Auer von Fragsburg
Die Auer von Fragsburg[2] auch Auer auf Tirol, an der Gassen[3] genannt Greinegger,[4] waren Ministeriale der Grafen von Tirol. Sie sind zu unterscheiden von zahlreichen anderen adligen und wappenführenden Geschlechtern dieses Namens. Möglicherweise waren die An der Gassen ein Seitenzweig bzw. gleichen Stammes mit den Auer.[5][6]
Geschichte
Stammsitz war die Burg Auer in der heutigen Gemeinde Tirol, oberhalb von Meran, mit welcher 1288 Graf Meinhard II. dem Richter auf Stein am Ritten Christian († 1310) belehnte, mit dem die Stammreihe beginnt.[7][8] Seine Söhne Bertold, Christian und Randolt, verkauften 1310 an Ulrich von Maienburg zu Partschins einen Acker auf dem Küchelberg. 1329 heiratete Katharina, Tochter von Hans von Auer, Friedrich von Andrian. 1335 erscheint Otto von Auer († 1369) als Richter von Meran, sowie 1346 als Kellner bzw. Urbar-Verwalter. 1356 war er Lehensinhaber der Fragsburg. Die Witwe von Otto, Katharina verkaufte 1370 ihrer Tochter Elisabeth ein Turm und Hof in Algund. 1340 agierte Dietrich von Auer als Richter und Burggraf von Salern bei Vahrn.[9] 1376 stifteten die Söhne von Otto: Hans, Matthäus, Gregor und Bartlmä ein Benefizium auf der Fragsburg. 1376 verlieh Johann Ritter von Auer in Meran ein Haus auf der Lahn an Erhart ab der Lahn von Riffian. Der Bruder von Johann, Georg wohnte in Labers. 1405 schlichtete Herzog Friedrich IV. einen Streit zwischen Georg von Auer und seinen Söhnen Jakob und Johann um die Fragsburg. Georg, Jakob und Otto von Auer waren Mitglieder des Elefantenbundes. Kaspar von Auer stand in Diensten des Ritters von Starkenberg, bei der Belagerung von Burg Greifenstein. 1429 verlieh Herzog Friedrich IV. Jakob Auer, sowie 1459 Herzog Siegmund Georg von Auer für sich und seinen Bruder Heinrich neben anderen Schlössern das "Haus Auer mit dem alten Turm und dem Burgrain bis über den Bach Finale". Auf Grund widerrechtlichen Handlungen gegen Herzog Siegmund wurde 1467 Heinrich von Auer († 1482) das Lehen entzogen, worauf Auer der Hauptmann an der Etsch Christoph Botsch erhielt. Als letzter seines Geschlechts verkaufte Heinrich von Auer 1479 die Feste Fragsburg an Anrold von Niederthor. Nach seinem Tod fielen seine verbliebene Güter als erledigte Lehen an den Tiroler Landesfürsten zurück und wurden vom landesfürstlichen Kelleramt eingezogen.
Wappen
Im Schild vier stufenförmig übereinander gelegte Steine. Das Wappen der Auer mit der Steinpyramide führte auch Konzmann, bzw. Konrad in seinem Siegel, 1342 Stadtrichter von Matrei, der Bruder des Bischofs von Brixen Matthäus an der Gassen.[10]
Siehe auch
Literatur
- Cölestin Stampfer: Schloß Auer auf Tirol. In: Schlösser und Burgen in Meran und Umgebung. Wagner, 1894, S. 34–44.
- Alois Auer von Welsbach: Die Edlen von Auer (Aurr) in Tirol. In: Beiträge zur Geschichte der Auer. K. K. Hof- u. Staatsdr., 1862, S. 502.
Einzelnachweise
- ↑ Fischnaler Wappenkartei
- ↑ Rudolf von Granichstaedten-Czerva: Meran: Burggrafen und Burgherren. Verlag der Österreichischen Staatsdr., 1949, S. 47.
- ↑ Südtirol in Wort und Bild. Südtirol-Verlag Herbert Neuner, 1974, S. 19.
- ↑ Auer; Greinegger. In: Fischnaler Wappenkartei, wappen.tiroler-landesmuseen.at. 1. Januar 2019, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Josef Weingartner: Tiroler Burgen: ein Führer durch Nord-, Süd- und Osttirol. Tyrolia-Verlag, 1962, S. 146.
- ↑ Leo Santifaller: Das Brixner Domkapitel in seiner persönlichen Zusammensetzung im Mittelalter. Wagner, 1925, S. 271.
- ↑ Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Sitzungsberichte. Bd. 403 = Mitteilungen der Kommission für Burgenforschung und Mittelalterarchäologie. Sonderbd. 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, S. 95–96, Nr. 26.
- ↑ Adolf Schumacher: Die Richter des Gerichtes zum Stein auf dem Ritten In: Südtiroler Hauskalender, Ferrari-Auer, Bozen 1984, S. 107
- ↑ Auer Dietrich. In: Fischnaler Wappenkartei, wappen.tiroler-landesmuseen.at. 1. Januar 2019, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Chünczman; Kunzmann. In: Fischnaler Wappenkartei, wappen.tiroler-landesmuseen.at. 1. Januar 2019, abgerufen am 3. Januar 2026.