Buddy (Zeichentrickfigur)
Buddy ist eine fiktive Figur im Besitz des Time-Warner-Konzerns. Er war die Hauptfigur einer von 1933 bis 1935 produzierten und 23 Cartoons umfassenden Reihe von Zeichentrickkurzfilmen, die als Teil der Looney-Tunes-Reihe von der Produktionsfirma von Leon Schlesinger für die Warner Brothers-Studios produziert und in Kinos aufgeführt wurden.
Hauptfigur und Veröffentlichungsgeschichte
Buddy wurde 1933 als zweite wiederkehrende Hauptfigur von Zeichentrickkurzfilmen (Cartoons) der Looney-Tunes-Reihe – d. h. als Figur, die in den Mittelpunkt der Handlung der Cartoons, in denen er jeweils auftrat, gestellt wurde und die uch im Titel dieser Cartoons und in der Werbung für diese als ihr Star annonciert wurde – geschaffen.
Die erste wiederkehrende Hauptfigur von Looney-Tunes-Cartoons war das 1930 von Warner Brothers auf die Leinwand gebrachte quirlige Tintenklecksmännchen Bosko (Zeichentrickfigur) gewesen. Die Bosko-Figur konnte jedoch von dem Produktionsstudio von Leon Schlesinger, das die Cartoons der Warner Brothers-Studios in den 1930er Jahren anfertigte, seit 1933 nicht mehr verwendet werden, da seine Schöpfer Hugh Harman und Rudolf Ising, die das Copyright an der Figur besaßen, zu dieser Zeit nach kreativen Differenzen die Schlesinger-Studios bzw. Warner Brothers verließen.
Leon Schlesinger beauftragte daher den Animationskünstler Tom Palmer, der bis dahin für die Disney Animation Studios gearbeitet hatte, als Ersatz für Bosko eine andere Zeichentrickfigur zu schaffen, die die Schlesinger Studios fortan als Hauptfigur in Cartoons der Looney-Tunes-Reihe verwenden könnten. Palmer entwarf daraufhin die Figur des Buddy, einem gutmütig-wackren und niedlichen kleinen Kerl, der harmlose Abenteuer in einer schwarz-weiß animierten Cartoonwelt erlebte. Der erste Cartoon der Buddy-Reihe wurde am 9. September 1933 in die amerikanischen Kinos gebracht.
Die Buddy-Figur war knapp zwei Jahre lang, von 1933 bis 1935, der wichtigste Star der von Warner Brothers veröffentlichten Zeichentrick-Kurzfilme. Der letzte Buddy-Cartoon wurde im August 1935 in die Kinos gebracht. Danach verzichteten Schlesinger bzw. die Warner Brothers-Studios darauf, die Figur weiter zu verwenden, da sie von den Produzenten und von den künstlerischen Machern der Warner-Cartoons als recht langweilig und als wenig vielseitig angesehen wurde, so dass man glaubte, nur wenige Szenarien entwickeln zu können, in die man sie stellen könnte, die das Publikum spannend finden würde. Der Animationshistoriker Steve Schneider hat Buddy in diesem Sinne rückblickend in einer analytischen Gesamtschau der Warner Brothers-Cartoons der 1930er bis 1950er Jahre als „eine Figur von grenzenloser Blassheit/Fadheit“ (a creature of limitless blandness) und als „dezidiert vergessenswerte Schöpfung“ (distinctly forgettable) beschrieben.
An Stelle von Buddy wurden ab 1935 und in der Folgezeit nacheinander verschiedene neue fiktive Figuren von Schlesingers Studio für Warner Brothers entwickelt, die man als neue Stars für die Looney-Tunes-Cartoons aufbaute: Zunächst, als direkter Replacement-Charakter für Buddy, mit moderatem Erfolg, eine anthropomorphe Katze namens Beans und dann, mit riesigem Erfolg, Figuren wie Porky Pig und Daffy Duck. All diese Figuren erwiesen sich rasch als in ihrer künstlerischen Verwendbarkeit deutlich flexibler und beim Publikum weitaus beliebter als Buddy.
Cartoons der Buddy-Reihe
- Buddy's Day Out, ur-aufgeführt am 9. September 1933
- Buddy's Beer Garden, ur-aufgeführt am 18. November 1933
- Buddy's Show Boat, ur-aufgeführt am 9. Dezember 1933
- Buddy the Gob, ur-aufgeführt am 5. Januar 1934
- Buddy and Towser, ur-aufgeführt am 24. Februar 1934
- Buddy's Garage, ur-aufgeführt am 14. April 1934
- Buddy's Trolley Troubles, ur-aufgeführt am 5. Mai 1934
- Buddy of the Apes, ur-aufgeführt am 26. Mai 1934
- Buddy's Bearcats, ur-aufgeführt am 16. Juni 1934
- Buddy's Circus, ur-aufgeführt am 25. August 1934
- Buddy the Detective, ur-aufeführt am 15. September 1934
- Viva Buddy, ur-aufgeführt am 29. September 1934
- Buddy the Woodsman, ur-aufgeführt am 20. Oktober 1934
- Buddy's Adventures, ur-aufgeführt am 17. November 1934
- Buddy the Dentist, ur-aufgeführt am 15. Dezember 1934
- Buddy of the Legion, ur-aufgeführt am 9. Januar 1935
- Buddy's Theater, ur-aufgeführt am 8. Februar 1935
- Buddy's Pony Express, ur-aufgeführt am 9. März 1935
- Buddy in Africa, ur-aufgeführt am 13. April 1935
- Buddy's Lost World, ur-aufgeführt am 18. Mai 1935
- Buddy's Bug Hunt, ur-aufgeführt am 6. Juni 1935
- Buddy Steps Out, ur-aufgeführt am 6. Juli 1935
- Buddy the Gee Man, ur-aufgeführt am 24. August 1935
Literatur
- Jerry Beck/Will Friedwald: Looney Tunes and Merrie Melodies. A Complete Illustrated Guide to the Warner Bros. Cartoons, Henry Holt and Co., 1989.
- Leonard Maltin: Of Mice and Magic: A History of American Animated Cartoons, 1997.
- Jeff Lenburg: The Encyclopedia of Animated Cartoons, Checkmark Books., 2020.
- Steve Schneider: That's All, Folks!. The Art of Warner Bros. Animation. Henry Holt and Co., 1988.