsgebiet des Geschlechts erstreckte sich in etwa über das Gebiet der heutigen Gemeinde Rommerskirchen. Stammsitz des Geschlechts war die Wasserburg Anstel im heutigen Rommerskirchener Ortsteil Anstel.

Die Familie ist ab 1155 nachweisbar. Der Domschatzmeister Kölns belehnte in jenem Jahr Siegfried von Anstel (Sigefridus de Anstele) mit der 1134 erstmals erwähnten Wasserburg Anstel. Ab 1209 treten Familienmitglieder als Ritter auf, ab 1270 nur noch als Knappen.

Ritter Friedrich von Anstel (de Anstele) erschien im Juni 1249 und war verschuldet. Er konnte die Lehen von St. Gereon nicht ausreichend bezahlen und musste deswegen auch den Zins des Hofes in Oekoven zahlen.[1]

Im Jahre 1371 wurde der Knappe Heinrich (mit dem Barte) von Anstel vom Erzbischof Friedrich III. von Köln mit den Zehnteinkünften im Huvil-Wald belehnt.

Um 1400 kaufte Heinrich von Siegenhofen[1] die Wasserburg Anstel und nannte sich daraufhin „Heinrich von Siegenhofen genannt Anstel“. Von der alten Familie Anstel dagegen verliert sich nach 1480 die Spur.[2]

Zwischen 1555 und 1560 trat ein Winandt von Anstel in den Akten des Hofgerichts zu Nettesheim auf. Die Eheleute Winandt von Anstel (Anxstel) und Catharina von Leuchs nahmen am 24. März 1558 von ihrem Neffen Wilhelm Ketzgein ein Darlehen in Höhe von hundert Gulden auf und gelobten ihm dafür, bis zum nächstkommenden Osterfest Sicherheit zu leisten. Sie baten ihren Neffen, darüber eine Urkunde ausfertigen zu lassen, gleich dem früheren Hauptbrief (huffbreiff), in dem diese Schuld sowie alle zuvor empfangenen Gelder zusammen mit den rückständigen Pensionen verzeichnet sind. Sie versprachen, diese Urkunden anschließend zu unterschreiben und siegeln zu lassen. Die Aussteller zeichneten mit ihren christlichen Namen: Wynant van Anstell und Kattreyn vanme. Am 2. Mai desselben Jahres quittieren die Eheleute, von den Eheleuten Wilhelm Ketzgein und Anna von der Horst wegen 14 Morgen Lands in Brendorper Welt bezahlt zu werden. Sie unterzeichneten folgendermaßen: Wynant van Anst, Kathrin van Luyschs genant Anstell.[3]

Wie Winandt von Anstel mit den alten Herren von Anstel verwandt war, bleibt ungeklärt.

Die Sage

Die Herren von Ikoven sollen laut der Sage in klaren Mondnächten kopflos als „Ritter vom Gillbach“ durch die Gillbachauen ziehen, da sie ihre Köpfe vermutlich in einem Scharmützel mit den Herren von Anstel verloren.

Wappen

In „Ewald, Rheinische Siegel, Band V“ fand man ein Siegel derer von Anstel aus dem Jahre 1480. Die dazugehörige Urkunde gilt als verloren. Außerdem fand man das Siegel unversehrt unter einer Urkunde Heinrichs von Anstel aus dem Jahre 1355. Das Wappen derer von Anstel wird wie folgt blasoniert: Unter einem dreilatzigen Turnierkragen drei (2:1) Adler. Die Tingierung ist unbekannt. Das Wappen diente als Grundlage für das Wappen der Gemeinde Rommerskirchen.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln. Hanstein, Bonn 1893, S. 135, 569.
  2. Karin Striewe: Anstel, Wasserburg. In: ms-visucom.de. EBIDAT, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  3. Archiv von Bodelschwingh-Geretzhoven. In: archive.nrw.de. Archive NRW, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  4. Zur Geschichte des Wappens der Gemeinde Rommerskirchen. In: rommerskirchen.de. Gemeinde Rommerskirchen, abgerufen am 23. Oktober 2025.