Bruno Hähnel
Bruno Hähnel (* 12. Dezember 1911 in Steele; † im 20. Jahrhundert) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Nach dem Besuch der Handelsschule in Bochum machte Bruno Hähnel eine kaufmännische Lehre in einer Bochumer Eisenwarengroßhandlung und war dort später als Verkäufer, Abteilungsleiter und Geschäftsführer tätig. Er trat zum 1. Januar 1930 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 187.696).[1] Von 1927 bis 1930 war er Angehöriger der SA und vom 1. Oktober 1931 bis 1934 Mitglied der SS (SS-Scharführer).
Von 1933 bis 1934 war er hauptamtlicher Angestellter in der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront in Düsseldorf und anschließend bis 1936 Kulturabteilungsleiter im Gauamt der Kraft-durch-Freude-Organisation.
In der Hitlerjugend war er von 1930 bis zum Kriegsende, zuletzt als Oberbannführer. Hauptamtlich führte er von 1936 bis 1938 den HJ-Bann Wanne-Eickel und anschließend bis 1939 den Bann Bottrop/Gladbeck. Mit Kriegsbeginn wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war als Offizier im Afrikafeldzug eingesetzt. 1943 kam er verletzt aus dem Krieg zurück und leitete vom 1. März 1943 bis zum 1. August 1943 den Bann Bochum zur Hitlerjugend. Anschließend wurde er bis 1945 zur Gauleitung Westfalen-Süd abkommandiert, wo er Adjutant des Gauleiters Albert Hoffmann war.
Zugleich war er vom 10. August 1944 bis zum Kriegsende NSDAP-Kreisleiter im Kreis Olpe.
Am 12. Mai 1945 wurde er festgenommen und in das Internierungslager Staumühle gebracht. Im Spruchkammerverfahren am 16. Januar 1948 wurde er zunächst freigesprochen, jedoch nach der Revision durch den Ankläger am 21. Januar 1949 durch die Spruchkammer Bielefeld zu einer Geldstrafe von 3000 DM verurteilt, die durch die Internierung als verbüßt galt.
Im Verfahren gegen den Gauleiter Albert Hoffmann und den Kreisleiter Friedrich Hermann Behr am 24. September 1948 vor dem britischen Kriegsverbrechertribunal im Rahmen der Hamburger Curiohaus-Prozesse wurde er als Zeuge vernommen.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Angestellter.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 237f. (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12891274