Britta Schmitz

Britta Schmitz (* 9. Oktober 1950 in Remscheid) ist eine deutsche Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin für internationale zeitgenössische Kunst.[1] Sie lebt als freie Kuratorin in Berlin.

Leben

Schmitz wurde in Remscheid geboren. Nach dem Abitur am Marianum in Opladen studierte sie Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Soziologie an den Universitäten in Köln, Wien und Bonn. Nach Promotion an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bei Eduard Trier über Fabrikbauten im 19. Jahrhundert im Bergischen Land war sie 1981 bis 1983 Volontärin an den Staatlichen Museen zu Berlin.

Werk/Wirken

Von 1983 bis 1996 war Schmitz als Kuratorin und Wissenschaftlerin in der Neuen Nationalgalerie tätig, zunächst zuständig für die Sammlung Kunst nach 1960 mit Fokus aktueller Kunstentwicklungen. Sie organisierte und konzipierte Ausstellungen unter anderem mit Franz Erhard Walther, Lucian Freud, Roman Opalka und Cy Twombly.

Zwischen 1985 und 1990 leitete Schmitz die Dependance der Neuen Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst im Kunstforum der Grundkreditbank. Ausstellungen unter anderem mit Jürgen Klauke, Michael Buthe, Jacob Mattner, Marianne Breslauer, Gerd Rohling und Paco Knöller.

Von 1988 bis 1996 war Schmitz für die konzeptionelle Baubetreuung des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart – Berlin zuständig.[2] Nach der Eröffnung 1996 kuratierte sie Ausstellungen unter anderem mit Sigmar Polke, Martin Kippenberger,[3] Pipilotti Rist, Marcel Odenbach.

Schmitz hat mit ihrem Wirken die Nationalgalerie in Berlin mitgeprägt – insbesondere durch Ausstellungen, die sowohl Künstlerinnen und Künstler, als auch gesellschaftliche Themen in den Fokus rückten. Konzeptionell war sie zuständig für die inhaltliche Ausrichtung und Profilierung der Nationalgalerie zum globalen Kunstdiskurs und Kulturaustausch. In diesem Rahmen unter anderem Einzelausstellungen mit

Darüber hinaus ist sie Kuratorin von Gruppenausstellungen

  • Face Up. Zeitgenössische Kunst aus Australien.[6]
  • Who knows tomorrow, Kunst aus Afrika.[7]

Als freie Kuratorin realisierte Schmitz Ausstellungen unter anderem

Schmitz plant kulturelle Projekte und organisiert Ausstellungen im In- und Ausland. Weiterhin ist sie im Vorstand der Karl-Hofer Gesellschaft, im Verwaltungsrat des n.b.k.[13] und seit 2006 Beraterin der Kulturabteilung der Botschaft Republik Korea.

Schriften (Auswahl)

  • Christian Ludwig Attersee, Stella Rollig, Britta Schmitz, Jürgen Dollase, Walter Gröbchen, Michaela Pappernigg, Ana Petrović, Annette Tietenberg: Attersee - Feuerstelle. Prestel, München London New York 2019, ISBN 978-3-7913-5864-2.
  • Britta Schmitz: In and Out of Time. Heryun Kim. Arts and Code-Whales of Bangudae. Publikation anlässlich der Ausstellung Heryun Kim 25. Oktober 2024 bis 23. Februar 2025. Hrsg.: Jeongok Prehistory Museum. Youlhwandang Publishers, Gyeonggi-do, Korea 2024, ISBN 978-89-301-0797-6. 03650
  • Günter Brus: Störungszonen. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2016, ISBN 978-3-86335-898-3.
  • Britta Schmitz: Dayanita Singh, Privacy. anlässlich der Ausstellung in Berlin, Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin, 19. September - 7. Dezember 2003. Steidl, Göttingen 2003, ISBN 3-88243-962-9.
  • Britta Schmitz: The Atlas Group (1989–2004) a project by Walid Raad anlässlich der Ausstellung Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof-Museum für Gegenwart -Berlin 22. September 2006 - 7. Januar 2007. Berlin 2007. ISBN 3-86560-145-6
  • Britta Schmitz (Hrsg.): Face up: zeitgenössische Kunst aus Australien ; [anlässlich der Ausstellung "Face Up: Zeitgenössische Kunst aus Australien", 2. Oktober 2003 - 4. Januar 2004, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart Berlin]. Cantz-Verlag (Ostfildern), Ostfildern-Ruit 2003, ISBN 3-7757-1363-8.
  • Xenia Hausner, Britta Schmitz, Herwig Guratzsch: Xenia Hausner: Liebesfragmente. Wienand Verlag, Köln 1997, ISBN 3-87909-545-0.

Einzelnachweise

  1. n.b.k. – Sammeln als Kulturförderung. Abgerufen am 3. November 2025.
  2. Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin: Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart - Berlin (= Prestel-Museumsführer Deutsch). 3. Auflage. Prestel, München 2002, ISBN 3-7913-1713-X.
  3. Nele Pasch: Berlin: Schlange stehen für Kippenbergers Frösche. In: Der Tagesspiegel Online. 3. März 2013, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 4. November 2025]).
  4. Ayşe Erkmen: Weggefährten ; [... erscheint anlässlich der Ausstellung Ayşe Erkmen - Weggefährten, 13.09.2008 - 11.01.2009] ; Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. 1. Auflage. Staatl. Museen zu Berlin, Stiftung Preuß. Kulturbesitz, Berlin 2008, ISBN 978-3-88609-639-8.
  5. [1] (PDF-Datei) Pressemappe Goethe-Medaille 2019 aufgoethe.de
  6. Gottfried Lindauer: Die Māori-Portraits: anlässlich der Ausstellung Gottfried Lindauer, Die Māori-Portraits, 20. November 2014 - 12. April 2015, Alte Nationalgalerie, Museuminsel Berlin. König, Köln 2014, ISBN 978-3-86335-630-9.
  7. Kuratoren: Udo Kittelmann, Chika Okeke-Agulu, Britta Schmitz. Who Knows Tomorrow, 2010. Abgerufen am 3. November 2025.
  8. Hermann Nitsch. Abgerufen am 4. November 2025.
  9. Hermann Nitsch: Orgien-Mysterien-Theater ; Retrospektive ; [anlässlich der Ausstellung "Hermann Nitsch. Orgien-Mysterien-Theater. Retrospektive", SMB Nationalgalerie Staatliche Museen zu Berlin, Martin-Gropius-Bau 30.11.2006 - 22.01.2007]. 1. Auflage. König, Köln 2006, ISBN 3-86560-165-0.
  10. History is a warm gun: anlässlich der Ausstellung ... im Neuen Berliner Kunstverein, 28. Februar - 26. April 2015 (= n.b.k. Berlin. Nr. 7). König, Köln 2015, ISBN 978-3-86335-738-2.
  11. Christian Ludwig Attersee, Stella Rollig, Britta Schmitz, Jürgen Dollase, Walter Gröbchen, Michaela Pappernigg, Ana Petrović, Annette Tietenberg: Attersee - Feuerstelle. Prestel, München London New York 2019, ISBN 978-3-7913-5864-2.
  12. Beyond the wall: Berlin-Freihafen der Künste. Nicolai, Berlin 2007, ISBN 978-3-89479-410-1.
  13. Impressum. In: Karl Hofer Gesellschaft. Abgerufen am 17. November 2025.