Bahnstrecke Namyao–Bawdwin
| Namyao–Bawdwin | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bawdwin-Bergwerk bei Namtu | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Streckenverlauf mit Ausschnittvergrößerungen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 610 mm (2-Fuß-Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 40 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 30 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 16 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zweigleisigkeit: | nein | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Namyao–Bawdwin (auch: Burma Mines Railway) war eine Schmalspurbahn in Myanmar, die für den Transport von Erzen zu der Schmelzhütte in Namtu genutzt wurde.
Geografie
Die Strecke verläuft von Namyao, an der Bahnstrecke Mandalay–Lashio der Myanma Railways, über Namtu nach Bawdwin und ist etwa 78 Kilometer lang. Das Gelände, das die Strecke durchmisst, ist überaus anspruchsvoll und verläuft fast ausschließlich im Gebirge.
Parameter
Die Bahnstrecke wurde mit einer Spurweite von 610 mm (2 Fuß) gebaut. Der minimale Kurvenradius beträgt 30 m, der maximale Gradient 40 ‰.[2]
Geschichte
Im Bereich um Namtu wurde bereits seit dem 15. Jahrhundert Bergbau auf Silber betrieben. Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts der Grundwasserspiegel erreicht war, bedeutete das zunächst das Ende des Bergbaus. Als die Briten 1885 auch Oberbirma besetzten, stießen sie auf die Überreste des Bergbaus, zu dem auch riesige Abraumhalden gehörten, die zwar kein Silber mehr enthielten, aber abbauwürdige Anteile von Blei, Zink und Kupfer. Dies abzubauen aber lohnte nur, wenn ein preiswertes Mittel zur Verfügung stand, das Material einer Verhüttung zuzuführen. Das war gegeben, nachdem 1903 der letzte Abschnitt der Bahnstrecke Mandalay–Lashio eröffnet wurde.[3][4]
1906 wurde die Burma Mines, Railway and Smelting Co. Ltd. gegründet, die in der Folgezeit mehrfach ihren Namen wechselte. Der wurde zunächst in Burma Mines Ltd. verkürzt,[3][5] 1913 in Burma Corporation geändert und dann in Burma Corporation Ltd.[6] Das Betriebskonzept bestand zunächst darin, den vorgefundenen Abraum aus dem historischen Bergbau mit einer Schmalspurbahn an die Bahnstrecke Mandalay–Lashio heran und auf dieser nach Mandalay zu fahren, wo das Metall herausgeschmolzen wurde. Der Bau dieser Schmalspurbahn, der Bahnstrecke Namyao–Bawdwin, setzte im Bahnhof Manpwe an. Die Verwaltung der Bahn nahm ihren Sitz in Namtu.[3] Der Baufortschritt gestaltete sich wie folgt[3]:
| Abschnitt | Inbetrieb- nahme |
Strecken- kilometer |
|---|---|---|
| Manpwe–Namsy | Januar 1908 | 20,1 |
| Namsy–Tiger Camp | Dezember 1908 | 63,4 |
| Tiger Camp–Baldwin | Dezember 1909 | 70,2 |
| Manpwe–Namyao | 15. April 1915 | - 6,4 |
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug anfangs 13 km/h und wurde 1911 auf 16 km/h erhöht. Der Tunnel – im Streckenkilometer 5 – war mit einer Holzverschalung ausgekleidet, die 1910 in Brand geriet, worauf ein Teil des Tunnels kollabierte und neu gegraben werden musste.[7]
Um nicht so viel taubes Gestein bis nach Mandalay fahren zu müssen, verlegte die Gesellschaft 1911 ihre Verhüttungsanlage nach Namtu und nahm dort 1912 auch eine zweite Anlage in Betrieb. Außerdem begann sie, neben dem Abbau des historischen Abraums auch wieder mit Bergbau. Die Bahn setzte neben dem Materialtransport von Anfang auch auf Personenverkehr. 1917 wurde mit der Burma Railways (BR) darüber verhandelt, die Strecke bis Namtu auf die bei der BR übliche Meterspur umzuspuren. Das Projekt kam aber nicht zustande.[6]
1921 wurde ein kurzer Abschnitt der Strecke, der in Namtu die Zerkleinerungsanlage („Mill“) und die Schmelzöfen verband und den stärksten Verkehr auf der gesamten Strecke aufwies, elektrifiziert.[8]
Um 1925 wurden täglich bis zu 2000 Tonnen Erze auf der Strecke transportiert.[9]
1929 wurde der gesamte obere Streckenabschnitt zwischen Namtu und Wallah Gorge neu trassiert, wo ein Kreisviadukt jetzt eine doppelte Spitzkehren ersetzte[10], um dem ständig zunehmenden Verkehr gewachsen zu sein. Der Höhepunkt des Verkehrs war 1930 erreicht, als die Bahn mehr als 2 Mio. t Material beförderte.[11] Die anschließende Weltwirtschaftskrise ließ den Verkehr auf der Bahn bis 1932 um 25 % schrumpfen.[12]
Der letzte verbliebene Personenverkehr auf der Strecke wurde 2009 eingestellt.[13]
2010 übernahm die Win Myint Mo Company die Bergbauaktivitäten und den Bahnbetrieb vom Staat. 2011 wurde ein Teil der Bahntrasse zwischen Tiger Camp und Bawdwin nach schweren Monsunregen durch Erdrutsche zerstört. Der Abtransport der Bergbauprodukte wurde daraufhin auf die Straße verlagert. Offiziell wurde der Verkehr auf der Bahnstrecke 2012 eingestellt. Der Abschnitt zwischen Namtu und Tiger Camp wird gelegentlich befahren.[12] Zwei betriebsfähige Dampflokomotiven werden für Sonderzüge bereitgehalten.[14]
Fahrzeuge
Zwischen 1907 und 1928 wurden mindestens 47 Dampflokomotiven beschafft. Der Betrieb auf dem Streckenabschnitt bei Namtu wurde mit vierzehn zwischen 1920 und 1975 beschafften Elektrolokomotiven abgewickelt.
