Burg Auer
| Burg Auer | ||
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Südansicht | ||
| Alternativname(n) | Schloss Auer, Castel Auer | |
| Staat | Italien | |
| Ort | Dorf Tirol | |
| Entstehungszeit | 1288 | |
| Burgentyp | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand | Erhalten | |
| Geographische Lage | 46° 42′ N, 11° 10′ O | |
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Die Burg Auer (auch Schloss Auer genannt) wurde im 13. Jahrhundert am Eingang zu Sprons oberhalb von Meran in Südtirol errichtet. Sie liegt heute auf dem Gebiet von Dorf Tirol. Die Burg steht seit 1950 unter Denkmalschutz.
Geschichte
Die Anlage wurde 1288 erstmals urkundlich genannt, als Meinhard II. den landesfürstlichen Turm am Finailbach dem Christian, Richter auf Stein am Ritten, verlieh; dieser wurde damit zum Stammvater der Herren von Auer.[1] Unter Margarethe Maultasch kommt Otto von Auer als lehenspflichtiger Dienst- und Hofmann der Grafen von Tirol vor. Demnach erscheint 1339 Otte von Awer als Zeuge in einem Steuerstreit des Gerichts Bozen.[2][3] 1429 verlieh Herzog Friedrich IV. Jakob Auer, sowie 1459 Herzog Siegmund Georg von Auer für sich und seinen Bruder Heinrich neben anderen Schlössern das Haus Auer mit dem alten Turm und dem Burgrain bis über den Bach Finale. 1467 verwirkte Heinrich von Auer das Lehen, da er widerrechtlich gegen Herzog Siegmund handelte, das darauf dem Hauptmann an der Etsch Christoph Botsch übertragen wurde. Nach dem Tod des letzten Namensträgers Gaudenz Botsch, wurde das Mannlehen 1637 eingezogen und 1647 Sebastian von Stachelburg und seinen Brüdern Georg und Leopold verliehen. 1809 erlosch die Familie mit Johann Graf von Stachelburg im Mannesstamm und das heimfällig erklärte Lehen erhielten die weiblichen Nachkommen der Stachelburg als freies Eigentum. Die letzte Gräfin Stachelburg heiratete Alois Freiherr von Schneeburg, darauf erbte Auer deren Tochter Louise verwitwete Freifrau von Giovanelli.[4] Seit 1919 sind die Besitzer von Burg Auer die Familie der Grafen von Khuen-Belasi.
Beschreibung
Die Nord-Süd ausgerichtete Burg hat drei getrennte turmartige Wohnbauten und ist fast komplett mit einer Ringmauer umgeben. Nördlich und südlich sind die Gebäude Teil der Burgmauer. Bemerkenswert sind der spätgotische Kapellenbau, eine gotische Stube mit Balkendecke und ein Saal mit Renaissancemalereien aus der Zeit um 1550.
Literatur
- Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 134–141.
- Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler des Etschlands. IV. Band – I. Teil: Das Burggrafenamt; II. Teil: Vintschgau. Dr. Benno Filser Verlag, Wien-Augsburg 1930, S. 200 ff. (Digitalisat online bei Teßmann).
- Cölestin Stampfer: Schlösser und Burgen in Meran und Umgebung. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 3. Auflage 1929, S. 34 ff. Digitalisat online bei Teßmann
- Martin Bitschnau: Die Adelssitze Auer. In: Der Schlern 48, 1974, S. 663–664.
Einzelnachweise
- ↑ Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Sitzungsberichte. Bd. 403 = Mitteilungen der Kommission für Burgenforschung und Mittelalterarchäologie. Sonderbd. 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983. ISBN 3-7001-0520-7, S. 95–96, Nr. 26.
- ↑ Ferdinand Kogler: Das landesfürstliche Steuerwesen in Tirol bis zum Ausgange des Mittelalters. Tl. 1: Die ordentlichen landesfürstlichen Steuern, in: Archiv für österreichische Geschichte 90 (1901), S. 419–712, hier S. 629.
- ↑ Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 88-901870-0-X, S. 283–284, Nr. 547.
- ↑ Coelestin Stampfer: Schloß Auer auf Tirol. In: Schlösser und Burgen in Meran und Umgebung. Wagner, 1894, S. 34–44.
Weblinks
- Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts