Burg Larissa
| Burg Larissa | ||
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Burg Larissa, Gesamtansicht | ||
| Alternativname(n) | Burg Argos | |
| Staat | Griechenland | |
| Ort | Argos | |
| Burgentyp | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand | Ruine | |
| Geographische Lage | 37° 38′ N, 22° 43′ O | |
| Höhenlage | 240 m | |
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Die Burg Larissa (griechisch κάστρο Λάρισα, auch Burg Argos) ist eine 289 m hohe[1] mittelalterliche Burg westlich des Stadtgebiets von Argos auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland.
Sie soll von Danaos erbaut worden sein[2] und ist nach dem Hügel benannt, auf dem sie steht; dessen Name soll auf Larissa, eine Figur der griechischen Mythologie, zurückgehen.[3] Ursprünglich sollen dort ein Tempel des Zeus[4] Larisaios und ein Tempel der Athene[5] gestanden haben. Es sind bedeutende Teile der Burganlage erhalten, die die Entwicklung der Burg seit der Zeit des Frühhellenismus bis zur Zeit der türkischen Besetzung nachvollziehen lassen, unter anderem eine Zisterne[6] und Reste der Burgkapelle.[7] Die Burg wurde ununterbrochen von der Antike (zunächst als Akropolis) bis ins 19. Jahrhundert genutzt.
Geschichte
Eine erste Befestigung gab es in mykenischer Zeit. Antikes Mauerwerk aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. ist in den Mauersockeln noch gut zu sehen. Im Jahre 146 v. Chr. eroberten die Römer und 395 die Westgoten unter Alarich die Burg. Um 600 fiel sie den auf die Halbinsel einwandernden Slawen in die Hände.
Die Byzantiner erbauten im 12. Jahrhundert eine neue Befestigungsanlage. Im Jahr 1205 eroberte sie der Kreuzritter Gottfried von Villehardouin. Er übergab sie an den Herzog von Athen, Otto de la Roche, für geleistete Waffenhilfe. Ab 1212 wurde die Burg unter Verwendung älteren Baumaterials grundlegend erneuert. 1394 wurde sie an die Republik Venedig verkauft, 1463 schließlich wurden die Osmanen Eigentümer der Burg. 1821 eroberte Dimitrios Ypsilantis die Festung im griechischen Unabhängigkeitskrieg. Sie spielte in der folgenden Zeit keine Rolle mehr bei militärischen Aktionen.
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Venezianische Spitzbastion auf einer türkischen Rundbastion
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Hellenistisches Mauerwerk
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Mauerwerk aus fränkischer Zeit
Einzelnachweise
- ↑ Richard Speich: Peloponnes. Kunst- und Reiseführer mit Landeskunde, S. 131
- ↑ Strabon 8,6,9
- ↑ Pausanias 2,23,8
- ↑ Strabon 8,6,7
- ↑ Pausanias 2,24,3
- ↑ Siemer Oppermann: Peloponnes, S. 100
- ↑ Lambert Schneider: Peloponnes. Mykenische Paläste, antike Heiligtümer und venezianische Kastelle in Griechenlands Süden, S. 177
Literatur
- Chlodwig Plehn: Kreuzritterburgen auf dem Peloponnes. Schnell & Steiner, München/Zürich 1977, ISBN 978-3-7954-0304-1.
- Richard Speich: Peloponnes. Kunst- und Reiseführer mit Landeskunde. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-010031-9.
- Dieter Hennig: Argos. In: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Griechenland. Lexikon der historischen Stätten. C. H. Beck, München 1989, ISBN 978-3-8289-4144-1, S. 128–131, hier S. 131.
- Siemer Oppermann: Peloponnes. Artemis & Winkler, München 1993, ISBN 3-7608-0821-2.
- Alexander Paradissis: Fortresses and Castles of Greece. Efstahiadis Group, Anixi 1994.
- Lambert Schneider: Peloponnes. Mykenische Paläste, antike Heiligtümer und venezianische Kastelle in Griechenlands Süden. Dumont Kunstreiseführer. DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 3. Auflage 2011, ISBN 978-3-7701-4599-7.
- David Nicolle: Crusader Castles in Cyprus, Greece and the Aegean 1191-1571. Osprey Publishing, Fortress Nr. 59, New York 2007.