Trotz der schmalen Spurweite kamen auch extra stabile rund 8700 mm lange Selbstentladewagen mit 6 t Eigengewicht und 20 t Lademasse zum Einsatz.[16] Diese wurden anfangs bei Blake Boiler Wagon and Engineering Co. in Großbritannien gekauft, nach dem Zweiten Weltkrieg auch bei der US-amerikanischen Pressed Steel Car Company.
Anfang der 1980er-Jahre wurde die Traktion auf der Strecke allmählich von Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt. Orenstein & Koppel lieferte dafür 1978 zehn Diesellokomotiven.[2][Anm. 1]
| Dampflokomotiven[17] | |||||
| Nr. | Bauart | Hersteller | Werks-Nr. | Baujahr | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | B'1 n2t | Dick, Kerr & Co | 1907 | 1930 umgebaut in B'2 n2t mit Satteltank | |
| 2 | |||||
| 3 | |||||
| 4 | |||||
| 5 | |||||
| 6 | B'2 n2t | John Fowler | 1942 | 1891 | Mit Satteltank, 1907 gebraucht erworben vom Shevbo Mining Syndicate |
| 7 | C n2t | North British | 18672 | 1908 | 1930 umgebaut in B'2 n2t mit Satteltank |
| 8 | 18673 | ||||
| 9 | 18674 | ||||
| 10 | B n2t | Kerr, Stuart, &, Co | 1904 | Vorbesitzer unbekannt, mit Satteltank | |
| 11 | B'1 n2t |
1264 | 1914 | Tatoo-Klasse, mit Satteltank | |
| 12 | B'1 n2t | 1284 | 1913 | Huxley-Klasse | |
| 13 | B'1 n2t | 2383 | 1914 | ||
| 14 | B'1 n2t |
1288 | 1915 | Tatoo-Klasse, mit Satteltank | |
| 15 | B'1 n2t |
1289 | 1915 | Tatoo-Klasse, mit Satteltank | |
| 16 | C n2t | North British | 21105 | 1915 | |
| 17 | 21106 | ||||
| 18 | 21107 | ||||
| 19 | C n2t | O&K | 2876 | 1908 | Gebraucht erworben von Fraser & Chalmers Ltd Singapur[18] |
| 20 | 2877 | ||||
| 21 | 4350 | 1910 | Gebraucht erworben von The Burmah Stone Company, Rangoon[18] | ||
| 22 | B'1 n2t | Eigenbau | Gebaut im Namtu-Werk der Burma Mines Railway unter Verwendung von Ersatzteilen, die von Dick, Kerr & Co geliefert worden waren | ||
| 23 | 2'C n2t | Hunslet | 1326 | 1918 | Zuvor WD Nr. 2354 |
| 24 | 1327 | Zuvor WD Nr. 2353 | |||
| 25 | 1328 | Zuvor WD Nr. 2355 | |||
| 26 | 1'C'1 n2t | W. G. Bagnall | 2164 | 1922 | |
| 27 | 2165 | ||||
| 28 | 2179 | ||||
| 29 | B n2t | Andrew Barclay | 1731 | 1921 | Geliefert über Parry & Co |
| 30 | B'1 n2t | Kerr, Stuart & Co | 4281 | 1923 | Tatoo-Klasse, mit Satteltank |
| 31 | 4282 | ||||
| 32 | 4139 | 1924 | Huxley-Klasse | ||
| 33 | 4140 | ||||
| 34 | 4141 | ||||
| 35 | 1'C'1 n2 | W. G. Bagnall | 2251 | 1921 | Umgebaut in 1'C'1 n2t |
| 36 | 2252 | ||||
| 37 | 2253 | ||||
| 38 | B'1 n2t | Kerr, Stuart & Co | 4142 | 1926 | Huxley-Klasse |
| 39 | 4385 | ||||
| 40 | 4393 | 1927 | |||
| 41 | 1'C'1 n2 | W. G. Bagnall | 2322 | 1927 | |
| 42 | 2338 | 1928 | |||
| 43 | B'1 n2t | Kerr, Stuart & Co | 4410 | 1926 | Huxley-Klasse |
| 44 | 4411 | 1927 | |||
| 45 | 1'C'1 n2 | W. G. Bagnall | 2378 | 1928 | |
| 46 | 2379 | ||||
| 47 | 2380 | ||||
| Elektrolokomotiven[17] | |||||
| Nr. | Bauart | Hersteller | Werks-Nr. | Baujahr | Anmerkungen |
| 1 | GE | 8046 | 1920 | ||
| 2 | 8047 | ||||
| 3 | 8048 | ||||
| Bo | Baldwin | 53929 | 1920 | ||
| 53930 | |||||
| 57734 | 1924 | ||||
| 60156 | 1927 | ||||
| Bat-Bo | GE | 4743 | 1963 | Geliefert über Burma Mines Ltd, London | |
