Budinarci

Budinarci
Будинарци

Panoramablick auf das Dorf Budinarci (2016)
Basisdaten
Staat: Nordmazedonien Nordmazedonien
Region: Osten
Gemeinde: Berovo
Koordinaten: 41° 46′ N, 22° 47′ O
Höhe: 848 m. i. J.
Einwohner: 469 (2021[1])
Kfz-Kennzeichen: BE

Budinarci (mazedonisch Будинарци) ist ein Dorf im östlichen Teil der Republik Nordmazedonien. Es gehört zur Gemeinde Berovo und liegt in der Maleševija-Region. Die nächstgelegene Stadt ist Berovo.

Geographie

Das Dorf liegt im Osten Nordmazedoniens, im nordwestlichen Teil der Gemeinde Berovo. Es liegt am rechten Ufer der Bregalnica, an der Stelle, wo der Fluss das Tal verlässt und in die Schlucht in Richtung des Dorfes Mitrašinci mündet. Das Dorfgebiet ist sehr groß und erstreckt sich bis zum südöstlichen Hang des Plačkovica-Gebirges mit einer Fläche von 46,4 km². Das flache Dorf liegt auf einer Höhe von 848 Metern über dem Meeresspiegel an der Regionalstraße Berovo-Vinica und ist 12 Kilometer von der Stadt Berovo entfernt. Es ist überwiegend bewaldet.

Nachbarortschaften

Mitrašinci Razlovci
Robovo
Umlena
Vladimirovo Mačevo

Geschichte

Im Gebiet von Budinarci befinden sich mehrere archäologische Stätten, von denen die älteste aus der Eisenzeit stammt. Es handelt sich um eine Nekropole am östlichen Ortsrand, im Gebiet von Popovica. In der Nähe von Budinarci wurden Überreste dreier Siedlungen aus römischer Zeit entdeckt – in den Gebieten Gradište, Lakite-Selište und Selište. Die Hügel von Avlija und Čuka stammen aus derselben Zeit, und in den Gebieten von Kamenica und Prisoi wurden Siedlungsreste aus der Spätantike gefunden.[2]

In den osmanischen Steuerregistern der nichtmuslimischen Bevölkerung des Vilayets Maleşeva aus den Jahren 1621–1622 wurde das Dorf Budinarci mit 13 Dschizya-Haushalten verzeichnet.[3]

Seine Bewohner bekannten sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einem Plebiszit zum bulgarischen Exarchat und waren Teil des bulgarischen Millets. Die Dorfkirche „Sveti Georgi“ stammt aus dem Jahr 1854. In der französischsprachigen Statistik Ethnographie des Vilayets d’Andrinople, de Monastir et de Salonique zählte im Jahr 1873 Budinarci 60 Haushalte mit 227 Bulgaren auf.[4] Laut der Statistik des Ethnographen Wassil Kantschow zählte Budinarci Ende des 19. Jahrhunderts 800 Einwohner, allesamt Bulgaren.[5]

Nach den Statistiken des Sekretärs des bulgarischen Exarchats Dimitar Mischew (La Macédoine et sa Population Chrétienne) im Jahr 1905 lebten in Budinarci 640 bulgarische Exarchisten, welche eine bulgarische Grundschule im Dorf besaßen.[6] Im Zuge des Balkankrieges meldeten sich 4 Dorfbewohner freiwillig zur Makedonisch-Adrianopeler Landwehr, einem Freiwilligenverband der bulgarischen Armee.[7]

Im Zuge der Balkankriege kam Vardar-Mazedonien und damit Budinarci unter serbische Herrschaft. Im März 1915 wurden vier Dorfbewohner von serbischen Truppen getötet.[8]

1953 wurde die Grundschule „Dedo Iljo Maleševski“ gegründet.

Laut der letzten Volkszählung von 2021 hatte das Dorf 469 Einwohner, davon 462 Mazedonier und 7 andere.[1]

Persönlichkeiten

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Dorfes gehören der mazedonische Komponist Gligor Smokvarski (1914–1984) und der mazedonische Kinderbuchautor Gligor Popovski (1928–2007). Am 11. Oktober 1907 starb der IMARO-Revolutionär Andrej Dokurtschew (1880–1907) bei einem Scharmützel in Budinarci.

Commons: Budinarci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Volkszählung Nordmazedonien 2021. In: Staatliches Statistikbüro. Abgerufen am 8. Januar 2026 (mazedonisch, PDF-Datei, 2,18 MB).
  2. Археолошка карта на Република Македонија, Том 2, Скопје, МАНУ, 1996. (mazedonisch)
  3. Турски извори за българската история, т. VII, София 1986, с. 286 (bulgarisch)
  4. Le Courrier d'Orient: Ethnographie des Vilayets d'Andrinople, de Monastir et de Salonique. Courrier d'Orient, Constantinople 1878, ISBN 978-1-85065-534-3, S. 190−191 (französisch, archive.org [abgerufen am 8. Juni 2023]).
  5. Василъ Кѫнчовъ: Македония. Етнография и статистика (zu dt. Makedonien. Ethnographie und Statistik), Българското книжовно дружество, 1900. ISBN 954430424X. S. 157 (bulgarisch)
  6. Brancoff, D. M.: La Macédoine et sa Population Chrétienne: Avec deux cartes etnographiques, Paris, Librarie Plon, Plon-Nourrit et Cie, Imprimeurs-Éditeurs, 1905. S. 118–119 (französisch)
  7. Македоно-одринското опълчение 1912-1913 г.: Личен състав по документи на Дирекция „Централен военен архив“, София, Главно управление на архивите, Дирекция „Централен военен архив“ В. Търново, Архивни справочници № 9, 2006. ISBN 954-9800-52-0. S. 834. (bulgarisch)
  8. Цочо В. Билярски, Македонски Мартиролог, София, 2005 г., стр. 123