Blonhofen

Blonhofen ist ein Dorf und eine Gemarkung, das zum Markt Kaltental im schwäbischen Landkreis Ostallgäu gehört.

Geographie

Das Straßendorf Blonhofen befindet sich im Nordwesten von Aufkirch. Der Ort war seit jeher nach Aufkirch eingepfarrt, Aufkirch ist auch der Sitz der Marktgemeinde Kaltental.

Die Gemarkung Blonhofen (097858) umfasst 7,416 km² und hat 547 Einwohner.[1]

Geschichte

Erstmals kommt der Ort etwa um 1150 als Pluwenhofen vor. Zu jener Zeit war Blonhofen hauptsächlich in welfischem Besitz. Etwa um 1500 befand sich der Ort im Besitz der Benzenauer auf Großkemnat. Diese verkauften ihn 1556 an Peter Gaisberg zu Blonhofen, der ihn zur Herrschaft Altensberg schlug. Mit dieser kam er 1611 an die Herren von Stotzingen und 1611 an das Hochstift Augsburg. Das genaue Datum der Marktverleihung ist nicht belegt.

Bereits 1686 bestand in Blonhofen eine Zunft der Metzger, Schuster, Schneider und Weber. Zu ihnen gehörten die Meister im Umkreis zwischen Stöttwang und Jengen sowie von Oberbeuren bis ins Fuchstal und darüber hinaus. Blonhofen hatte bereits um 1400 ein Frauenklösterlein, das um 1600 einging. Die Gebäude wurden in einen Zehentstadel umgewandelt, der 1852 abgerissen wurde.

Die Kirche in Blonhofen, die den Aposteln Philipus und Jakobus geweiht ist, stammt in einigen Teilen noch aus gotischer Zeit. Das Langhaus wurde 1852 nach Abbruch des westlich gelegenen Zehentstadel erweitert.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam Blonhofen zum Kurfürstentum Bayern. Die drei Gemeinden Aufkirch, Blonhofen und Frankenhofen entstanden durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818.

Im Jahre 1835 bat der Gemeinderat der Gemeinde Markt Blonhofen um ein Gemeindewappen mit dem Abbild des Dorfpatrons, dem Heiligen St. Sebastian. Ein Jahr später entsprach König Ludwig I. von Bayern dem Wunsch der Gemeindeväter und genehmigte das Wappen.

Die Marktgemeinde Blonhofen bildete 1971 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zusammen mit Aufkirch und Frankenhofen eine neue Kommune, die den Namen Kaltental erhielt; die Bezeichnung „Markt“ leitet die neue Gemeinde von Blonhofen ab.[2]

Der Name der neuen Marktgemeinde wurde nach zum Teil sehr angeregten Debatten auch gegen das Anraten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und anderer maßgeblicher Stellen festgelegt. Er hat keinen direkten historischen Bezug zu den Vorgängergemeinden, sondern ist der Name des Adelsgeschlechts von Kaltental, die bis zum Jahre 1699 unter anderem den Ort Osterzell besaßen – jedoch keinen der ursprünglichen Ortsteile des neuen Markts Kaltental.[3] Der Name wurde frei gewählt, weil die drei Gemeindeteile im „kalten Tal“ liegen, was wiederum nichts mit Kälte zu tun hat, vielmehr übertrug sich der Name, der von Jakob von Kaltental begründeten Herrschaft über Osterzell und Umgebung, auch auf das Tal.[4]

Baudenkmäler

In der Liste der Baudenkmäler in Kaltental sind für Blonhofen folgende Baudenkmäler aufgeführt:[5] Mit Klick auf das Kamerasymbol im Tabellenkopf kann man Bilder zu dieser Liste hochladen.

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
Ortsstraße 19
(Standort)
Bauernhaus
( Wikidata)
Mittertennbau mit Hakenschopf und Flachdach, im Kern Mitte 18. Jahrhundert D-7-77-141-2
Ortsstraße 25, 25 a
(Standort)
Bauernhaus
( Wikidata)
Flachdach und Kniestock, Mitte 19. Jahrhundert D-7-77-141-3
Ortsstraße 31
(Standort)
Filialkirche St. Philippus und Jakobus
( Wikidata)
Katholische Filialkirche St. Philippus und Jakobus, im Kern 15. Jahrhundert, Langhaus 1852 verlängert und erhöht; mit Ausstattung. D-7-77-141-5
Ortsstraße 37
(Standort)
Ehemaliges Bauernhaus
( Wikidata)
Mittertennbau mit Flachdach auf Kniestock, am Sturzbalken der Tenne Zimmermannsinschrift, bezeichnet 1778. D-7-77-141-7

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Blonhofen (Kaltental) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  3. Wappen von Gemeinde Osterzell in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  4. Wappen von Markt Kaltental in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 26. Februar 2025.
  5. Denkmalliste für Kaltental (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege

Koordinaten: 47° 55′ 4,6″ N, 10° 44′ 34,9″ O