Braunnacken-Nektarvogel

Braunnacken-Nektarvogel

Braunnacken-Nektarvogel-Männchen der Unterart daphoenonota (Aethopyga guimarasensis ssp. daphoenonota)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Nektarvögel (Nectariniidae)
Gattung: Aethopyga
Art: Braunnacken-Nektarvogel
Wissenschaftlicher Name
Aethopyga guimarasensis
(Steere, 1890)

Der Braunnacken-Nektarvogel (Aethopyga guimarasensis) ist eine Vogel-Art aus der Familie der Nektarvögel. Er ist endemisch auf den philippinischen Inseln Negros, Panay and Guimaras. Sein natürlicher Lebensraum sind tropische feuchte Tiefland-Wälder.

Beschreibung

Aethopyga guimarasensis ist nach der Beschreibung auf Ebird ein kleiner Wald- und Randvogel, der in den Tiefebenen bis in die niedrigen Höhenlagen der Berge der westlichen Visayas vorkommt. Er hat einen recht langen und leicht gebogenen Schnabel, eine gelbe Unterseite und olivfarbene Flügel. Gesicht, Kehle und Brust des Männchens sind schwarz, mit einem violetten Schnurrbartstreifen und einer grünen Krone. Das Männchen ähnelt dem Grünrücken-Nektarvogel (Cinnyris jugularis), hat aber einen roten Fleck auf der Brust und eine rötliche Färbung am oberen Rücken und am Hinterkopf. Das eintönige Weibchen ähnelt der weiblichen Aethopyga bella, hat aber keinen gelben Bürzel. Die Stimme umfasst einen unzusammenhängenden, hohen Gesang und ein leicht keuchendes, hohes „tsee-tsee-tsee“.[1]

Taxonomie

Der Braunnacken-Nektarvogel gehört zur Gattung der Aethopygae in der Familie der Nectariniidae. Erst durch molekulargenetische Untersuchungen kam es zu einer Differenzierung vom Flammen-Nektarvogel (Aethopyga flagrans), von dem er sich auch durch eine deutlich glänzenderen Krone, dem namengebenden kastanienbraunen Nacken und einem deutlich leuchtenderen gelben Bauch unterscheidet. Es werden zwei Subtypen unterschieden. Die Nominatform A. g. guimarasensis findet sich auf den philippinischen Inseln Panay und Guimaras, A. g. daphoenonota stammt von Negros und hat mehr Kastanienbraun im Nacken und Mantel und mehr Orange auf der Brust.[2]

Ökologie und Verhalten

Über seine Ernährung ist nicht viel bekannt, er wird jedoch häufig bei der Aufnahme von Nektar des nicht heimischen Hibiskus beobachtet und ernährt sich vermutlich von Insekten und Samen. Er wird typischerweise allein oder paarweise gesehen, schließt sich aber auch gemischten Artenschwärmen an.[2]

Lebensraum und Schutz

Der natürliche Lebensraum des Braunnacken-Nektarvogels ist feuchter tropischer Primär- und Sekundärwald bis zu einer Höhe von 1.350 Metern über dem Meeresspiegel. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) hat diesen Vogel als am wenigsten gefährdete Art eingestuft,[3] deren Bestand jedoch rückläufig ist. Die größte Bedrohung für diese Art ist der Lebensraumverlust durch die großflächige Rodung von Waldlebensräumen infolge von Abholzung, landwirtschaftlicher Umwandlung und Bergbauaktivitäten im Verbreitungsgebiet. Die Insel Negros gehört aufgrund der Zuckerindustrie und der Abholzung zu den am stärksten abgeholzten Gebieten des Landes. Die meisten Wälder gingen schon im 20. Jahrhundert vollständig verloren. Die Waldbedeckung auf Negros und Panay beträgt nur noch 3 % bzw. 6 % und ist weiter rückläufig.

Der Braunnacken-Nektarvogel kommt in einigen Schutzgebieten im Naturpark Mt. Kanlaon und im Naturpark Northern Negros vor, ebenso im geplanten Central Panay Mountain Range, der den größten verbliebenen Waldbestand der Western Visayas umfasst, sowie im Touristenziel Twin Lakes (Mount Talinis). Die Abholzung stellt aber selbst in den Schutzgebieten eine ständige Bedrohung dar.[4][5]

Commons: Braunnacken-Nektarvogel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Maroon-naped Sunbird - eBird. In: ebird.org. Abgerufen am 24. Juli 2025 (englisch).
  2. a b Josep del Hoyo, Nigel Collar, Guy M. Kirwan, David Christie: Maroon-naped Sunbird (Aethopyga guimarasensis), version 1.0. In: Birds of the World. 2020, ISSN 2771-3105, doi:10.2173/bow.mansun1.01 (englisch, birdsoftheworld.org).
  3. BirdLife International: Aethopyga guimarasensis. 2016, abgerufen am 24. Juli 2025 (englisch).
  4. IUCN: Kittacincla superciliaris: BirdLife International: The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T103894735A104347902. International Union for Conservation of Nature, 1. Oktober 2016; (englisch, 10.2305/iucn.uk.2016-3.rlts.t103894735a104347902.en).
  5. IUCN: Aethopyga guimarasensis: BirdLife International: The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T103809131A104301389. International Union for Conservation of Nature, 1. Oktober 2016; (englisch, 10.2305/iucn.uk.2016-3.rlts.t103809131a104301389.en).