| 1963 | |||||
| 1963 | |||||
| 1963 | |||||
| 5820.A | 1970 | ||||
| B0470.A | 1975 | ||||
| B0470.B | 1975 | ||||
| Diesellokomotiven[17] | |||||
| Nr. | Bauart | Hersteller | Werks-Nr. | Baujahr | Anmerkungen |
| DC205 | Cdh | O&K | 26891 | 1979 | |
| DC203 | 26892 | ||||
| DC303[19] | 26895 | ||||
| DC304[19] | 26896 | ||||
| DC305[19] | 26897 | ||||
| 26898 | |||||
| 26899 | |||||
| 26900 | |||||
| DC201[19] | 26944 | ||||
| DC204[19] | 26945 | ||||
| DC306[19] | Diema | 5232 | 1992 | verschrottet | |
| DC307[19] | 5229 | ||||
| DC308 | Changzhou Mining & Locomotive Plant | 9620203 | 1996 | ||
| Triebwagen[17] | |||||
| Nr. | Bauart | Hersteller | Werks-Nr. | Baujahr | Anmerkungen |
| NBRTE1 | LKW-Umbau | Hino | 1988 | ||
| NBRTE2 | |||||
| NBRTE3 | Bawmech | ||||
| 2 | Schienenbus | Wickham | |||
| 4 | |||||
| 5 | |||||
| 7 | |||||
| ARC3 | Ambulanz | ||||
Literatur
- Bill Alborough: The Burma Mines Railway. In: Locomotives International. Skipton September / October 2000, S. 5–12.
- Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0
Weblinks
- James Waite: The Burma Mines Railway, February 2006; abgerufen am 22. September 2025.
- Rob Dickinson: The Burma Mines Railway 1999; abgerufen am 22. September 2025.
- Bernd Seiler: The Burma Mines Railway in Namtu: The Wallah Gorge Spiral. Steam in Myanmar (Burma): The Burma Mines Railway 11/12 – 21/12/2013; abgerufen am 22. September 2025.
- Andreas Illert: Asien als Diorama. Fern Express, 1/2012; abgerufen am 26. September 2025.
- Burma Mines Railway auf FIBIwiki
Anmerkungen
- ↑ Eine Übersicht zu den eingesetzten Fahrzeugen findet sich bei Hettler, S. 130–133.
Einzelnachweise
- ↑ Hettler, S. 123f, 174
- ↑ a b Hettler, S. 127
- ↑ a b c d Hettler, S. 121
- ↑ Sao Sanda Simms: Great Lords of the Sky: Burma's Shan Aristocracy. AHP 48, Asian Highlands Perspectives, 2017, S. 180.
- ↑ Burma Mines Ltd. Registered 6th March, 1906, as Burma Mines Railway and Smelting Company, Limited. In: The Stock Exchange Official Intelligence, Band 30, S. 1264.
- ↑ a b Hettler, S. 124
- ↑ Hettler, S. 123
- ↑ Hettler, S. 125
- ↑ Bengal-Nagpur Ry. Wagon Models. In: The Locomotive Magazine Carriage and Wagon Review. Locomotive Publishing Company, London, 15. Februar 1923, S. 35–36 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Hettler, S. 128
- ↑ Hettler, S. 125f
- ↑ a b Hettler, S. 126
- ↑ Hettler, S. 134
- ↑ Bernd Seiler: Burma Mines Railway, Myanmar: Goldenes Land und Kambodscha-Quickie. 2014.
- ↑ Frederick C. Coleman: Narrow Gage Steel Hopper Car. In: Railway Mechanical Engineer, Band 91, Nr. 12, Simmons-Boardman Pub. Co, New York, Dezember 1917, S. 692–964.
- ↑ Narrow Gage Steel Hopper Car In: Railway Mechanical Engineer Vol. 91, No. 12, Dezember 1917, S. 692–694, abgerufen am 10. März 2024.
- ↑ a b c d James Waite: The Burma Mines Railway, February 2006; abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ a b Roland Bude, Klaus Fricke und Martin Murray: O&K-Dampflokomotiven: Lieferverzeichnis 1892–1945. Verlag Railroadiana, Buschhoven 1978, ISBN 3-921894-00-X.
- ↑ a b c d e f g Hettler, S. 132
Koordinaten: 23° 6′ 12,6″ N, 97° 19′ 23,7″ O