Aufkirch (Kaltental)

Aufkirch ist ein Pfarrdorf und eine Gemarkung, die zum Markt Kaltental im schwäbischen Landkreis Ostallgäu gehört.

Geographie

Aufkirch liegt rund elf Kilometer östlich von Kaufbeuren. In dem Ort ist das Rathaus der Gemeinde Kaltental.

Die Gemarkung Aufkirch (097859) umfasst 9,533 km² und hat 670 Einwohner.[1]

Geschichte

Erstmals wird Aufkirch in einer Urkunde des Klosters Steingaden im Jahre 1287 erwähnt. Ab 1437 übte das Hochstift Augsburg die Gerichtsbarkeit über Aufkirch aus. Das Gebiet gehörte zum größten Teil zum Pflegamt Buchloe. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört das Gebiet zum Kurfürstentum Bayern. Die drei Gemeinden Aufkirch, Blonhofen und Frankenhofen entstanden durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818.

Die Kirche des Ortes stammt aus dem Jahr 1618 und wurde in den Jahren 1656 und 1686 tiefgreifend renoviert. 1843 wurde der heutige Turm erbaut. 1972 bis 1975 erfolgte eine Renovierung, die letzte war 2019. In Aufkirch gab es ab 1513 eine Schule, es gibt keine Befunde, wie lang dort unterrichtet worden ist. 2008 wurde das Gebäude abgerissen und ein Parkplatz für die Kirche gebaut.

Der Name Aufkirch

Am Ausgang des kalten Tales, unfern des jetzt noch majestätisch dastehenden Römerturmes zu Helmishofen bei Kaufbeuren liegt an den östlichen Hängen das Dorf Aufkirch, dessen Namen folgenden Ursprungs sein soll: Die Bewohner wollten die Kirche, die in der Niederung manche Wassergefahr zu bestehen hatte, an einen passenderen Ort verlegen, wo sie geschützt wäre. Sie machten sich also – starke Leute, wie sie waren – daran die Kirche zu verschieben. Derweil sie an der Arbeit waren, brannte heftig die Mittagsonne. Einer musste von Zeit zu Zeit hinter die Mauer gehen und nachsehen, ob die Kirche noch keinen Ruck getan. „Jetzt fallt mir was ein,“ rief plötzlich der Gemeindevorstand; „mir ist es recht luderisch heiß, ich leg meinen Schoppen hinter die Mauer, da sehen wir gleich, wie weit wir mit Schieben kommen.“ Gesagt, getan! Dem Vorstand machten's auch die anderen nach; jeder wollte an seinem Schoopen sehen, was die Kirche für einen Ruck getan. Jetzt ging es wieder an die Arbeit, und sie spreizten ihre Füße aus und lupften mit ihren Achseln an der Mauer, dass der Schweiß das Bergele herabrann, wobei der Gemeindevorstand immer zuschrie: „Auf! Kirch! Auf! Kirch!“ Inzwischen hatte ein Schalk die Schöpen hinter der Kirche weggenommen. Als der Vorstand nun wieder nachsehen wollte, wie nahe sie schon an den Schöpen seien, und keinen derselben mehr wahrnahm, lief er eiligst zu den anderen zurück und schrie: „Land gau, land gau! ’s isch scho lang gnue, wir sind schon über d’ Schöpe naus!“ – Von dieser Begebenheit her heißt das Dorf „Aufkirch“ bis auf den heutigen Tag.[2]

Gemeindereform

Bei der Gebietsreform in Bayern schlossen sich am 1. April 1971 die Gemeinden Aufkirch, Blonhofen und Frankenhofen zu einer Gemeinde zusammen, die den Namen Kaltental erhielt. Sitz der Marktgemeindeverwaltung ist am Rathausplatz in Aufkirch. Die Bezeichnung „Markt“ geht auf den Ortsteil Blonhofen zurück.

Der Name der Marktgemeinde wurde bei dem anlässlich der Gebietsreform am 1. April 1971 erfolgten Zusammenschluss der drei Gemeinden Aufkirch, Blonhofen und Frankenhofen[3] nach zum Teil sehr angeregten Debatten auch gegen das Anraten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und anderer maßgeblicher Stellen festgelegt. Er hat keinen direkten historischen Bezug zu den Vorgängergemeinden, sondern ist der Name des Adelsgeschlechts von Kaltental, die bis zum Jahre 1699 unter anderem den Ort Osterzell besaßen – jedoch keinen der ursprünglichen Ortsteile des neuen Markts Kaltental.[4] Der Name wurde frei gewählt, weil die drei Gemeindeteile im „kalten Tal“ liegen, was wiederum nichts mit Kälte zu tun hat, vielmehr übertrug sich der Name, der von Jakob von Kaltental begründeten Herrschaft über Osterzell und Umgebung, auch auf das Tal.[5]

Siehe auch

Commons: Aufkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Aufkirch (Kaltental) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  2. Allgäuer Sagen, Aus K. A. Reisers „Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus“ ausgewählt von Hulda Eggart, Kempten und München 1914, Nr. 124, S. 128–129.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  4. Wappen von Gemeinde Osterzell in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  5. Wappen von Markt Kaltental in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 26. Februar 2025.

Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 45′ O