Bogusław Liberadzki
Bogusław Marian Liberadzki[1] (* 12. September 1948 in Sochaczew) ist ein polnischer Politiker (SLD / Nowa Lewica). Er war von 1993 bis 1997 Minister für Verkehr und Meereswirtschaft in Polen. Von 1997 bis 2004 gehörte er dem Sejm in der III. und IV. Wahlperiode an. Er war von 2004 bis 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments.
Leben und Beruf
Liberadzki studierte Wirtschaftswissenschaften und schloss das Studium 1970 ab. Er war Stipendiat von AIESEC und Fulbright. Er wurde 1975 promoviert und habilitierte sich 1981. Als Hochschullehrer war er an der Szkoła Główna Handlowa w Warszawie in Warschau tätig, seit 2001 als Leiter des Lehrstuhls für Transportwesen.[2][3]
Liberadzki ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Politik
Während seines Studiums trat Liberadzki dem regimetreuen Studentenverband Zrzeszenie Studentów Polskich bei und wurde später Mitglied der Nachfolgeorganisation Socjalistyczny Związek Studentów Polskich. In den 1970er Jahren trat er der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei bei. Nach der politischen Wende wurde er Mitglied der Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD)
Er war von 1993 bis 1997 Minister für Verkehr und Meereswirtschaft in Polen, nachdem er zuvor seit 1989 Staatssekretär dieses Ministeriums gewesen war. Bei den Parlamentswahlen 1997[4] und 2001[5] wurde Liberadzki jeweils als Abgeordneter des Wahlkreises Stettin für die SLD in den Sejm gewählt.
Das polnische Parlament entsandte Liberadzki bereits 2003 – im Vorfeld des polnischen EU-Beitritts im Jahr darauf – als Beobachter zum Europäischen Parlament, wo er sich der sozialdemokratischen SPE-Fraktion anschloss. Im Mai 2004 wurde er dann reguläres Mitglied des EU-Parlaments, bei der ersten Europawahl in Polen im Juli desselben Jahres wurde sein Mandat bestätigt.[6] Auch bei den Europawahlen 2009,[7] 2014[8] und 2019 (auf der Liste des Wahlbündnisses Koalicja Europejska)[9] wurde er für die SLD wiedergewählt. Er war von 2007 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses. Von 2012 bis 2017 gehörte er als Quästor dem Parlamentspräsidium an, anschließend war er bis 2019 einer der Vizepräsidenten des Parlaments. Von 2019 bis zu seinem Ausscheiden aus dem EU-Parlament 2024 war er Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Tourismus.[10][3] Bei der Europawahl 2024 kandidierte er nicht erneut.
Ehrungen
- Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen
Einzelnachweise
- ↑ MamPrawoWiedziec.pl. Abgerufen am 26. März 2019 (polnisch).
- ↑ Bogusław Liberadzki. Archiviert vom am 28. Oktober 2019; abgerufen am 27. Juli 2025 (polnisch).
- ↑ a b Bogusław Liberadzki. 20. März 2019, abgerufen am 27. Juli 2025 (polnisch).
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9651.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Januar 2026.
- ↑ Biografia – Bogusław Liberadzki. Archiviert vom am 24. Juni 2019; abgerufen am 27. Juli 2025 (polnisch).
Weblinks
- Bogusław Liberadzki in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
- Biogram auf der Seite des Sejm